Wien – Berlin: mein Lieblingsbild „Abend über Potsdam“

Über die Qualität und den Rang der Ausstellung (bis 27.1.2014. Mi-Mo 10.00 – 18.00. Das Cafe Dix ist bis 19 Uhr geöffnet) in der Berlinischen Galerie  (Alte Jacobstr. 124 – 128. www.berlinischegalerie.de) gibt es kaum mehr zu sagen als gesagt und geschrieben worden ist. Dass sie auch unter den Besuchern ein Riesenerfolg ist, beweisen die Schlangen, die z.B. an diesem Wochenende zu überwinden waren.

 

Wir haben über sie auch bereits in einem Beitrag berichtet, vor allem über Jeanne Mammen und ihre „Revuegirls“. Die uns im Übri

gen keineswegs  glamourhaft und schon gar nicht glücklich begegnen – im Kern also ein sehr realistisches Bild.

Und bevor ich Ihnen mein Lieblingsbild nenne, warne ich Sie: Die Ausstellung schließt am 27. Januar 2014 – es bleibt also nicht mehr viel Zeit. Verpassen Sie sie nicht, wenn Sie sich für die künstlerische Verbindung dieser beiden Metropolen interessieren. So schnell kommt eine solche umfassende und gut aufbereitete Ausstellung nicht wieder (nach meinem Verständnis als Betrachterin, die Kunst schätzt, aber ganz gewiss nicht sonderlich kenntnisreich ist).

Ich habe die Ausstellung  jetzt schon zum zweiten Mal besucht, vor allem um mein Lieblingsgemälde in diesem besonderen Umfe

ld noch einmal in aller Ruhe anzuschauen.Allerdings war es, wie gesagt, mit der Ruhe nicht sehr weit her: Auch dieses Mal ging es nur im „Stopp and Go-Tempo“ voran, aber das habe ich in Kauf genommen – für Lotte Laserstein und für ihr Werk „Abend über Potsdam“.

Seitdem ich es zum ersten Mal nach seiner Wiederentdeckung gesehen habe, fasziniert es mich. Die Ausstrahlung, die Atmosphäre, die es verbreitet, die Szene, die alltäglich ist, aber dennoch einmalig wirkt, eine Ahnung von Abschied gibt und durch seine Größe und Farbgebung

den Raum um sich herum beherrscht. Das Bild spiegelt die Stimmung einer zu Ende gehenden Epoche und das tut es so eindringlich, aber wiederum so unaufwändig, dass man auch jetzt noch gefangen ist.

Zumindest geht es mir so. Obwohl es einen geselligen Abend unter Freunden darstellt, ist es ein Bild beklemmender Einsamkeit – ein Abschied eben.

Das Bild bleibt in Berlin, auch nach der Ausstellung,weil es von der Nationalgalerie 2010 erworben werden konnte. Dort habe ich es zum ersten Mal gesehen.  Aber es hier in dieser Ausstellung im Kontext mit den Künstlern, die damals die Szenen in Berlin und Wien prägten, istnoch einmal eine neue Erfahrung.

(c) de.wikipedia.org

(c) de.wikipedia.org

Nicht dass Sie mich missverstehen, es gibt noch sehr viel mehr Beeindruckendes, Überraschendes, vor allem auch vieles, was selten gezeigt wird: Zum Beispiel habe ich hier zum ersten Mal Bilder von Erika Giovanna  Klien gesehen, die mir bislang überhaupt kein Begriff war (vermutlich werden jetzt einige von Ihnen aufstöhnen ob dieser Unkenntnis); es gibt,  neben anderen von ihm, das Bild von Egon Schiele „Eduard Kosmack“ zu sehen (der das Porträt im Übrigen überhaupt nicht schätzte), Sehenswertes von Ludwig Meitner und so weiter und so weiter.

Aber der „Abend über Potsdam“ bleibt für mich mein Lieblingsbild.

 IBF

Ein Gedanke zu “Wien – Berlin: mein Lieblingsbild „Abend über Potsdam“

  1. Habe diese Seite erst heute entdeckt und finde sie hoch interessant.

    Ich dachte was hat IBF bewogen das Bild so zu bewundern. Aber wo ist das Bild. Ich habe es gesucht und auch gefunden. Geht hier hin und ihr werdet es finden.

    http://www.schattenblick.de/infopool/kunst/fakten/kfme0053.html

    Auch mir gefällt das Bild. Auch ich habe das Gefühl eine Epoche geht zu Ende.

    Vielen Dank für den Hinweis aber es ist zu weit für mich dort hinzugehen.

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