Ein Ausflug in die weite Welt – mitten in der Großstadt

Mein kleiner vierjährige Großneffe war zu Besuch in Berlin. Ich schlug vor, in den Zoo zu gehen. Aber dann gab’s da noch den großen Wunsch, die Geschichte vom GRÜFFELO  im Theater am Winterfeldtplatz ( http://www.hans-wurst-nachfahren.de) anzusehen. … Sie erinnern sich an die kleine Maus ,die, um sich vor den Tieren im Wald zu schützen, das Monster Grüffelo erfindet und plötzlich gibt Grüffelo wirklich…. Zoo oder Grüffelo. Eine schwierige Entscheidung. Doch da das Wetter strahlend war, fiel sie  letztendlich gegen das Waldmonster und für die echten Tiere im Zoo.IMG_6511

Und das war gut so, denn am Ende von fast fünf Stunden war der kleine Karli völlig gefangen von all den Eindrücken, die seine Spielwelt nun mit neuen Tieren bestücken wird.

Ich war Ewigkeiten nicht mehr im Zoo, der allein der gärtnerischen Anlage wegen den Besuch wert ist.  Ich habe mit unter http://www.zoo-berlin.de kundig gemacht und entdeckt, dass Kinder bis 5 Jahre kostenlos das Vergnügen haben (wir mussten keinen Ausweis als Beweis vorlegen, vermutlich wird es aber sinnvoll sein, wenn das Kind sehr groß und fast schon 5 Jahr alt ist). Für die Erwachsenen konnte ich ein online-Ticket buchen und so den „Trick mit der Schlange“ anwenden, heißt: gleich mit dem Ticket durchgehen – ohne Anstehen.

Es gibt auch Führungen – von „Architektur im Zoo“ über „Berliner Schnauzen“ bis zu „Tieren der Bibel“ -, es gibt spezielle für Kita und Schulen und solche für Kindergeburtstags-Gruppen (es gibt sie für verschiedene Altergruppen, ab 5 Jahre). Und es gibt ein Informationsheft mit Übersichtsplan und viel Wissenswertem. Wir haben uns allerdings allein auf den Weg gemacht – ohne Führung, ohne Heft. Am Eingang informierte uns ein großer Anschlag über die Fütterungszeiten und wenn Sie gezielt darauf zusteuern, schaffen Sie vielleicht auch, an einem dieser Ereignisse teilzunehmen. Wir haben es nicht geschafft, weder bei den Eisbären noch den Seelöwen und auch nicht bei den Raubtieren. Einfach, weil alle anderen Tiere auf dem Weg zur nächsten Fütterung so interessant waren, so dass wir immer zu spät kamen. Da muss man dann als Erwachsener loslassen und sich treiben lassen. Ein gute Erfahrung für stress- und termingeplagte Tanten. Anhand der Wegweiser und dem Übersichtsplan, der an jeder größeren Wegkreuzung steht, sind wir dann für viele Stunden von den Eisbären zu den Affen, vom Nashorn zu den Robben, vom Löwen zur Giraffe geschlendert (mit kleinen Kindern ist es sinnvoll, sich einen Bollerwagen für 4 € zu mieten, falls sie irgendwann nicht mehr laufen mögen).

Sehr spannend, für jung und alt, ist zum Beispiel das Nilpferd-Haus. Sie sehen wie die Tiere unter Wasser schlafen, stehen, dann mal wieder den Kopf in die Sonne halten. Und das neue Vogelhaus. Der Neubau besteht aus drei großen Freiflugräumen – Afrika, Australien und Asien –  Sie können durch die Hallen gehen oder den Baumwipfelweg benutzen. So ist man mitten drin im Vogelgezwitscher. Wir setzten uns auf die Bank und konzentrierten uns auf das „Gespräch der Vögel“, nahmen ganz eigenartige Vogellaute wahr, beobachteten ihren Flug von einem Baum zum nächsten, und als sich dann unsere Augen an das Baumgeäst gewöhnt haben, sahen wir viele, sehr unterschiedliche, wunderbar bunte Vögel in den Bäumen sitzen.

Zwei Schritte von „Südamerika“ entfernt sitzen die Kakadus und Aras, die meinem kleinen Karli  wie alte Bekannte vorkamen. Denn der Piratenkapitän hat auch so einen bunten Papagei auf seiner Schulter. Und erst der Geier, ein Königsgeier –  der eigentlich genauso aussieht wie sein Playmobil-Geier im Indianerlager, nur größer.

Für einen Vierjährigen sind das alles enorm viele Eindrücke, also braucht er nach einer Weile eine Pause – und es gibt tatsächlich mitten im Zoo einen herrlich großen Spielplatz. Im nahegelegenen Cafe gibt’s etwas zu trinken, zu essen, eine Toilette und ein paar Postkarten. Wir hatten unser Picknick mitgebracht, fanden eine Bank  am Rande des Spielplatzes und konnten in Ruhe dem Kleinen auf dem Klettergerüst zusehen  – und bald  ging’s wieder weiter.

Immer wieder lustig sind Pinguine zu beobachten, wie die kleinen vorwitzigen Felsenpinguine an den großen, etwas hochnäsig wirkenden Königspinguinen vorbeiwatscheln – das erfreut nicht nur ein Kinderherz. Und dann natürlich der Streichelzoo! Was gibt es IMG_6480Schöneres, als direkten Kontakt zu Tieren zu haben,  sich von einem Ziegenbock das Futter aus der Hand fressen zu lassen – und der Gerechtigkeit wegen dem kleinen schwarzen Zicklein auch noch etwas zukommen zu lassen. Dieses Gemecker, dieses Gewusel. Herrlich!

All das ist ein Genuss, der dem Besucher die Vielfalt der Tiere wieder nahebringt und durch kein Foto, keinen Film und kein Buch zu ersetzen ist.  Die Eindrücke sind vielfältig und für Kinder in vielerlei Hinsicht wichtig und interessant. Da trifft viel Lese-Wissen aus Piraten-, Indianer und Rittergeschichten die Realität. So sind Papageien und Geier eben keine Exoten, sondern gehören in die Vorstellungswelt eines Vierjährigen. Mein Neffe wollte vor allem immer wissen, in welchem Land diese Tiere sonst leben. So begreift er die Welt immer ein Stückchen besser – und auch ich habe wieder ein bisschen dazugelernt. Karli hat es nicht bereut, die echte Tiere und nicht GRÜFFELO getroffen zu haben.

Und noch etwas ist mir aufgefallen: Da wir unseren Besuch bei den wilden Tieren an einem herrlichen Spätsommertag machten, hielten sich die meisten in ihrer Sommeranlage auf  – was für die Nasen von groß und klein sehr viel angenehmer ist als im Winter, wenn die Tiere in den Häusern sind und manch Raubtiergestank einem den Atem nimmt. Also ein rundherum gelungener Ausflug.

Dieser Tag hat mich überzeugt, dass ich nicht bis zum nächsten Besuch eines großen oder kleinen Neffen warten werde, sondern mir bei nächster Gelegenheit eine Jahreskarte leisten,  öfter durch den Zoologischen Garten wandeln und die weite Welt mitten in der Großstadt genießen werde. Zum Beispiel bei einer Führung „Südamerika“…..

Und vielleicht nehmen Sie Ihr Enkelkind, Ihren Neffe, Ihre Nichte  mit auf die große Reise und Sie werden merken, dass  es ein ganz besonderes Erlebnis ist – mit Kinderaugen die Welt zu erobern.

go

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s