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… und jünger

Beipackzettel – praktischer Teil

beipack einnahe Und nun zum dritten Teil, der Ihnen vielleicht hilft, mit Medikamenten problemloser umzugehen. (Beipackzettel sollten Sie immer aufheben und vor allem vor der Einnahme genau lesen.)

Das Einnehmen von Medikamenten kann manchmal zum Problem werden. Nämlich dann, wenn es sich um „Großkaliber“ handelt oder wenn Sie aus welchen Gründen auch immer an Schluckbeschwerden leiden. (Leider muss man im Beipackzettel manchmal lange suchen, bis man die Informationen zur Einnahme unter den vielen anderen entdeckt!)
Das vielzitierte große (!)  Glas Wasser kann helfen und auch der Rat, das Mittel möglichst im Stehen zu schlucken. Es rutscht dann ganz einfach besser.
Darüber hinaus dient das Wasser dazu, den Wirkstoff zu verdünnen, um die Belastung der Magenschleimhaut gering zu halten. Auf jeden Fall sollten Sie wirklich Leitungs- oder stilles Wasser benutzen, keine Säfte und Ähnliches.
Wenn auch das nicht hilft: Schlucken Sie das Mittel zusammen mit einer zerdrückten Banane, einem Brei – danach natürlich wieder das Glas Wasser.
Funktioniert auch das nicht gut, gibt es noch die Möglichkeit, mit dem Apotheker nach einer anderen Darreichungsform zu suchen, denn so manches Mittel gibt es auch als Pflaster oder Lösung.
Eines ist für die Einnahme ganz entscheidend: Therapietreue, auch wenn Sie meinen, es ginge Ihnen wieder gut. Das ist ganz wichtig für Antibiotika und für Blutdrucksenkungsmittel – Sie müssen sich unbedingt an die Vorschriften halten. Bei manchen Wirkstoffen müssen Sie sich auch „ausschleichen“, d.h. die Dosierung wird langsam reduziert
Tabletten teilen? Wenn sie wirklich geteilt werden müssen, weil sie in der geringeren Dosis, die Sie benötigen, nicht angeboten werden, klappt das mit einem Messer nicht, auf jeden Fall nicht korrekt. Sie können dann nicht davon ausgehen, dass die Hälften jeweils die gleiche Dosierung haben. In dem Fall hilft nur ein Tablettenteiler aus der Apotheke.
Filmtabletten (also Tabletten mit einem Überzug, dürfen überhaupt nicht geteilt werden. Bei Kapseln besteht der Überzug aus Gelatine, auch sie darf nicht zerschnitten oder aufgebrochen werden.
Der „richtige“ Zeitpunkt: Bei vielen Tabletten ist der Zeitpunkt wichtig, an dem es einzunehmen ist. Sie sollten ihn möglichst genau einhalten und zwar regelmäßig. Wenn Sie es einmal vergessen, nehmen Sie die nächste zum vorgesehenen Zeitpunkt, ein Nachholen ist meist nicht sinnvoll und kann sogar gefährlich sein
Sonneneinstrahlung und Medikamente: Manche Wirkstoffe machen die Haut für Sonneneinstrahlungen empfindlich. Das steht dann im Beipackzettel und Sie sollten in dem Fall wirklich konsequent auf Sonnebäder verzichten – Ihre Haut und deren Aussehen werden es Ihnen danken.
Allergien auf Arzneimittel sind keinesfalls selten. Hinweise dazu gibt auch der Beipackzettel. Schwierig ist es aber, sie von unerwünschten Nebenwirkungen zu unterscheiden. Sie sollten also vor allem bei Reaktionen der Haut (Ausschlag, Juckreiz) Ihren Arzt befragen. Bei Schwindel, Schweißausbrüchen müssen Sie sofort den Arzt aussuchen bzw. den Notarzt rufen – es könnte sich um einen allergischen (anaphylaktischen) Schock handeln. Wenn Sie einmal auf ein Medikament allergisch reagiert haben, dürfen Sie es nie mehr einnehmen, auch keine anderen, die denselben Wirkstoff enthalten.

Nun zur Verpackung – da ist allerlei vermerkt:
Erst einmal natürlich der Handelsname, unter dem Sie das Medikament in der Apotheke kaufen bzw. der auf dem Rezept vermerkt ist.
Darunter dann der Wirkstoff bzw. die Wirkstoffe. In einigen Fällen sind Handelsname und Wirkstoff gleich bzw. der Wirkstoff ist Bestandteil des Namens.
N1, N2 …. Damit wird die Packungsgröße bezeichnet. N1 ist die kleinste Größe.
Außerdem finden sich noch die Zulassungsnummer, das Haltbarkeitsdatum und ob es sich um ein verschreibungspflichtiges Mittel handelt.
Der Begriff „mono“ bedeutet, dass nur ein Wirkstoff enthalten ist, im Gegensatz zu Kombipräparaten, die aus mehreren Wirkstoffen zusammengesetzt sind. Kombipräparate können, müssen aber nicht sinnvoll sein. Das muss der Arzt genau abwägen.
Retard bedeutet, dass der Wirkstoff langsam freigesetzt wird, er wirkt dann länger.

So, damit soll der kleine „Kurs“ in Sachen Beipackzettel beendet sein.

Sie haben hoffentlich ein wenig davon profitieren können. Wir werden sicher weitere Gesundheitsthemen aufgreifen – bleiben Sie uns also treu und gewogen.

I.B.F.

Quelle: Handbuch Medikamente, Stiftung Warentest; FAZ am Sonntag, 9.02.2014

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