Berlin ab 50…

… und jünger

Leseerfahrung von brd – damals war’s

Fünf AutorInnen von Berlinab50 bilden ein literarisches Quintett und berichten an fünf aufeinanderfolgenden Tagen über ihre ersten Leseerfahrungen in der Kindheit und wie es dann weiter ging.

Geschichten aus dem… nein, nicht aus dem alten Berlin, sondern aus dem Mund meiner Mutter oder Oma. Ich kuschelte mich in meine Bettdecke und lauschte der wohlvertrauten, vielleicht auch einschläfernden Stimme. Es waren Geschichten von den Gebrüdern Grimm, vom Struwwelpeter oder auch aus 1001 Nacht.

Die Jahre vergingen. Ich lernte lesen und die Bibliothek für Kinder kennen. An Enid Blyton kann ich ein wenig erinnern. Viel spannender fand ich die bunten Heftchen, die in der Klasse die Runde machten. Tarzan, Sigurd, Superman, aber auch die gar nicht so kleine Micky Maus. Das Tauschen dieser Heftchen auf dem Wochenmarkt war spannend. Motto: drei Stück geben, zwei Stück erhalten. Die ersten „Romane“, die ich kennenlernte, waren aus dem Bastei Verlag: Western von G.F. Unger. Auf einer Reise nach Hamburg entdeckte ich die Hefte von Jerry Cotton, wohl auf dem Fischmarkt und habe sie eines nach dem anderen abends im Bett regelrecht „verschlungen“ Ja, ja diese Schundliteratur…

Leider habe ich in meiner Schulzeit nicht viel „Literatur“ kennen gelernt. Eine Religionslehrerin las uns von Leon Uris Exodus vor, der mich sehr beeindruckt hat, und ich las das Werk zuhause bis zum Ende, weil in den Religionsstunden dafür keine Zeit mehr war. Irgendwann später, vielleicht auch noch in der frühen Jugend, las ich Romane von C. C. Bergius und von James Clavell, wie Der Shogun oder Tai Pan. Da fand ich das Fernöstliche sehr spannend. Irgendwie gelang auch der Roman 08/15 von Hans Hellmut Kirst in meine Hände. Ich weiß gar nicht mehr so genau ob mir mein Vater diesen Roman zum Lesen gab.

Leider habe ich mich später mit Literatur nur wenig beschäftigt. Lesen ja – aber eigentlich nur die Zeitung oder ein Magazin. Mein Studium hat mich dann ganz gefordert und zum Lesen blieb kaum Zeit.

Beim Schreiben dieser Zeilen suche ich wohl auch den Anschluss an die Literatur, den ich irgendwann verpasst habe. Zufrieden bin ich trotzdem.

Ihr brd

Morgen berichtet I.A. von einem langen ruhigen Fluss, der zu ihrem Mississippi wurde und wie es mit Tom weiterging.

Scans: Ferdinand

Leseerfahrung von AvS – ihr wurde einst angst und bang

Fünf AutorInnen von Berlinab50 bilden ein literarisches Quintett und berichten an fünf aufeinanderfolgenden Tagen über ihre ersten Leseerfahrungen in der Kindheit und wie es dann weiter ging.

Wenn ich zurückdenke hatte ich meine eigenen ersten Leseerfahrungen mit zwei sehr unterschiedlichen Büchern: Auf der einen Seite Heinrich Hoffmanns Struwwelpeter mit den gruseligsten Geschichten vom Suppenkaspar, vom Zappel Phillipp, vom Hans Guck in die Luft und wie sie alle hießen. Meine Güte, mir wird heute noch Angst und Bang, wenn ich an die Bestrafungen denke, die diese Gestalten aushalten mussten. Auf der anderen Seite die beiden Anarchen Max und Moritz von Wilhelm Busch. Den Beiden war kein Schabernack zu abwegig und wenn ich heute darüber nachdenke, dann sind das schon zwei sehr unterschiedliche Lebensbetrachtungsweisen, die mir da als kleinem Kind mit auf den Weg gegeben wurden.

Weiter ging  es mit Hanni und Nanni und ihren Abenteuern im Internat. Diese Geschichten lösten bei mir eine große Sehnsucht nach dieser intensiven Art des Zusammenlebens aus.

Wer mir auch in Erinnerung geblieben ist: Tom Sawyer und Huckleberry Finn sowie die Karl May Bücher .

Ich war immer eine Vielleserin und eine kreuz und quer Leserin: ob Bruce Chatwin oder Dostojeweski, Isabel Allende oder die Manns, TC Boyle oder Dickens, Fontane oder Maarten`t Hart, Böll oder Sinclair Lewis, alle sollten mir Antworten auf die Fragen des Lebens geben. Jane Austen gab mir Halt in einer stürmischen Liebesbeziehung mit Anfang/ Zwanzig, und John Irving, denn er hat Garp erschaffen. Ich habe fast alles von ihm gelesen, aber nichts reichte an Garp heran. Garp beschrieb für mich die Sehnsucht nach einer stillen, ganz tiefen und innigen Liebe. Eine Liebe, auf die man sich verlassen kann, auch wenn das Leben noch so turbulent mit einem umspringt. Diese Sehnsucht erfüllte sich zum Glück durch meinen Mann. Dann kamen die Kinder und die Zeit fürs Lesen war begrenzt. So wurde ich zur Krimi Leserin. Am besten gefiel mir Elisabeth George. Hier ging es neben den Morden auch immer um das Zwischenmenschliche und die Abgründe des Lebens.

Als vorläufig letztes Buch las ich von Elena Ferrante über zwei Freundinnen in Neapel.

AvS

 Morgen geht’s weiter mit brd.

Leseerfahrung von go – sie widerspricht

Fünf AutorInnen von Berlinab50 bilden ein literarisches Quintett und berichten an fünf aufeinanderfolgenden Tagen über ihre ersten Leseerfahrungen in der Kindheit und wie es dann weiter ging.

Ich muss Ferdinand widersprechen: Zugegeben, nicht alles von Gabriel Garcia Marquez hat mich begeistert, aber „Hundert Jahre Einsamkeit“, „Liebe in den Zeiten der Cholera“ oder die „Chronik eines angekündigten Todes“ gehören zu den Büchern, die mich in eine faszinierend fremde Welt entführten, aber das war erst Anfang der 1980-er Jahre…

Zu meinen frühen Leseerfahren gibt es zwei Episoden zu berichten, die meine Leidenschaft für das Lesen exemplarisch belegen:

Ida Bohattas kleine Bücher – vom bösen Knollenblätterpilz, der so ähnlich aussieht wie der Champignon, von den Beerenkindern im Wald und den kranken Mäusekindern. Da war ich vermutlich 6 oder 7 Jahre alt. Neben diesen Lieblingen gab es die Pixibücher, mit denen ich den Umfang meiner ersten Bibliothek vergrößern konnte. Sie waren klein – 10x10cm – hatten wenig Text und viele schöne Bilder. Zusammen mit meiner Schwester erstellten wir unsere eigenen Pixibücher. Um ehrlich zu sein, wir kopierten sie. Wichtiger als der Inhalt war die Buchherstellung selbst – das gleiche Format, der gleiche Umfang und die gleichen Illustrationen.

Später galt meine Leidenschaft Karl May. Ich begann mit Winnetou I. Um die Lektüre wirklich zu genießen, verkroch ich mich in meine Bett-Höhle im unteren Teil eines Stockbetts, mit Decken von der Außenwelt gut abgegrenzt. In eine alte Wolldecke schnitt ich für meine beiden Hände zwei kleine Kreise so ein, dass oben viel Decke zum Abdecken des Oberkörpers und Hals blieb und meine Hände das Buch gut halten konnten. So konnte ich wohlig und warm den Kämpfen Winnetous und Old Shatterhands folgen.

Ich lese noch heute gerne im Bett und ich sammele leidenschaftlich Bücher.

go

Morgen lesen Sie wie es AvS einst angst und bang wurde.

Fotos(c) go

Leseerfahrung von Ferdinand – er liest und liest und…

Fünf AutorInnen von Berlinab50 bilden ein literarisches Quintett und berichten an fünf aufeinanderfolgenden Tagen über ihre ersten Leseerfahrungen in der Kindheit und wie es dann weiter ging.

Den Stein ins Rollen brachte Ferdinand, der deshalb den Anfang machen darf.

Märchen, ja, sie sind wohl für die meisten Kinder die erste Begegnung mit der Literatur. Meine Mutter erzählte sie mir, um mich zum Einschlafen zu bringen, Meist in „entschärfter“ Form. Märchen sind grausam, und als ich sie später selbst lesen konnte, fürchtete ich mich oft, sah bedrohliche Schatten an den Wänden, hörte Geräusche…

Dennoch wurde ich zur „Leseratte“: Fünf Freunde von Enid Blyton und natürlich Comics, wie Micky Maus und Prinz Eisenherz. Man tauschte die Hefte mit Freunden und Mitschülern. Winnetou und Old Shurehand von Karl May fand ich spannend, seine anderen Bücher begeisterten mich nicht. Jack London wurde mein Favorit.

Mit beginnender Pubertät griff ich in den Bücherschrank der Eltern, las Weltliteratur ohne es zu ahnen: Arnold Zweig, Der Streit um den Sergeanten Grischa und Margret Mitchell, Vom Winde verweht. Bei dem südamerikanischen Schriftsteller Amado Jorge (Kakao) spürte ich zum ersten Mal das Spannungsfeld zwischen Mann und Frau, und einen erweiterten Aufschluss gab mir Lady Chatterley von D.H. Lawrence.

Wie viele Bücher ich als Erwachsener las, kann ich nicht sagen. Die Liste wäre vielleicht so lang wie die Geschichten der Scheherazade: Reißer von Simmel und Konsalik, Klassiker von Hemingway bis Thomas Mann und jede Menge Biografien. Doch was immer in Erinnerung bleibt sind die Stilisten, wie Fontane oder Nabokov und die großen Erzähler, von Günter Grass (Die Blechtrommel) bis hin zu Haruki Murakami und Javier Marias. Ja, und am meisten zerfleddert: „Gantenbein“ von Max Frisch…

Und die Langweiler?: Garcia Marquez (Leben, um davon zu erzählen) und Patrick Modiano (Place de L’Ètoile, Eine Jugend). Beide Nobelpreisträger, sorry. Literatur ist eben Geschmacksache.

Ferdinand

Schon morgen geht es weiter mit go

Scans: Ferdinand

Eine vergessene Porzellanmanufaktur

„Kennen Sie Schomburg?“ wollte ich sofort PB fragen, als ich mit großer Begeisterung seinen Bericht über die Sammlerleidenschaft für Isolatoren las. Mir fiel spontan eine Ausstellung im Tiergarten ein, die vor über 20 Jahren unter diesem Motto stand. 1996 zeigte das Heimatmuseum in der Turmstraße eine stadthistorische Ausstellung des außerordentlich engagierten Museumsleiters Bernd Hildebrandt zu der in Vergessenheit geratenen Porzellanmanufaktur Schomburg am Spreebogen in Alt-Moabit. Carl Schomburg gründete hier 1853 -westlich von der Porzellanmanufaktur F.A. Schumann (auf ihrem Gelände baute nach 1886 die Meierei Bolle ihre Auslieferungszentrale)- eine Porzellanmanufaktur. Neben Haushaltsgeschirr wurde sehr bald auch Elektroporzellan hergestellt, denn die Entwicklung von Telegrafie, Telefonie (ab 1881) und Elektrizität hatten eine gewaltige Nachfrage nach Isolatoren geschaffen. Isolatoren in allen Formen und Größen wurden von Schomburg bis 1902 an der Spree produziert. Bereits 1848 hatte Werner Siemens Porzellan als geeignetes Material vorgeschlagen, es dauerte doch noch einige Zeit, bis Porzellan sich gegenüber anderen Materialien durchsetzte.

Die unglaubliche Vielfalt an Isolatoren, die in der Ausstellung gezeigt wurden und die sicher noch im Depot lagern, entstammte dem Grund der Spree. Hildebrandt gelang es, bei der Räumung des Schumann Grundstücks – hier entstand Anfang der 90iger Jahre der Focus-Teleport als Standort für Technologiefirmen- die Bauleitung zu überzeugen, Fundstücke aufzuheben. Als das Spreeufer mit Wasserbaggern bearbeitet wurde, kamen ungeahnte Schätze zum Vorschein-die Spree war die Müllhalde von Schomburg. Der Tauchclub Berlin schickte auf Anfrage zwei Taucher. Bei der Fülle der Funde kam die Idee auf, die Geschichte von Schomburg, die hier zwischen 1853 und 1902 Industrieporzellan herstellten, zu erforschen. Die Firmengeschichte, aber auch die schweren Arbeitsbedingungen der Arbeiter, die eine Lebenserwartung von nur 40 Jahren hatten (Staublunge) und der Kampf um soziale Sicherheit wurden in der Ausstellung thematisiert. 1902 musste die Firma wegen der Beschwerden der Berliner (Dreckschleuder) nach Sachsen aufs Land umsiedeln. Übrigens gibt es auf Anregung eines Schomburg-Nachfahren seit ca. 1960 eine Schomburg Straße in Marienfelde.

Das erst 1987 gegründete Heimatmuseum Tiergarten fiel der Bezirksfusion zum Opfer, Bernd Hildebrandt ging 2004 in den vorzeitigen Ruhestand. Seit 2004 ist das Tiergartenmuseum gemeinsam mit dem Weddinger- und dem Alt- Berliner Heimatmuseum im neu gegründeten „Mitte-Museum“ in der Pankstraße vereint. Das Museum im denkmalgeschützten Schulgebäude von 1864 ist seit Frühjahr 2016 für zwei Jahre wegen Sanierung geschlossen. Vielleicht kann die Ausstellung nach Wiedereröffnung noch einmal gezeigt werden? Ein seltenes, aber die Bedeutung Berlins als Wiege der Elektrotechnik schön illustrierendes Sammelgebiet sollte den Berlinern nicht vorenthalten werden.

Meint mw

 

Isoldes Filmtipps: EMPÖRUNG und´´´´´´´´´ A UNITED KINGDOM

Zwei Filme kommen jeweils im Februar und März in unsere Kinos, die in den 50er Jahren spielen. Anhand von umfangreichen Archivmaterial wird diese Epoche detailliert beschrieben und nachempfunden:

EMPÖRUNG

…die Geschichte einer jugendlichen Rebellion. Nach dem gleichnamigen Erfolgsroman (2008) von Philip Roth auf die große Leinwand gebracht. Er lief bereits während der 66. Filmfestspiele in Berlin unter der Rubrik „Panorama“.

James Schamus (Drehbuch und Regie). USA 2016. 111 Minuten

Kinostart 16. Februar 2017

Marcus Messner (Logan Lerman) bekommt die Möglichkeit an einem College zu studieren und kann sich dadurch den Sorgen seiner Eltern entziehen und muss nun vor allem nicht dem koscheren Metzgergewerbe seines Vaters nachgehen. In Winesburg, Ohio, will er unbedingt der Beste sein…, aber die Konfrontation mit dem erzkonservativen Dekan (Tracy Letts) und der verführerischen Olivia (Sarah Gadon), lassen ihn wider Willen zum Rebellen werden.

Es ist eine tragische Liebesgeschichte und eine beeindruckende philosophische Geschichte über das Dasein und die Dinge, die unser Schicksal bestimmen, tiefsinnig und komisch zugleich… Die Geschichte ist nicht autobiografisch, aber persönlich und tiefgründig, und spiegelt Roths Leben in groben Zügen wider.

Der Filmautor, lässt sich über die literarische Arbeit Roths von Texten Silvia Plaths und Allen Ginsbergs Beat-Poesie inspirieren und somit ist ein reizvoller, liebevoll nachgestalteter Film entstanden, der die Zeit vor der sexuellen Revolution in Amerika, mit ihrem Antikommunismus und ihren Hetznachrichten, dem Koreakrieg, der auf der anderen des Ozeans tobt, vor unseren Augen neu entstanden.

A UNITED KINGDOM

Regie: Amma Asante. Land: Vereinigtes Königreich. 105 Minuten

Kinostart März 2017

Der Film basiert auf außergewöhnlichen, wahren Begebenheiten. Im Jahre 1947 verliebte sich Seretse Khama, König von Bechuanaland (dem heutigen Botswana), in die Londoner Büroangestellte Ruth Williams. Ihre Heirat wurde nicht nur von ihren beiden Familien, sondern auch von den Regierungen Großbritanniens und Südafrikas abgelehnt. Doch Seretse (David Oyelowo) und Ruth (Rosamund Pike) trotzen ihren Familien und dem britischen Empire – ihre Liebe war stärker als jedes Hindernis, das sich ihnen in den Weg stellte. Sie veränderte die Geschichte, die an Spannung und Romantik unvergleichlich ist.

Die Regisseurin des Films, Amma Asante, ist in Stratham im südlichen London aufgewachsen, als Kind ghanaischer Einwanderer. Als „schwarze Britin“ konnte sie die Geschichte aus einer doppelten Perspektive betrachten, als Kind von Eltern, die in einer britischen Kolonie groß geworden sind und miterlebt haben, wie diese Unabhängigkeit erlangten.

Es ist ein außergewöhnlich spannender und reizvoller Film entstanden mit Menschen, die für ihre Überzeugungen kämpfen und nicht zulassen, dass Vorurteile zu Kultur ihrer Länder gehören.

I.A.

Alte Frau im neuen Kranzler

Ich liebe Berlins Kaffeehaus-Kultur. Sie ist für mich in den letzten Jahren immer besser und reichhaltiger geworden. Mittlerweile kann ich sogar den verplüschten Sacher-Sahne-Torten-Cafès etwas abgewinnen. Als ich in den 80er Jahren nach Berlin kam, konnte ich das noch nicht. Das Cafè Kranzler z.B. war für mich der Inbegriff der Spießigkeit. Es stand für alte Menschen, die ihre Langeweile im Filterkaffee ertränkten. Ich glaube, ich war nie dort.

Café Kranzler im Jahr 1969

2017: Luftig…

Ich war auch nicht dort, als es nach Schließung des historischen Cafès im Jahre 2000 nur noch als kleiner Ableger in der Rotunde über dem Geschäft von Gerry Weber betrieben wurde. Nun aber, nach der neuen Eröffnung im Dezember, nach dem Hype um den angeblich besten Kaffee der Stadt und den umstrittenen Betreiber aus Prenzlauer Berg, nun wollte ich es mir doch auch einmal anschauen.

Jetzt bin ich selber eine ältere Dame und endlich fühle auch ich mich im Café Kranzler gut aufgehoben. Mir hat es nämlich gefallen. Auch wenn man nur auf Hockern sitzen kann, auch wenn es keine Kännchen Kaffee gibt, auch wenn das Tortenangebot sehr überschaubar ist, auch wenn es von Hipster-Jungen-Männern betrieben wird. Oder gerade deshalb.

Beim Hineinkommen hat mich die luftige Weite und Helligkeit des Raumes überrascht. Das liegt bestimmt auch daran, dass er nicht übermäßig möbliert ist. Rund um die Rotunde sitzt man an der Fensterfront auf Barhockern an Hochtischen mit Blick auf das Geschehen rund um den Joachimsthaler Platz.

…auf Hockern

Unter den Füßen wuselte das geschäftige Großstadtleben. Ich bin keine Kaffee-Trinkerin, habe mir also einen Tee bestellt, der war ausgezeichnet. Tee und Filterkaffee werden in kleinen Glaskannen auf einem Holztablettchen serviert. Was heißt serviert, man muss sich selber bedienen. Aber auch das finde ich gut, ich mag diese Coffee-Shop Atmosphäre. Man holt seine Speisen und Getränke selber am Tresen ab und sucht sich einen schönen Platz. Entweder an den Hochtischen oder auf der kleinen Empore, dessen Stufen mit Kissen bestückt sind oder einen der kleinen Hocker vor den niedrigen Tischchen. Im Sommer wird man draußen auf dem Balkon sitzen können, was ich mir jetzt schon als sehr anregend ausmale. Das Publikum war an dem Nachmittag angenehm gemischt. Vom Vater mit Kind über einen älteren Herrn, der Zeitung las und zwei älteren Damen, die sich angeregt unterhielten bis hin zu ganz jungen Menschen, war alles vertreten. Das neue Cafè Kranzler ist bestimmt nicht jedermanns Sache. Wenn man ein wenig das moderne, schnelllebige, trendige Berlin erleben möchte, ist man hier genau richtig.

AvS

Fotos(c) AvS, PB

Sammeln – der eiserne Wille

War hier mal was?

Begonnen hat alles in den 1980-er Jahren auf einem Spaziergang durch den Düppeler Forst. Genau genommen auf der Trasse der ehemaligen Friedhofsbahn, die von Wannsee zu den Stahnsdorfer Friedhöfen fuhr. Die nur eingleisige Nebenstrecke war mit dem Mauerbau im Jahr 1961 stillgelegt worden, die morschen Bahnschwellen 25 Jahre später  längst von Bäumen und Büschen durchwachsen. Die Natur holte sich ihr Territorium zurück.

Nichts als Schotter

Den Blick zu Boden gerichtet lief ich mit der von den Bahnschwellen vorgegebenen Schrittlänge und entdeckte dabei in jeder der Schwellen einen kleinen, eisernen Nagel. In deren Köpfe war immer die gleiche, zweistellige Zahl eingeprägt, nämlich die des Jahres, in welchem die Schwellen verlegt worden waren. In diesem Fall die Zahl 37. Die Strecke war zwar schon im Jahr 1913 in Betrieb genommen worden, doch waren die Gleise im Jahr 1937 offensichtlich erneuerungsbedürftig, so dass man sie ausgetauscht hatte.
Ich zog einige der Nägel mit den Fingern heraus, was relativ leicht zu bewerkstelligen war, weil, wie erwähnt, das Holz der Schwellen schon teilweise vermoderte. Schöne Nägel waren das, wie von Hand geschmiedet mit einem Vierkantschaft  und einem runden, angeschmiedeten Kopf, der eben die Jahreszahl trug. Zu irgend einem Zweck würde ich die Nägel sicherlich gebrauchen können. So wanderten sie erst einmal in eine Blechdose im Keller.

Stillgelegt

Damals waren viele S-Bahnstrecken, die unter DDR-Verwaltung standen, von einer Stilllegung betroffen, sie verwahrlosten und die Bahngelände waren frei zugänglich. So entdeckte ich manch weitere Bahnschwelle, die irgendwo herumlag und der ich ihren Jahresnagel stahl. Bald konnte ich gar nicht mehr anders, als beim Anblick von Bahnschwellen, die auch oft als Stufen oder Einfriedungen in Parkanlagen ihre Zweitverwendung gefunden hatten, nach dem Nagel zu suchen, und ein Schweizermesser, um sie herauszupolken, hatte ich mir längst eingesteckt.  So wurde die Blechbüchse schließlich voll von Nägeln verschiedener Jahrgänge. Als ich meine kleine Sammlung einmal einem Freund zeigte, wurde auch der angesteckt und begann zu suchen. Und wer sucht der findet, wie später auch Kollegen und entferntere Bekannte. Sie bildeten sogar Gruppen, die an den Wochenenden stillgelegte Güterbahnhöfe, das Schöneberger Südgelände oder die Gleise des ehemaligen Anhalter Bahnhofs nach Nägeln absuchten.

1908

Es entstanden Konkurrenzen, wer den ältesten Nagel erbeuten würde. Man scharrte in der Erde, fand verrostete Nägel, kratzte mit Drahtbürsten daran herum, um die Jahreszahl freizulegen. Nicht immer gelang die Flucht vor der misstrauischen Bahnpolizei, doch die Polizisten hatten Verständnis, als man ihnen die harm- und wertlose Beute präsentierte. „Aber um Gottes Willen nicht die befahrenen Gleise betreten!“, so mahnten die freundlichen Polizisten. Sie hielten sie die Sammler für harmlose Irre, was irgendwie auch stimmte.
Auch im Ausland wurde gesucht, und so brachte mir ein Freund, der im Entwicklungsdienst arbeitete, sogar einen Nagel aus Togo mit.
Irgendwann einmal war meine Sammlung auf Hunderte von Jahresnägeln angewachsen, manche davon über hundert Jahre alt. Doch einige Jahrgänge ließen sich einfach nicht auftreiben. Die nämlich, in denen keine Bahnstrecken gebaut oder erneuert wurden. So fehlen die Jahrgänge des Weltkriegs 1914-18 und die darauf folgenden Hungerjahre bis etwa 1925 und die Jahrgänge ab 1940 bis 1949.
Eine Häufung hingegen gab es Ende der 1930-er Jahre,  als viele Bahnstrecken und auch die Autobahnen gebaut wurden. Wie man heute weiß keineswegs nur für friedliche Zwecke.
Mit Beginn der 1970-er Jahre war es vorbei mit den hölzernen Eisenbahnschwellen und damit auch mit den Jahresnägeln. Von da an wurden nur noch Betonschwellen verbaut, auf denen übrigens ebenfalls eine Jahreszahl erkennbar ist, nur eben als Abdruck und nicht mehr als Nagel.  Und da eben fand auch meine Sammlung ihr Ende.
Heute umfasst sie nur noch zwei Hände voll. Die Nägel sind teilweise als „Geburtstagsnägel“ verschenkt oder zu künstlerischen Zwecken verwendet worden. Wie gesagt: Jede Leidenschaft hat einmal ein Ende und damit auch diese kleine Serie.

Ihr PB

Fotos(c) PB

Sammeln – die Isolation

Können Sie sich noch an die Telegrafenleitungen erinnern? Sie liefen meist an den Landstraßen oder den Eisenbahnstrecken entlang und wenn man aus dem Fenster des fahrenden Zuges schaute, geriet man leicht in den Rhythmus der aufsteigenden und abfallenden Drähte. Auf – ab – auf – ab…

Die durchhängenden Kabel waren an Porzellanhütchen befestigt, welche auf den Telegrafenstangen saßen wie weiße Spatzen. Oft zwölf, sechzehn oder mehr. Manchmal hatte man am Straßenrand Arbeiter gesehen, die mit Hilfe von Steigeisen auf die Masten kletterten, neue Leitungen zogen oder defekte Drähte austauschten. Die hölzernen Masten rochen nach Teer und im Sommer, bei großer Hitze, bildeten sie schwarze, klebrige „Schweißtropfen“. Das aber kümmerte die stolzen weißen Spatzen, die Isolatoren, nicht. Sie thronten weit oben und genossen den Blick in die Ferne.

Irgendwann müssen die Telegrafenleitungen klammheimlich verschwunden sein, denn heute sieht man sie kaum noch. Die Telefongespräche und Daten werden als digitale Impulse mit Glasfaserleitungen, die unter der Erde liegen, übertragen oder gleich drahtlos über Richtantennen, die auf Gittermasten oder Hochhäusern montiert sind.

Als man die Drähte durchschnitt und die Telegrafenmasten fällte, fielen einige der weißen Isolatoren ab, kullerten in den Graben und entgingen so einem Schicksal, welches man Entsorgung nennt, obwohl ihre Existenz wohl kaum jemandem Sorge bereitet hätte. Wie man Porzellanisolatoren umweltschonend „entsorgt“ weiß ich nicht, doch da sie keine Giftstoffe enthalten ist anzunehmen, dass sie einfach auf eine Müllkippe geworfen werden. Nicht aber jene, die sich im Graben, im hohen Gras, haben verstecken können.

Da blitzte ein solcher Isolator hervor, als ich vor über 30 Jahren an einem stillgelegten Bahndamm entlang ging, irgendwo in Österreich auf einer Urlaubsreise. Mein Sohn und ich machten uns öfter auf die Suche nach irgendwelchen Resten, aus denen man etwas basteln konnte. Ein Schiff aus einem Stück Rinde, einen Drachen aus Holzstäben und einer Plastiktüte. Auch den Porzellanisolator würde man sicherlich irgendwann einmal gebrauchen können, doch bis dahin landete er erst einmal als Briefbeschwerer auf meinem Schreibtisch. Er hatte eine interessante Form und sah dekorativ aus.

Sie erraten es natürlich schon: Es blieb nicht bei dem einen. Am Teltowkanal bei Kohlhasenbrück fand sich ein zweiter, ganz anderer, mit dem Signum der Königlich Preußischen Porzellanmanufaktur, KPM. Ja, tatsächlich stellen große Porzellanmanufakturen nicht nur edles Tafelgeschirr her, sondern auch Industrieporzellan. Warum auch nicht. Weitere Stücke kamen von der Manufaktur Rosenthal und von anderen, mir damals noch nicht bekannten Herstellern.

Die Sammlung wuchs, in meinem Büro fand sich ein geeignetes Wandbord zum Aufstellen und irgendwann wurden die Kollegen aufmerksam und brachten weitere Fundstücke mit, die sie meist mit einem süffisanten Lächeln überreichten. Ein etwas seltsamer Sammler, der Herr Kollege. Briefmarken, Münzen – das hätte man ja verstanden…

Falls Sie mich jetzt ebenfalls für etwas schrullig halten, so muss ich Sie warnen: Sie werden Ihre Meinung revidieren müssen.

Irgendwann einmal kam die Reporterin einer großen Frankfurter Tageszeitung in mein Büro, um mich zu dem besonderen Erfolg des Unternehmens, für das ich tätig war, zu interviewen. Bei dem kurzen Vorgespräch deutete sie auf mein Regal und fragte: „Was ist das?“.

Isolatoren“, so antwortete ich wahrheitsgemäß, und was dann folgte, war ein Interview über das seltsame Hobby, welches dieser Mitarbeiter jener erfolgreichen Firma in seiner Freizeit ausübt. Wie die Geschäftsleitung auf das Interview reagierte, als es kurze Zeit später in der Zeitung erschien, ist mir im Einzelnen nicht bekannt, doch ich glaubte, eine gewisse Reserviertheit zu spüren, wenn ich jemandem aus der Vorstandsetage auf dem Gang begegnete. Man hatte wohl etwas anderes erwartet.

Zurück zur Sammelleidenschaft. Die Isolatoren vermehrten sich wie von selbst in ihren vielfältigen Formen, Bezeichnungen und Materialien. Es gibt welche aus Porzellan, Keramik, Glas, mit unterschiedlichen Aufschriften, Bezeichnungen, Herstellungsjahrgängen und Herkunftsländern. Deutschland, Europa, Amerika und Asien… die Kollegen brachten sie stolz von ihren Privat- und Dienstreisen aus aller Welt mit und es entstand ein gewisser Wettbewerb, wer wohl den am weitesten entfernten Fundort verzeichnen kann. Ein Isolator aus Kuba, der laut Signatur in Thailand hergestellt ist oder einer vom Heiligen Berg Athos, der aus DDR-Produktion stammt – das ist interessant…, doch keine Angst – ich erstickte nicht in Isolatoren. So weit kam es nicht.

Als ich die Firma später verließ, wanderte meine Sammlung, in Pappkartons verpackt, in den Keller. Es gab keinen geeigneten Platz dafür. Meine Frau hatte jeden Gedanken, sie in unsere Wohnung zu verlagern, mit einem leichten Anheben der Augenbrauen im Keim erstickt. Nach Jahrzehnte langer Ehe wusste ich meine Chancen realistisch einzuschätzen.

Zehn Jahre später kam der Entschluss, die Sammlung aufzugeben. Längst hatte ich von einem Sammler erfahren, ungleich größer als ich, der ein Isolatorenmuseum in der schönen Stadt Lohr am Main betreibt. Als Sammler erfährt man schließlich voneinander, und ich hatte sein Museum vor Jahrzehnten, am Anfang meiner Leidenschaft, sogar einmal besucht. Heute ist das Museum mit seinem damaligen Stand kaum mehr zu vergleichen. Es handelt sich um das umfänglichste Isolatorenmuseum Europas, auch, wenn es bisher „nur“ in einem Transformatorenhäuschen untergebracht ist, jedoch erweitert mit einem „Isolatorengarten“ rundherum. Man trifft sich dort, aber auch in anderen europäischen Städten, mit Sammlern aus der ganzen Welt zu Tauschbörsen und zeigt seine Schätzchen. Das Bemerkenswerte ist, es geht nicht um Geld. Man tauscht aber verkauft nicht. Das ist der Ehrenkodex der Isolatorensammler, zumindest derer in Europa, von denen derzeit ca. 35 bekannt sind.

Als ich dem Museumsbetreiber und selbst leidenschaftlichem Sammler meine Isolatoren anbot, war er sofort begeistert. Als Tauschobjekt bekam ich eine Flasche Frankenwein und ein wunderbar gestaltetes Buch über die spektakuläre Isolatorensammlung eines Hochschulprofessors mit Anekdoten über seine teilweise halsbrecherischen Abenteuer, die er beim Sammeln und Erklettern von Masten und Fassaden erlebt hat.

Ich habe meine Meister gefunden, auch wenn ich vor über 30 Jahren wahrscheinlich zu den Pionieren der Isolatorensammler gehörte, freilich ohne es geahnt zu haben.

 

Morgen kommen wir dann eisern sammelnd zum Schluss.

Ihr PB

Fotos(c) Isolatorenmuseum Lohr am Main, PB

 

Sammeln – die Leidenschaft

„Dürfte ich Ihnen einmal meine Briefmarkensammlung zeigen?“ Diese Einladung kennen Sie, liebe Leserinnen, und vielleicht sind sie ihr sogar gefolgt und haben dabei mehr als nur die philatelistische Leidenschaft des Gastgebers kennen gelernt.

Unter einem Sammler, zumindest dem von Briefmarken, stellt man sich einen gebeugten, alterslosen Mann mit Halbglatze und Lesebrille vor, der unter dem Lichtkegel einer Tischlampe mit Hilfe von Lupe und Pinzette versucht, kleine, am Rand perforierte Papierstückchen in dafür vorgesehene Zellophantäschchen zu stecken.

Dieses Klischee ist so richtig wie falsch, denn von Sammelleidenschaften sind nicht nur Männer besessen, nein, auch die Frauen, und die haben wahrscheinlich einst sogar mit dem Sammeln angefangen. Lebensmittelvorräte mussten angelegt werden für entbehrungsreiche Winter oder dürre Sommer, und nützliche Dinge gehortet für Zeiten, in denen Mangel herrschen würde. Wer würde das besser beherrschen als eine Frau? Aus dieser, einst lebenserhaltenden Notwendigkeit, mag sich das heutige Sammeln „unnützer“ Gegenstände entwickelt haben, das Sammeln hat sich verselbstständigt und dient nur noch der Befriedigung eines längst verschütteten Urinstinkts.

Sammelleidenschaft entfaltet sich nicht nur im abgeschiedenen Kämmerlein oder auf Tauschbörsen, nein, auch draußen in der Natur, wie alle anderen Leidenschaften auch, und Sammler können zu Jägern werden, wenn es darum geht, ein neues, begehrtes Stück zu erbeuten.

Jedes Kind entwickelt bereits im Vorschulalter einen Sammeltrieb und stolz zeigt es seinen Eltern seine „Beute“: Steine, Muscheln, Kienäpfel oder Kastanien. Irgendwann beginnt es, die Sammelobjekte nach Größen oder Farben zu ordnen und in Behältnissen aufzubewahren. Zweifellos ein Urtrieb, der nicht nur uns Menschen inne wohnt, auch ein Eichhörnchen sammelt schließlich Nüsse und ein Hamster hamstert.

Auch Sie werden irgendwann in Ihrem Leben etwas gesammelt haben oder sammeln es noch und seien es „nur“ Aphorismen und Gedichte in einem Poesiealbum oder Zuckerstückchen aus nahen und fernen Ländern.

Kürzlich berichtete eine Autorin von Berlinab50 (go) über ihre Sammlung von Adventskalendern [https://berlinab50.com/2016/12/01/weihnachten-rueckt-naeher/comment-page-1/#comment-1050]. Meine Frau hingegen ist stolz auf ihre Sammlung von Eierbechern aus Porzellan, und die Sammeltassen meiner Mutter dienten nicht nur allein dem Zweck des sonntäglichen Kaffeetrinkens, sie präsentierte sie stolz ihren Freundinnen.

Auch ich habe im Lauf meines Lebens mehrere Sammelleidenschaften entwickelt und, wie es mit Leidenschaften so ist, sie auch wieder verloren. Ich sammelte (natürlich!) Briefmarken, deren Reste ich kürzlich einem Freund und Sammler in Neuruppin schenkte und ihm damit hoffentlich eine Freude bereitete.

Erinnern Sie sich an die Zeit, als Apfelsinen noch exotische Früchte waren und jede einzeln in eine Art Seidenpapier verpackt? Ich glättete diese duftenden, mit fremdländischen Motiven bedruckten Papiere, klebte sie auf Karton und heftete sie in einen Sammelordner. Wo ist diese Sammlung eigentlich geblieben?

Später sammelte ich Bierdeckel, runde und eckige, mit den Logos der verschiedenen Brauereien im In- und Ausland. „Rothaus-Brauerei“ stand darauf gedruckt, daneben ein Mädchen mit Schwarzwälder Trachtenhut oder „Lone Star“ mit eben einem einsamen Stern. Beim Betrachten wanderten meine Gedanken in ferne Länder, wie auch beim Sammeln der Zuckerwürfel, die auch Sticks oder Heftchen sein konnten. Damit allerdings war es vorbei, als mir ein Freund aus Holland, der viel in der Welt herum gekommen war, seine komplette Sammlung schenkte, um sie los zu werden. Es waren zu viele und es waren nicht „meine“ Zuckerwürfel. Der Zucker wanderte nach und nach in den Kaffee und die Papierchen in den – ja wohin? – Papierkorb.

In meinem Freundeskreis gibt es einen Schallplattensammler und dabei rede ich nicht von ein paar hundert, nein, von über sieben tausend Vinylplatten. Außerdem Schildkröten-, Elefanten- und Entensammlerinnen. Fotoapparate werden gesammelt, historische Filmprogramme und Radioapparate. Natürlich fallen Ihnen jetzt noch sehr viel mehr Sammelgegenstände ein, ob eigene oder fremde. Über zwei ungewöhnliche Sammelobjekte, von denen Sie vielleicht noch nichts ahnen, möchte ich Ihnen in den nächsten beiden Tagen berichten.

Neugierig? – na das will ich doch hoffen! Schon morgen geht’s weiter.

Ihr PB

Fotos(c) PB