Berlin ab 50…

… und jünger

Ein Mythos wird entlarvt!

 

Ein Fisch ist doch nur ein Fisch …

…und nicht die Wunderwaffe für unseren Blutdruck und gegen unsere verdickten, verhärteten Arterien. Weder glättet er die Gefäße noch gibt er ihnen die Geschmeidigkeit zurück.Besuche 029
Herzinfarkte nehmen auch nicht ab, auch nicht ihre Wiederholungsrate wenn wir fischreich und vor allem fetten Fisch essen. Das gilt im Übrigen auch für Fischölkapseln – wir können sie von unserer Tut-mir-gut-Liste streichen.

Woher diese überraschende Erkenntnis, die dem Fisch seine vorbeugende Wirkung nimmt?

Anlass ist eine neue qualitative „Studie der Studien“, die zu dem Glauben an die Wunderkraft von Fisch geführt haben. Und dabei hat sich Erstaunliches ergeben:

Diese besagten Studien wurden Anfang der 1970er Jahre hauptsächlich in Grönland durchgeführt. Aber – das wurde bislang ignoriert – es ging dabei zum einen gar nicht um die Häufigkeit von Herzerkrankungen, sondern ganz allgemein um Ernährung. Zum anderen war die Zahl der Untersuchten viel zu klein, um repräsentativ zu sein. Trotzdem kam man zu dem Schluss, dass die Ernährung, die vornehmlich aus Fisch, Wal und Seehund bestand, ausschlaggebend war für die geringe Rate an Herzerkrankungen.

Wie diese gedankliche „Volte“ zustande kam, ist ziemlich leicht erklärt: Für die damaligen Untersuchungen wurden die Sterbedaten herangezogen, die auswiesen, dass die Todesursache ein Herzinfarkt war. Da die Menschen in Grönland aber zu der Zeit kaum Zugang zu medizinischen Diagnosen und Behandlungen hatten, können diese Sterbedaten gar nicht ausreichend und aussagekräftig sein. Das heißt, man kann davon ausgehen, dass die Mehrheit der Todesfälle nie offiziell untersucht wurde. Das heißt: Die Schlussfolgerungen aus diesen Studien sind schlichter Trugschluss.
Oder anders: Inuits (oder Eskimos, wie sie damals noch genannt wurden) sind keineswegs gesünder, sondern ganz im Gegenteil: Sie sind kränker und leben rund zehn Jahre kürzer. Was wiederum an der Ernährung mit überwiegend tierischen Produkten liegt.

Langer Rede kurzer Sinn: Die damaligen Studien können nicht für den Beweis herhalten, dass fettreicher Fisch uns vor Herzerkrankungen schützt. Und das gilt auch für Fischölkapseln.
Darüber hinaus: Aktuelle Studien haben zum Teil das Gegenteil bewiesen: Zu viel Fisch und zu viele Kapseln können eher schädlich sein. Denn wie immer: Die Dosis macht’s.

Was bleibt? Für die Fischölkapsel-Industrie heißt es: Neue Argumente müssen her!
Für uns bedeutet es: Vielseitige Ernährung, Bewegung (mäßig reicht, aber regelmäßig) und entspannt leben!

Bleiben Sie uns trotz der betrüblichen (?) Nachricht gewogen.

I.B.F.
(Quelle: u.a. SZ 3./4. Mai 2014; Canadian Journal of Cardiology online vom 14.04.2014)

 

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