Berlin ab 50…

… und jünger

Auch Berlin hat sie …

Die Teekultur ist  im Aufwind

Kaffee to go. Obstsäfte to go. Smoothies to go – alles lässt sich inzwischen  im To-go-Modus auf der Strasse  neben shoppen, telefonieren, simsen „genießen“. Wobei es vielleicht gar kein „Genießen“ ist?

 Das Teetrinken hat sich bislang noch nicht auf diese Weise vereinnahmen lassen – und dass das so bleibt, liegt ganz gewiss auch  uns, den „Teetrinkern“.

Sollten wir dann nicht das besonders verteidigen, was man guten Gewissens als Teekultur bezeichnen kann?

(c) chasefamilychurch.com

(c) chasefamilychurch.com

Berlin ist dafür bestens vorbereitet – die Teesalons mehren sich, werden vielfältiger und vor allem liebevoller. Es sind Oasen im Trubel, die uns Muße bescheren, wenn wir uns darauf einlassen.

Lassen Sie sich überraschen und testen Sie aus, was wir zusammen getragen haben. Vollständigkeit nehmen wir nicht in Anspruch – helfen Sie uns auf die Sprünge, wenn Sie etwas vermissen – berlinab50@gmail.com.

Allerdings: Mit vielen Ländern können wir in der Tradition nur schwer mithalten: Tibets Buttertee, die japanische, chinesische und  britische, die maghrebinische und  türkische (tatsächlich: es gibt nicht nur eine ausgeprägte Kaffee-, sondern gleichberechtigt eine Teekultur)  Teekulturen sind uns voraus.  Schon im 17. Jahrhundert wurden sie dort gepflegt.

Nur die ostfriesische „Teetied“ (bitte nur mitAssam-Tee und mit Kandiszucker) kann zeitlich mithalten.

Im übrigen Deutschland hat die 5-Uhr-Teetime etwa in den 20er Jahren des vorherigen Jahrhunderts in die  Gesellschaft Einzug gehalten– die Engländer haben sie uns beschert.

Mit einem  Vorurteil sollten wir im Übrigen aufräumen:

güls teatimeEs sind nicht nur die älteren Damen und Herren (dazu gehören wir ja auch, merke ich gerade),  die sich zu einem Teenachmittag treffen. Sondern  ebenso junge Leute,  Frauen und Männer, die offensichtlich noch berufstätig sind – und eben auch Damen und Herren unserer Jahrgänge. Diese Mischung aus alt und jung zeigt, dass die Generationen gar nicht so weit auseinander liegen, wie es manchmal den Anschein hat. Und das ist gut so!

Fünf besondere Adressen, die den Afternoon-Tea  besonders aufwändig präsentieren, legen wir Ihnen ans Herz.  Es sind, dies ehrlicherweise vorweg, keine preiswerten Orte, aber sie bieten Besonderes. Und es sollen ja auch besondere Tee-Nachmittage sein.

Da es sich bei den Addressen um große internationale Hotels handelt,  bieten sie dank ihrer großzügig gestalteten Lobbys ein eindrucksvolles Ambiente gratis dazu.

Zum Beispiel in der Tea-Lounge des Ritz-Carlton (Potsdamer Platz). Dort geht es sehr englisch zu. Begleitet von einer individuellen Beratung durch einen „Teamaster“ wird Ihnen eine Kanne  mit frisch aufgebrühtem Tee serviert, dazu eine Etagere mit Sandwiches (von Lachs bis Frischkäse), Kuchen, selbstverständlich auch Scones. Allerdings – wenn Sie Ihre Liebste, Ihren Liebsten dazu einladen wollen, müssen Sie Ihre Geldbörse ein wenig öffnen (36 €. Freitag bis Sonntag gibt es Pianomusik dazu. Jeden Tag von 14 bis 18 Uhr).

Sie können auch in das Hotel Concorde gehen (das aber inzwischen Sofitel heißt).  Auch hier gibt es erst einmal eine Beratung an einer „Teewand“.  Die Etagere ist mit Madeleines, Macarons und Zitronentarte bestückt – also französisch ausgerichtet. Kostenpunkt: 29 € und leider nur freitags und samstags geöffnet (15 bis 18 Uhr, Augsburger Str. 41).

Drei weitere Adressen: Natürlich das Hotel Adlon Kempinski,  täglich 14 bis 18 Uhr (Unter den Linden. 32 €). Und das Hotel de Rome. 14 bis 18 Uhr täglich (Behrenstraße, 34 €). Hotel Regent, 14 bis 18 Uhr (Charlottenstr., 31 €.) Oder Sie fahren ins Schlosshotel Grunewald (Brahmsstraße 10), allerdings müssen Sie dafür einen Sonntag wählen (15 bis 18 Uhr, 35 €).

Diese Aufzählung ist gewiss nicht vollständig. Auf meinen Spaziergängen habe ich ab und an auch bei anderen großen Hotels Hinweise auf Tafeln gefunden, die mit Teatime-Angeboten werben.

Sie können aber auch eine „Teereise“ unternehmen.. Dazu müssen Sie Berlin nicht einmal verlassen. Schauen Sie einmal im Internet unter der Adresse http://kulturreisen-ideen.de/lebensart nach. Dort werden alle Stationen Ihrer Reise beschrieben. Sie können auswählen, welche Sie besuchen müssen.

Und zwei weitere Tipps: Der Berliner Teesalon am Stuttgarter Platz 15 (www.tee-import.de). Oder in der Bleibtreustr. 4  die kleine Boutique: „Paper and Tea“ (www.paperandtea.com).

Fast hätte ich diese Adresse vergessen: die Tadshikische Teestube im KunstHof (Oranienburger Str. 27 www.tadtschickische-teestube.de).

Aber das ist noch nicht alles, was uns als Teetrinker an Angeboten offensteht: Wenn Sie nicht nur Tee genießen, sondern auch ein wenig mit Gleichgesinnten plaudern wollen und noch zu in Englisch  (eine gute Idee, Ihre Sprachkenntnisse aufzufrischen), dann sollten Sie sich zu  den Teerunden im Seniorenclub Herthastraße 25 (nebenbei: wunderschön gelegen!) gesellen. Und dieses Vergnügen können Sie sich des Öfteren leisten, denn es ist sehr preiswert. Die Konversation gibt’s natürlich gratis dazu. Ebenso die Möglichkeit, Gleichgesinnte zu treffen und vor allem mit Ihnen im Kontakt zu bleiben.

Haben wir Sie verführen können? Das wäre schön. Und: bleiben Sie uns gewogen!

IBF

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