Berlin ab 50…

… und jünger

Aufgespießt: „Rote Karte“ für die 60+ler! Eine veritable Fehlentscheidung

(c) Werner Salomon

(c) Werner Salomon

Um was geht es? Es geht um Parteipolitik. Über die wir eigentlich in diesem Blog nie schreiben wollten. Aber man sollte nie „nie“ sagen. Denn diese Geschichte gehört hierher und „aufgespießt“.

Sie geht so:
Spielort: Die Fraktion von CDU und CSU.
Hauptakteure: Die Mitglieder in der Fraktion, die über 60 sind. Und die Fraktionsspitze.
Der Plot: Eine Reihe älterer Bundestagsabgeordneter wollte unter dem Motto: „Erfahrung gestaltet Zukunft“ die Gründung einer eigenen Gruppe innerhalb der Fraktion vorantreiben.

Die Begründung – eigentlich einleuchtend: die Erfahrung der langjährigen politischen Tätigkeiten gerade der älteren Fraktionsmitglieder durch die Bildung einer Gruppe zu konzentrieren, da es gerade die Generation der 60+ ist, die zum Wahlerfolg beitrage und beigetragen habe. Folgerichtig sei es an der Zeit – so meinen die Abgeordneten, die sich dafür stark machen -, diese Wähler gezielt durch eine eigene Gruppierung in der Fraktion zu repräsentieren, um so zu demonstrieren, dass auch weiterhin um diese Generation gekämpft wird.

Klingt irgendwie vernünftig. Und rechtschaffen. Zumal dann, wenn man sich anschaut, welche Gruppen es bereits gibt: Insgesamt sechs: den Parlamentskreis Mittelstand, die Arbeitnehmergruppe, die Vertriebenen, die Arbeitsgemeinschaft Kommunalpolitik, die Gruppe der Frauen und die Junge Gruppe.

Ist es dann nicht tatsächlich an der Zeit, auch unserer Generation ein konzentriertes Sprachrohr zu verschaffen? Ich meine ja, auch wenn ich die jeweiligen Arbeiten dieser Gruppen und ihre Schlagkräftigkeit nicht durchschaue. Aber es ist anzunehmen, dass sie einiges bewegen und anregen können, andernfalls würden ja auch diese schon bestehenden Gruppen überflüssig sein.
Im Übrigen – im Hinblick auf Parteipolitik: Ich würde ich genauso denken, wenn andere Fraktionen sich so verhielten, ganz gleich welcher Couleur.

Aber nein: Die Fraktionsspitze sagt: Gab es noch nie, gibt es nicht und wird es auch nicht geben. Also „rot“ für den Antrag oder klarer gegen den Antrag.

Was übrig bleibt: Gesprächskreise – ja, die sind zugelassen und es gibt sie.
„Nun seid damit zufrieden, um Himmels willen: Es gibt doch gerade jetzt genügend Wohltaten für die Älteren!“ – So ungefähr der Tenor der Absage.

Ich meine: eher „Rot“ für die Fraktionsspitze.

Bleiben Sie uns gewogen!

I.B.F.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 03.04.2014

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