Berlin ab 50…

… und jünger

Gehen Sie ein Bündnis mit sich selbst ein!

Was andere schaffen, schaffen Sie auch!

Es geht im Folgenden nicht um ein paar Pfund Übergewicht (zumal immer wieder diskutiert wird, wie sich ein Idealgewicht errechnet – auch wenn der BMI (Body- Mass-Index) derzeit die übliche Methode zur Berechnung ist). Es geht vielmehr darum, dass Sie aus essengesundheitlichen, aus persönlichen bzw. psychischen Gründen abnehmen müssen oder wollen. Das ist ein großer Unterschied!

Nun kennen wir alle viele Geschichten über nutzlose Diäten, quälende Rückschritte, den gefürchteten Jo-Jo-Effekt und die grässlichen Gewissensbisse, wenn alle Schwüre wieder gebrochen sind.

Ein weiterer Versuch dieser Art würde ebenso frustrierend enden. Sie müssen es anders angehen.

Sie müssen sich selbst, Ihre Psyche, Ihre Seele mit an den Tisch setzen. Klingt merkwürdig, zugegeben, aber genau das ist es,  was Wissenschaftler herausgefunden haben. Die im  Übrigen  häufig auch selbst über ihre bisherigen Ergebnisse, eine verlässliche Formel für das Abnehmen zu finden, enttäuscht waren. Nichts schien dauerhaft dem Übergewicht, der Fettleibigkeit etwas anhaben zu können (immerhin betreffen sie die Hälfte der Deutschen und jeder Dritte wäre gern schlanker).

Diese Erkenntnis hat ihren Grund: Essen ist aufs Engste verbunden mit Emotionen, Gefühlen, mit Vergangenheit, Erinnerung und auch mit Traditionen.  Erst wenn Sie diese Zusammenhänge erkennen, wenn Sie akzeptieren, dass eine Umstellung von einer auf die nächste Diät, dass der Glaube, Kohlenhydrate seien schuld ebenso wenig hilft wie die Hoffnung, Ballaststoffe könnten es richten, werden Sie zum Kern vorstoßen: Sie selbst sind es, die Ihr bisheriges Leben erst einmal in Ruhe betrachten müssen. Nur wenn Sie Ihre Einstellung gegenüber dem, was Sie bisher ausmachte, verändern, werden Sie in die Mechanismen, die Sie zum Essen verleiten, eingreifen können.

Das, was Sie brauchen, sind also keine neuen Diäten, sondern etwas, was die Psychologie als „Selbstwirksamkeit“ bezeichnet. Ein guter  Begriff , wie ich finde, denn er signalisiert, dass Sie es sind und kein Dritter, der Sie beeinflussen muss.  Also keine Abhängigkeit von anderen, kein Zufall, sondern nur das eigene Vertrauen in sich selbst. Vertrauen darauf, dass Sie selbst etwas bewirken können.

(Ein kleiner Exkurs, falls Sie mehr wissen wollen: Dieses Konzept der Selbstwirksamkeit ist nicht neu, schon über 40 Jahre wird es in den verschiedensten Zusammenhängen eingesetzt. Es ist verknüpft mit dem Namen von Professor Badura. Badura hat vier Quellen ausgemacht, die die Selbstwirksamkeit beeinflussen können. Eigene Erfolgserlebnisse, stellvertretende Erfahrungen, verbale Ermutigung, emotionale Erregung.)

Dieses Vertrauen, dass Sie allein in der Lage sind, Ihr Ziel abzunehmen, zu erreichen, wird sich nicht von heute auf morgen einstellen. Zumal dann nicht, wenn Sie bei Ihren Diäten nur Misserfolge erfahren haben. Aber Sie werden jeden Tag ein wenig zuversichtlicher werden, wenn sich Erfolge einstellen. Und das wird der Fall sein.

Der Anstoß, Ihre Psyche zu Gast zu bitten– das haben Forschungen ergeben –, ist oft ein tiefer gehendes Erlebnis: die Erkenntnis, dass Ihr Leben wie ein Korsett ist, das sie einschnürt. Oder  eine Krankheit, die Sie bedroht.  Beziehungsprobleme und Trennungen.  Aber es müssen nicht immer solche gravierenden Erlebnisse sein: Manchmal genügt schlichter Überdruss an sich selbst: Man will nicht mehr  sein, wie man ist.

Wie schafft man aber den Einstieg in eine vernünftigere Ernährung?  Da helfen nur konkrete Pläne. Einfach zu sagen, ab morgen esse ich weniger – das wird nicht gelingen. Sie müssen sich ganz konkrete alltägliche Situationen überlegen, in denen Sie sich beim Essen anders verhalten wollen als bislang: in der Kantine, zu Hause, bei Freunden, im Cafe, im Restaurant.

Mehr Gemüse und keine weiteren Beilagen, einen Käse, der vielleicht nicht gerade 45 oder 50 Prozent Fett hat, einen mageren Schinken statt der Leberwurst. Sie sollten sich aber auch eher ungewöhnliche Situationen vorstellen – und überlegen, wie Sie sich dann verhalten wollen. Eine Einladung zu einem abendfüllenden Buffet, eine Kaffee- und Kuchen-„Schlacht“ oder was auch immer Ihnen früher die Schwüre abhanden kommen ließ. Das heißt nicht, dass Sie permanent verzichten müssen. Keineswegs. Aber statt zweimal nachzunehmen, bleibt es beim ersten Probieren. Und nicht jedes Gericht muss gekostet werden.

Wenn die Pfunde dann langsam verschwinden, wird dieses Erfolgserlebnis der Selbstwirksamkeit Sie so positiv stimmen, dass Sie keine andere Belohnung mehr brauchen. Denn dieses „Glücksgefühl“, das Sie sich früher durch ein Übermaß beim Essen verschafft haben, erreichen Sie jetzt durch die Erfahrung, dass Sie sich das auch auf ganz andere Weise verschaffen können. Sie wissen dass Sie auch anders handeln zu können als bisher gewohnt. Das ist Ihr neuer „Stimulator“.

Und das wiederum heißt, dass Sie auch sonst im Leben etwas ändern können. Sie müssen nicht immer den alten Bahnen folgen; Sie können Ihre Gewohnheiten, Ihre Überzeugungen selbst überprüfen und das zur Seite legen, was Sie einengt. Stück für Stück, Schritt für Schritt und Pfund für Pfund.

Diese Form, an Gewicht zu verlieren, indem Sie sich sozusagen selbst neu erfinden, ist ein Prozess, der Sie lebenslang beschäftigen wird. Und der ist nicht quälend, sondern belebend und motivierend.

Gibt es eine bessere Form der Eigenverantwortung?

Bleiben Sie uns gewogen.

 

IBF

 

 

P.S. Ein „Nachschlag“: In Studien hat man herausgefunden, dass langsames und bedächtiges Essen mit genussvollem Kauen, mit Messer und Gabel und Ablegen derselben zwischen den Bissen dazu führt, dass Sie 10 Prozent an Kalorien einsparen können. Wenn Sie schlingen und im Akkord essen, werden Sie bestraft und Sie werden sich schneller wieder hungrig führen.

 

(Quelle: ZEITWissen, Psychlogie &Gesundheit, 2013)        

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