Berlin ab 50…

… und jünger

Mein K(r)ampf mit dem Beipackzettel

BeipackzettelIch habe ein neues Medikament vom Arzt verordnet bekommen. Eines gegen Schmerzen durch starke Verschleißerscheinungen im Rücken.

Nichts Besonderes in unserem Alter, nicht wahr? Ich kenne kaum jemanden, der nicht davon betroffen ist – einmal mehr, einmal weniger. Mich hat es ziemlich erwischt.
Also noch einmal einen Versuch mit einem Medikament. .

Als aufgeklärte Patientin weiß ich natürlich: Lesen des Beipackzettels ist Pflicht (zumal dann, wenn der verschreibenden Ärzte offenbar darauf vertraut!)

Großen Gewinn bringt mir das Lesen allerdings (noch) nicht.
Und deshalb bist es ein unerquicklicher Kampf. Eben Krampf!

Dabei sind die Hinweise, was zu beachten ist, welche Nebenwirkungen möglich sind und vor allem, was nicht zusammenpasst (Alkohol ist schon einmal per sei verboten!), selbstverständlich wichtig. Vor allem diejenigen, die für „älteren Patientin“ bestimmt sind. Ich nehme einmal an, dass ich mit über 50 zu eben dieser besonders heiklen Gruppe gehöre (oder doch noch nicht? Die Beipackzettel legen sich beim Alter zumindest nicht fest.).

Ich will jetzt nicht alles aufzählen, worüber ich gestolpert bin, nicht nur jetzt, sondern immer, wenn ich Beipackzettel lesen muss.

„Mit „reichlich Flüssigkeit einzunehmen“ ist dabei noch harmlos. Ein Glas wird wohl ausreichen. Andererseits: Wie groß sollte es sein? Aber seien wir nicht zu kleinlich. Aber halt: Als Beispiel ist in der Packungsbeilage „Wasser“ genannt. Nun gibt es Leitungswasser, Mineralwasser und so weiter. Zufällig weiß ich, dass Leitungswasser am besten ist, weil ganz das ganz gewiss ohne Nebenwirkungen ist. Bei Milch, Säften aus Südfrüchten (z.B. Grapefruit!) kann es problematisch werden. Könnte das nicht auch erwähnt werden?

Schwieriger wird es mit den Krankheiten, bei denen das Mittel nicht eingenommnen werden darf. Die medizinischen Fachvokabeln sagen mir nichts oder nur selten, und selbst wenn in Klammern(!) die deutsche Übersetzung mitgeliefert wird, bin ich nicht sehr viel schlauer. In den meisten Fällen ignoriere ich diese Hinweise – im Vertrauen darauf, dass mein Arzt mir das Mittel nicht verschrieben hätte, wäre es für mich untauglich. Was natürlich viel zu kurz gedacht ist, denn was der eine Arzt von mir weiß, weiß ja der andere nicht. Fragt er mich dann? (Die Funktion der Erstbefragungsbögen habe ich noch nie begriffen: Ich habe noch nie erlebt, dass der Arzt sie studiert, bevor er mit mir spricht. Demzufolge weiß er natürlich auch nicht, welche sonstigen Krankheiten ich habe. Haben Sie es schon einmal anders erlebt? Außer vor Operationen?)

Sehr oft sind regelmäßige Kontrolle von diesem und jenem notwendig. Blutbild, Blutzuckerwerte, Nierenwerte, Augeninnendruck und solche Dinge. Was aber heißt eigentlich regelmäßig? Monatlich oder gar noch kürzere Intervalle, vierteljährlich, einmal im Halbjahr? Wissen Sie es immer?

Ach ja noch etwas: In vielen Beipackzetteln steht aus gutem Grund auch, dass wegen eventueller Wirkungen auf die Nierenfunktion eine Kreatinin-Clerance vorgenommen werden soll. Was das aber ist und wozu das gut ist – das sagen bisher nur die wenigsten Beipackzettel.

Gewichtsangaben – auch ein Thema, bei dem ich stutze. Kinder und Erwachsene werden nach neben dem Alter nach Gewicht bemessen. Ich nehme einmal an, dass das Gewicht für die Dosierung bzw. für Verträglichkeit und Wirkung wichtig ist. Ich weiß aber nie so genau, was für die Dosierung wichtiger ist: das Alter oder das Gewicht. Und so weit hergeholt ist diese Unsicherheit nicht, denn nicht für alle Patienten, ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene, „passen“ diese Normen. Es gibt dünne Jugendliche, dünne Erwachsene, und bei beiden auch die dickere Variante. Was gilt für sie?

Ich will den Beitrag für heute erst einmal hier enden lassen. In der nächsten Folge geht es um die leidige Schriftgröße, um das Falten der Zettel, aber auch um erste Versuche, es besser zu machen. Patientenfreundlicher zu werden. Darüber will ich natürlich auch informieren.

Bleiben Sie uns gewogen – bis zur nächsten Folge.

I.B.F.

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