Das Prinzip Apfelbaum

Die Überschrift hat mich neugierig gemacht – wäre Ihnen sicher auch so ergangen.

Also habe ich weitergelesen und von einer Initiative erfahren, die es  mir wert erscheint, auch in unserem Blog bekannt gemacht zu werden.

Die Initiative nennt sich  „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“.

Sie hat sich am 13. (!) September in Berlin vorgestellt und besteht aus sechs gemeinnützigen Organisationen (Ärzte ohne Grenzen/Deutsche Lepra- und Tuberkulosenhilfe, Johanniter-Unfall-Hilfe, Fundraising-Verband, SOS-Kinderhilfe, Umweltstiftung Greenpeace).

Ihr Ziel ist es, Hilfe zu bieten für alle, die sich überlegen, wie sie über  das, was sie einmal vererben werden, verfügen wollen. Ich, und ich denke, auch Sie, unsere Leser, gehören wohl zu dieser Gruppe.

Und damit sind wir nicht allein: Eine Untersuchung  der Gesellschaft für Konsumforschung hat ergeben, dass jeder zehnte Deutsche ab 60 bereit ist, mit seinem Erbe einen guten Zweck zu unterstützen. Bei den Kinderlosen sogar jeder Dritte. Mich haben die Zahlen überrascht – bin ich doch bislang davon ausgegangen, dass für die meisten oberstes Ziel ist, das Geld in der Familie zu halten (so sie denn intakt ist. Sollte der Grund sein, dass es eben diese intakten Familien seltener gibt?).

 Aber offenbar bewegt sehr viele doch die Frage: Was bleibt über meinen Tod hinaus? Wie kann ich das, was ich im Leben gut und richtig fand, nach meinem Tod erhalten? Für Kinderlose sind diese Fragen wohl noch wichtiger.

Und noch etwas anderes, für mich ebenso verblüffendes ist bei der Untersuchung  herausgekommen – auch deshalb dieser Hinweis in unserem Blog: Ein Fünftel  der über 60-Jährigen weiß gar nicht, dass sie in ihrem Testament auch gemeinnützige Organisationen bedenken können. Diejenigen, die es wissen, wünschen sich aber sehr viel mehr Informationen und Sicherheiten, um wirklich entscheiden zu können, wohin das Erbe gehen soll.

An eben diesem Punkt setzt die Initiative an: Es sollen eine Internetseite und ein Servicetelefon eingerichtet werden, die zum einen die Idee  des Vererbens für das Gemeinwohl vorantreiben will, und  zum anderen Transparenz, Rat und Vermittlung von Ansprechpartnern bietet.

Berlin ist aber keineswegs Vorreiter: Großbritannien, Österreich, Spanien, Belgien und andere unterstützen diese Kultur des gemeinnützigen Vererbens schon länger.

Gemeinsam haben sie – ebenfalls am 13. September – einen internationalen Tag des Testaments ins Leben gerufen – als globalen Informationstag.

Wir werden verfolgen, wie die deutsche Initiative ihre Ziele umsetzen wird. Ich habe mir das „Prinzip Apfelbaum“  in meinem Ordner: „Für später“ vorgemerkt. Allerdings: Das „Später“ kann schneller kommen als ich es mir vorstelle – vielleicht sollte ich den nächsten Regentag nutzen, nachzudenken.

 

Bu-fa

 

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