Bücher – Reisen

Ich weiß nicht, ob Sie das kennen , aber ich habe „Phasen“ – die letzten Wochen hatte ich die Phase der Lesungen…

Begonnen hat sie am Tag der Eröffnung der Buchmesse, allerdings nicht in Leipzig, sondern in Berlin – in der Lettretage in Kreuzberg http://www.lettretage.de. Dort fand eine Buchpremiere statt – aus ihrem neuen Roman DER HIMMEL IST EIN TASCHENSPIELER las Tanja Langer und ihr Coautor David Majed. bücher2JPGEine interessante deutsch-afghanische Familiengeschichte, die die renommierte Romanautorin aus Berlin und der Entwicklungshelfer in Kabul über eine Entfernung von tausenden km hinweg gemeinsam geschrieben haben. Mehr an Hintergrundinformation und ein Tagebuch aus Kabul findet man unter www.der-himmel-ist-ein-taschenspieler.blogspot.com. Es war eine sehr interessante und inspirierende Lesung inklusive afghanischer kleiner Fingerfood-Spezialitäten. Das Buch liegt nun auf meinem Nachttisch und wartet auf Lektüre…

Ein paar Tage später fuhr ich zur Leipziger Buchmesse. Ich mag diese Atmosphäre und für alle, die Bücher mögen, ist es ein herrlicher Ort, sich mit Verlagen und Neuausgaben zu beschäftigen – und mit Mangas. Die Fans ziehen manga2kostümiert durch die Hallen und man staunt schon, wie viel Fantasie und Liebe in die Kostüme gesteckt wird. Ein Erlebnis für sich. An jeder Ecke gibt es Lesungen und Gespräche mit Autoren und Verlegern.

Unter anderem hörte ich Denis Scheck zu, der sein „Druckfrisch“ dieses Mal auf die Buchmesse verlegte – und er schwärmte von dem Wiener Autor Heinrich Steinfest, der inzwischen seit vielen Jahren in Stuttgart lebt, und seinem neuen Roman DER ALLESFORSCHER – er war geradezu enthusiasmiert von diesem wundervollen Buch.

Also fahre ich zwei Wochen später in die Backfabrik in der Saarbrücker Strasse, gleich hinterm Alexanderplatz , wo Denis Scheck seinen so sehr geschätzten Autor Heinrich Steinfest in der Clinker Lounge http://www.backfabrik.de/clinker_lounge.html mit eben jenem Buch dem Berliner Lesepublikum vorstellte.
Ein interessanter Ort, eine alte Backfabrik, die sich die Gebrüder Aschinger Ende des 19. Jahrhundert errichten ließen und von hier aus belieferten sie ihre über die ganze Stadt verteilten Eckkneipen mit Erbsensuppe und Schrippen – dem Fast-Food der damaligen Zeit. In diesem schön renovierten Industriegebäudekomplex gibt es auch diese Event Location , die Clinker Lounge.

Ein Leseort mit Atmosphäre, auf der kleinen Bühne sitzen Denis Scheck und sein Autor, der dann auch nach Einführung und Gespräch mit seinem Mentor aus dem ALLESFORSCHER lesen durfte. Der Inhalt sei kaum wiederzugeben, sagte Scheck schon in Leizpig, Steinfest sei ein Meister des skurrilen Sprachbilds. ich bin gespannt. „Sixten Brauns vollkommen normales Managerleben implodiert, als in Taiwan ein Wal explodiert und Sixten von irgendeinem Teil des Wal-Innenlebens k.o. geschlagen wird. Kaum aus dem Krankenhaus entlassen, stürzt er mit dem nächstbesten Flugzeug ab – und überlebt abermals. Doch nicht ohne zwischendurch die große Liebe erlebt zu haben. Und so kommt er Jahre später – Sixten hat sich längst vom Manager zum Bademeister gewandelt – zu einem Kind, das auf gar keinen Fall sein eigenes sein kann, es dann aber plötzlich doch ist: ein frisch verwaister Junge namens Simon, der nicht spricht, außer in seiner eigenen, nur ihm selbst verständlichen Sprache. Ein Junge, der sich als ganz ungewöhnlich talentiert in ganz ungewöhnlichen Bereichen erweist: Er kann klettern wie eine Gämse und zeichnen wie Leonardo da Vinci. Auch liegt es an Simon, dass sich so manche Gerade in Sixtens Leben zum Kreis schließt .“ so steht es auf der Verlagsseite…..

Wieder war Herr Scheck höchst amüsiert, so sehr, dass man ihm ansah, wie er sein Lachen beherrschen musste und innerlich zitterte. Es gab noch ein paar Insider (ob Exil-Stuttgarter oder Steinfest/Scheck-Fans konnte ich nicht herausfinden), die sich königlich amüsierten, mich hat es leider nicht wirklich neugierig gemacht… und so landet dieses Buch nicht auf dem zu lesenden Bücherberg auf meinem Nachttisch.bücher
Aber zumindest war es eine interessante Ortsbesichtigung und Herrn Steinfest kenne ich nun auch, weiter wird mich diese Lesung nicht mehr beschäftigen.

Einen Tag vorher war allerdings die Enttäuschung wesentlich grösser, ja eigentlich war es fast ärgerlich. Eine Buchpremiere in KAHRMANN’S OWN, das Cafe eines Schauspielers im Prenzlauer Berg: schon lange habe ich nicht mehr so viel Lust- und Lieblosigkeit eines Gastgebers (der auch einen Text gelesen hast) kennengelernt. Das ärgert mich vor allem für die Autoren, die so viel Nerven, Energie und Liebe in ihre Texte stecken und die eine entsprechende Veranstaltung verdient hätten. Die eine oder andere Geschichte werde ich aus DER KUSS DER GRÜNEN FEE – KRIMINELLE ABSINTH GESCHICHTEN sicherlich lesen. http://www.dryas.de/kuss-der-gruenen-fee.

Und dann gab’s noch eine Lesungen der sehr engagierten Schleicher’schen Buchhandlung in Dahlem. Mit der Vorstellung von Dieter Richters DAS MEER- GESCHICHTEN DER ÄLTESTEN LANDSCHAFT wurde das 50jährige Bestehen des Klaus Wagenbach Verlags gefeiert. https://www.wagenbach.de/buecher/demnaechst-erscheinen/titel/943–das-meer.html. Mit einem interessanten Gespräch, vorgelesenen Passagen, die neue Einblicke gewähren, und danach einem Glas Wein in der Buchhandlung. Diese Lesung hat mich neugierig gemacht und – das Buch schenke ich meinem Liebsten zu Ostern, damit ich es später auch lesen kann.

Und vergessen hätte ich fast das „Salongespräch“ im Cafe Einstein unter den Linden. Gerald Uhlig-Romero unterhielt sich mit Else Buschheuer, auch über ihren neuen Roman ZUNGENKÜSSE MIT HYÄNEN, aber eben nur „auch“. Daher weiß ich nicht, ob mich dieses Buch wirklich interessiert. Obwohl, ich lese sie gerne...http://www.aufbau-verlag.de/index.php/zungenkusse-mit-hyanen.html

Diese Phase der Lesungen ist erst einmal wieder vorbei, Lesestoff gibt es genug und all die Anregungen müssen ja auch erst einmal verdaut werden…
Interessant sind ja nicht nur die einzelnen Bücher, die vorgestellt werden, sondern auch all die so unterschiedlichen Autoren, Lese-Orten und Moderatoren. Man kommt rum in Berlin -und wieder stelle ich fest

Berlin ist bunt – bleiben Sie neugierig.

go

 

Ein Gedanke zu “Bücher – Reisen

  1. Inspiriert durch diesen Beitrag freue mich mich schon auf mein Rentnerdasein! Dann kann ich so interessante Lesungen auch problemlos wahrnehmen und die neben meinem Bett gestapelten ca. 150 Bücher lesen!
    Gi (62).

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s