Berlin ab 50…

… und jünger

Krank durch Arzneimittel? Kann das sein?

Unser Blog soll natürlich in erster Linie unterhalten – Sie und uns.

Aber wir erleben ja nicht nur Spaßiges oder Skurriles, sondern müssen uns plötzlich mit Problemen auseinandersetzen, von denen wir bislang nichts wussten oder nur wenig.

Und auch darüber  möchten wir uns Ihnen austauschen  – nicht umsonst haben wir den Blog ja mit unterschiedlichen Rubriken versehen, wie z. der Rubrik „Gesundheit“.

Allerdings geht es heute eher um das Gegenteil davon, nämlich um Krankheit und die dann notwendigen Arzneimittel.

Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass sich die tägliche Pillenzahl Jahr für Jahr erhöht? Man merkt es gar nicht einmal sofort, aber plötzlich stutzt man: Sind es wirklich so viele Tabletten, die ich Tag für Tag schlucken muss?

Der Ehemann einer unserer „Blog-Team-Frauen“ hat inzwischen die stolze Summe  von sieben (!) Tabletten pro Tag erreicht. Vier am Morgen, drei am frühen Nachmittag. Und wenn die jeweiligen Allergiezeiten beginnen, kommt die Achte hinzu. Wogegen oder wofür?  Für Symptome, die im Alter nichts Außergewöhnliches sind: Blutdruck, Blutfett, Harnsäure  .. – einiges davon kennt wohl jeder von uns. Und Sie müssen ihn sich auch nicht als Mann mit dem „Kopf unter dem Arm“ vorstellen: Er ist ein ziemlich normaler „Gut-Siebziger“, relativ sportlich, isst gern, raucht dafür aber (nicht) mehr.

In diesem Zusammenhang ist uns aufgefallen, dass in letzter Zeit recht häufig in den Medien berichtet wird, dass ältere Menschen, also Sie und wir, oftmals falsch behandelt werden. Das hat uns beunruhigt, deshalb haben wir ein bisschen nachgeforscht. Und was wir erfahren haben, darüber wollen wir berichten.

Wir, die älterer Generation, sind „forschungsrelevant

In diesem ersten Beitrag soll es um die Erkenntnis gehen, dass  Arzneimittel zum großen Teil mit zunehmenden Lebensjahren ziemlich anders wirken. Das haben inzwischen wissenschaftliche Forschungen ergeben. Diesen letzten Satz sollten Sie nicht überlesen, er ist nahezu bahnbrechend::

Forschungsvorhaben extra für die ältere Generation! Das ist ein Riesenfortschritt! So wie es auch ein enormer Fortschritt ist, dass das Thema „Kinder und Arzneimittel“ untersucht wird. Man hat mittlerweile erkannt, dass es fatal ist, nach der schlichten Methode vorzugehen: für Kinder und Ältere die halbe Erwachsenenportion.

(Man hat wohl eingesehen, dass wir, die Älteren, eine richtig relevante Gruppe sind, um die sich zu kümmern lohnt. Schließlich „wachsen“ wir  ja nach: Ihre Tochter, Ihr Sohn  stoßen irgendwann dazu).

Woran das liegt? Weil nicht nur unser Körper älter wird, sondern unser gesamter Organismus. Unser Stoffwechsel wird langsamer, Nieren und Leber lassen in ihrer Leistungsfähigkeit nach. Das hat großen Einfluss auf die Verarbeitung auch der Arzneimittel: Sie werden langsamer abgebaut, bleiben länger im Körper, werden später ausgeschieden. Dazu kommt, dass die Organe, auf die die Arzneimittel einwirken sollen, mit dem Älterwerden empfindlicher reagieren, mit der Folge, dass die Mittel eine stärkere Wirkung zeigen als in den Jahren, in denen wir noch „mittel-alt“ waren.

Umgekehrt können natürlich auch die Nebenwirkungen bzw. die unerwünschten Wirkungen stärker ausfallen.:

„Start low – go slow“

Aus dieser Erkenntnis hat sich die Regel entwickelt: Start low – go slow!

Was bedeutet, mit niedriger Dosis zu beginnen und  nur langsam zu steigern. Und dies immer unter ärztlicher Kontrolle.

Nun ist es aber nicht so, dass man vorhersagen kann, wann diese schädlichen Effekte beim Einzelnen eintreten, denn das biologische Alter des Organismus ist keineswegs identisch mit Ihren tatsächlichen Lebensjahren.

Die empfindlichere Reaktion der Organe bzw. der Angriffspunkt, die für die stärkere Reaktion verantwortlich sind, liegen häufig im Gehirn. Deshalb kommt es auch zu den typischen unerwünschten Wirkungen, die viele von uns vermutlich kennen: Schwindel, Benommenheit, Schlafstörungen, Unruhegefühl, Verwirrtheit.

Diese Symptome sind nicht leicht abzugrenzen zu denen, die als typische Altersleiden gelten: Dazu gehören eben auch Verwirrtheit, Dämpfung beim Erinnern und Denken, Schlafstörungen, Schwindel. Mit der tragischen Folge, dass nicht erkannt wird, dass die Ursache die Medikamente sind und nicht Alterserscheinungen.

Und was das heißt, lässt sich leicht ausmalen: eine falsche Behandlung! Anstatt die Medikamente und ihre Dosis zu überprüfen, werden wir flugs auf Altersleiden bis hin zur Demenz behandelt.

Eine ganz wichtige, manchmal mit  tragischen Folgen unerwünschte Wirkung ist die Gefahr zu stürzen. Das ist für uns Ältere ganz fatal: Unsere Knochen brechen leichter als in jungen Jahren und das bedeutet auch mehr Komplikationen!

Die Priscus-Liste

Aus der  Forschungsarbeit ist bereits 2010 die Priscus-Liste entstanden. Darin sind derzeit 83 arzneiliche Wirkstoffe genannt, von denen man weiß, dass sie im Alter problematisch werden können. (Wirkstoffname ist nicht gleich Handelsname. In der Liste stehen also keine Handelsnamen, sondern die einzelnen Wirkstoffe, die in dem Arzneimittel enthalten sind – auf dem Arzneimittel selbst findet sich der Wirkstoff auf der Verpackung etwas kleiner gedruckt bzw. im Beipackzettel.

Die Priscus-Liste leistet aber noch mehr – um was es dabei geht, besprechen wir im nächsten Beitrag.

 

Bleiben Sie also „dran“ und klicken Sie immer wieder einmal unseren Blog an www.berlin50.com

Bleiben Sie uns gewogen!

Team Berlin50.com

 

Quellen: Handbuch Medikamente, 9. Auflage, Stiftung Warentest; wikipedia, Priscus-Liste

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