Berlin ab 50…

… und jünger

Wir müssen uns trennen!

Eines der schwierigsten Aufgaben, weil emotional stark belastet, ist eine Wohnungsauflösung.
Denn es geht ja nicht um die „Dinge“, sondern um die Erinnerungen, die damit verbunden sind. Auch wenn es nicht immer die besten sind, sie haben unser Leben geprägt. Und jetzt steht plötzlich die Entscheidung an: Auflösen! Wegwerfen, verschenken, verkaufen? Oder behalten?
Wir mussten die Wohnung unserer Eltern auflösen – und zwar kurzfristig. Vermutlich war das gut so, damit waren wir gezwungen, uns einen „Plan“ zu machen.

Behalten:
Dafür gibt es keine Regel, keine Hilfe – jeder muss das selbst entscheiden.
Schwierig war es mit den Dingen, die zu unseren Eltern gehörten. Die aber trotzdem keinen Platz bei uns finden konnten. Wir haben Fotos von ihnen gemacht.
Und dann eben doch entsorgt.

Verschenken:
Man sollte sich gut überlegen, was man verschenken will. Denn manchmal ist die persönliche Erinnerung noch das Beste an dem Stück – und davon hat der Beschenkte nichts. Für ihn ist vielleicht nur alter „Krempel“.

Verkaufen:
Gelernt haben wir: Möglichst immer direkt dort abgeben, wo es gebraucht wird. Beispiel: Kaffeemaschine, Wasserkocher, vielleicht auch große 2013-05-17 22.37.21Töpfe, – das alles kann für Bahnhofsmissionen, Kältestuben, soziale Mittagstische nützlich sein (Geschirr, das angeschlagen ist, blinde Gläser usw. gehören in die Tonne! In die passende!)
Altes, intaktes schönes Holzspielzeug (Eisenbahnen und Co) – so manche Kita könnte sich darüber freuen. Aber: Vorher fragen, nicht einfach vor die Tür stellen!)
Wenn Sie im Internet nach passenden Adressen suchen: Stichwörter sind: Kindergarten, Jugendclub, Bahnhofmission. Oder Sie nutzen das „Bürgertelefon“.

Möbel:
Sie sind ein schwieriges Thema: Vieles in den Wohnungen unserer Eltern oder in unserer eigenen hat sich durch die Ikea- und Co-Welt überlebt. Dafür gibt es selten Abnehmer, auch nicht, wenn Sie sie verschenken. Zu groß, zu klobig, zu dunkel. Das gilt auch für Sozialstationen. Auch sie haben ein zu großes Angebot an Möbeln und zu wenig Nachfrage. Und schon gar nicht genug Lagerraum. Bleibt also nur entsorgen.

Alte oder antike Stücke:
2013-07-02 07.17.37Auch wenn sie einer ehemals beliebten Epoche entstammen: Sie zu verkaufen, ist trotzdem schwierig. Die Käufer sind rar geworden und die Antikhändler zurückhaltend. Zudem ist es oft so, dass wir den Wert eines antiken Möbelstücks völlig überschätzen, denn auch Antiquitäten haben ihre „Moden“.
Sehr viel einfacher ist es, für Kleinmöbel Käufer zu finden: Einen Sekretär, einen Tisch, Stühle – das alles läuft auch zurzeit recht gut.

Besonders „leichtgängig“ sind Gemälde und Schmuck. Wenn sie „richtig“ wertvoll sind, sollten immer zwei Gutachten eingeholt werden. Wenn Sie Fotos zusenden, sind Händler und Auktionshäuser auch bereit, „Fernschätzungen“ vorzunehmen; für 100 bis rund 200 € ist ein persönlicher Besuch des Händlers möglich.
Erste Informationen über Preise finden Sie auf den Internetseiten: www.markt.de; www.62days.com und www.schaetze24.de

Geht es um Möbel, die noch keine 100 Jahre alt sind, dann sind Internet -Plattformen die bessere Wahl.
Sie können im Übrigen anonym bleiben, indem Sie nur Ihre eMail-Adresse angeben und auch nur den ungefähren Ort angeben (Name und vollständige Adresse sind nämlich nicht zwingend notwendig.) Telefonnummer? Wenn Sie es gern und oft klingeln hören wollen, nur zu.Wenn Ihnen Handfesteres lieber ist: „Schwarze Bretter“ gibt es immer noch: Supermärkte, Einkaufszentren – sie alle haben sie noch.

Eine andere Möglichkeit: Ankaufportale. Gewerbliche Händler kaufen über diese Portale Gebrauchtes an – in der Regel Bücher, DVDs, Videospiele. Für KleidungIMG_0225 gibt es weniger Ankäufer, ebenso wie für Elektrogeräte. Und so funktioniert es: Mit einer App etwa von Momox und rebuy (es gibt noch andere) scannen Sie den Strichcode ein. Auf Aufkäuferportalen wie www.werzahltmehr.de und www.recyclingmonster.de können Sie vergleichen, wer am meisten zahlt.
Adressen: www.rebuy.de; www.momox.de; www.recyclingmonster.de

Weitere Möglichkeit: Internetauktionen , sie können eine ganz lukrative Möglichkeit sein: Inserat mit Foto – mehr ist nicht notwendig: Internetadressen: www.ebay.de; www.fairnopoly.de; www.hood.de

Bücher
Regalmeterweise im Laufe des Lebens angehäuft, lieb gewonnenen und soIMG_1254 manche – wie man glaubt – Rarität darunter. Wegwerfen – das konnten wir erst einmal gar nicht. Also verschenken oder verkaufen.
Verschenken: Dafür gibt es Schenkbörsen online. In manchen Städten auch „Giveboxen“ und „Bücherschränke. Suchbegriffe fürs Internet: Verschenkmarkt, Verschenkgruppe, Freecycle, Bücherschrank, Givebox. Neuerdings werden immer mehr ausrangierte Telefonzellen zu Giveboxen. Z.B. Am Rüdesheimer Platz, an der S-Bahn Grunewald oder am Mierendorffplatz. Und vor allem: „Der Berliner Büchertisch“ , Mehringsamm 51 (www.buechertisch.org) Allerdings: Auch hier sollten Sie realistisch sein. Jugendbücher mit alter Rechtschreibung – geht nicht. Kinderbücher – auch sie sollten Aktuelles vermitteln.
Verkaufen: Erst einmal wurden wir um eine Illusion ärmer werden. Das wertvolle Buch, die Gesamtausgabe, die gebundenen Jahrgänge alter Zeitschriften – dafür müsste es doch Interessierte geben. Leider sehen das die Antiquitätenhändler meist anders: Nur noch nicht gelesene alte Bücher, auf oder in denen möglichst noch der Preis steht, sind die wirklichen Raritäten. Bereits gelesene und angestaubte, noch dazu muffelnd – das lässt den Wert rapide sinken. Und schon gar nicht geht: wellig, vergilbt, verknickt, „bearbeitet“.
Über die Preise alter Bücher können Sie sich vorab beim ZVAB kundig machen (Zentrales Verzeichnis antiquarischer Bücher). Oder bei Booklooker. Ansonsten gelten dieselben Internetadressen wie schon oben genannt: ebay, rebuy, momox  und Co

Dies und das
In jedem Haushalt gibt es darüber hinaus noch viele Dinge, die sich einfach angesammelt haben. Reiseandenken, Malutensilien, Kleider, die zwar völlig intakt sind, aber die dennoch keine Abnehmer im Freundeskreis finden, Schallplatten, Porzellan … Dafür ist Oxfam eine Möglichkeit. Geld bekommen Sie dafür natürlich nicht, aber ein gutes Gewissen.
Oxfam ist allerdings kritisch bei dem, was sie annehmen: Kleidung muss – selbstverständlich – sauber sein und einwandfrei in Ordnung. Und sie muss in die Jahreszeit passen: Im Sommer Wintermäntel abgeben – das wird nicht klappen.

Ach ja, Porzellan und Silber: Tafelsilber, wertvolles Porzellan, filigran gearbeitete silberne Seviettenhalter, Uhren … auch das ist schwierig, zu den Preisen, die man sich selbst vorstellt, verkaufen zu können. Silber wird nach Gewicht bezahlt (für ein Kilo 800er Silberbesteck erlösen Sie vielleicht rund 300 €, ein Gramm 585er Gold etwa 15 €). Schauen Sie einfach nach auf der Internetseite zum Beispiel vom Leihhaus Lohmann hier in Berlin.
Für Porzellan gibt es Aufkäufer wie www.Porzellanankauf.com; www.der-porzellanfreund.de. Sie schätzen die Objekte per Internet. Es gibt auch Händler, die ins Hause kommen – z.B. wenn es sich um Meißner Porzellan handelt: www.ankauf-meissen.de

Elektroschrott kann oftmals recycelt werden, wenn sie separat abgeben werden. Adressen lassen sich im Internet finden oder das Bürgertelefon.
Ein Tipp: Alte Handys, Druckerpatronen lassen sich über die Deutsche Post kostenlos per Brief entsorgen. Der Service nennt sich „Electroreturn“. (http://www.deutschepost.de/electroreturn)

 

So sind wir vorgegangen. Und eigentlich haben wir noch kaum eine Entscheidung bereut – außer der, überhaupt auflösen zu müssen.

Bleiben Sie uns gewogen bis zum nächsten Mal.

I.B.F.

Quelle: Testheft, 3/2014;Frankfurter Sonntagszeitung, 9.02.2014

4 Kommentare

  1. Tim

    Die Links in dem Artikel sind allesamt leider kaputt!

    • vielen Dank für den Hinweis. Links sollten jetzt wieder funktionieren.

  2. Marek Wenzel

    Neuer Domain-Inhaber der Seite http://www.ankauf-meissen.de ist jetzt die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH . Die umgezoge Internetpräsenz des Händlers für gebrauchtes Meißner Porzellan lautet nun http://www.ankauf-porzellanfiguren.de .

  3. Klaus

    Ergänzung der Vollständigkeit halber: In Ratingen kauft auch Firma http://www.ankauf-porzellan-nrw.de Porzellan an.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: