Aufgespießt: Dreckmist, shit, geil …

 

Nein, das ist nicht aus dem Vokabular pöbelnder pubertierender Jugendlicher, die ihre Antihaltung in der Sprache austoben.

Und kackschiss, verkackt, Tittenbonus – auch das kommt aus anderen Mündern.

Es ist die Sprache der „Piratenpartei“. Zumindest zu einemTeil. Die „Nerdsprache“ – das ist ihre Sache. Und sie soll wohl zeigen, wie nah (!)die Partei an den Menschen ist. Dass sie ihre Sprache spricht. Und vor allem: Dass sie für jedermann verständlich sprechen.

Meine Sprache ist das nicht und würden meine Enkelkinder so lustvoll, wie offenbar Vertreter dieser Partei, mit diesen Vokabeln umgehen – ich glaube, ich würde ziemlich drastisch werden. Denn die Sprache, auch die der Politik, sollte nicht verkommen. Gerade und auch Politiker sollten, wenn sie sich öffentlich äußern, fähig sein, ein bestimmtes Niveau zu halten. Und sollte „verständlich zu reden“ nur mit provozierenden Vokabeln, die schon ziemlich unter die Gürtellinie zielen, möglich sein, dann ist das ein ziemlich schmachvolles Ergebnis.

Und: Geht es nicht um eine Vorbildfunktion? Auch bei den neuen, noch nicht etablierten Parteien? Muss die Andersartigkeit unbedingt mit einer Fäkalsprache demonstriert werden?

Im Übrigen: In ihren Wahlprogramm und parlamentarischen Reden unterscheiden sich die Piraten keineswegs so sehr von der Sprache der etablierten Parteien – das haben Untersuchungen der Universität Hohenheim ergeben. Die Verständlichkeit ist genau so gut oder schlecht gegeben wie bei den anderen.

Liebe Piraten, tobt doch Eure Andersartigkeit in konzentrierten Aktionen, Programmen und mit ein bisschen mehr Professionalität aus!

Natürlich: Auch andere Parteien konnten und können kräftig zuschlagen, wenn es um den politischen Gegner geht. Keine Frage. Aber trotzdem lagen darin immer noch ein gewisser Geist, ein bisschen Witz und die Fähigkeit zur Sprachschöpfung. Ich erinnere mich sogar ganz gern daran. Ein paar Beispiele?

Ewig unvergessen wird bleiben, dass Herbert Wehner Herrn Wohlrabe als Überkrähe tituliert hat. Auch Schwachmatiker für Wolfgang Clement ist eine nette Schöpfung.
Der Satz von unserem ehemaligen Außenminister Joschka Fischer: Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch – nun ja, an der Grenze. Aber immer noch die äußerliche Form wahrend („mit Verlaub“ und „Herr Präsident“ – der Rahmen stimmt doch noch?!).
Ziemlich drastisch dann allerdings die Umbenennung von Herrn Todenhöfer in Hodentöter.
Von Holzköpfe und anderen leichter wiegenden Verbalinjurien ganz zu schweigen.
Aber eben keine Fäkalsprache und schon gar nicht in dieser Massierung.

Was meinen Sie?

Bu-Fa

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s