Wissen Sie, wo Marlene Dietrich oder Bert Brecht begraben sind?

Friedhöfe, das ist eine besondere Art, eine Stadt kennenzulernen. Friedhöfe sind Zeugen der Geschichte.

Falls Sie immer schon einmal mehr über Berliner Friedhöfe wissen wollten, falls Sie immer schon mal das Grab von Marlene Dietrich besuchen wollten, nur nicht wussten, wo genau Sie es finden – dann können wir Ihnen heute helfen und möchten Ihnen einige Friedhofsführungen  vorschlagen.

frau oppermann

auf dem Alten Luisenstädtischen Friedhof

Wenn man mit offenen Augen über Berliner Friedhöfe geht, sich die Grabsteine und die Inschriften genau ansieht, lernt man viel über Zeit- und Sozialgeschichte dieser Stadt, über Beerdigungskultur und -rituale vergangener Jahrhunderte – auch im Vergleich mit unserem heutigen Umgang mit Tod und Grabkultur. Denn das, was die Nachfahren, also wir, sehen, ist ein Bild entweder der Familie oder des Toten selbst, das er der Nachwelt hinterlassen wollte. Dieses Bild, das man zurücklässt, ist von Tradition und Konvention geprägt, vom jeweiligen Zeitgeist, vom historischen Kontext, und sicher auch von Moden. Es gibt rührende, dramatische und spannende Geschichten über Stadt und Honoratioren, Berühmtheiten und kleine Leute wie Frau Oppermann auf dem Alten Luisenstädtischen Friedhof.

Unter der Leitung von Hellmuth Pohren-Hartmann können Sie im Juli und August 2014 einige der schönsten und interessantesten Friedhöfe Berlins kennenlernen. Hellmuth Pohren-Hartmann war Sprecher der „Interessengemeinschaft Historische Friedhöfe“ und hat 2004 das Buch „Friedhof Schöneberg III“ und 2007 „Der Künstlerfriedhof“ über den Friedenauer Friedhof geschrieben, auf dem unter anderem Marlene Dietrich und Helmut Newton begraben sind.

Damit Sie diese Führungen einplanen und sich rechtzeitig anmelden können, machen wir Sie heute schon auf die nächsten Termine aufmerksam:

Am 6. Juli 2014, 14 Uhr, führt Hellmuth Pohren-Hartmann über den Dorotheenstädtischer Friedhof:
„ … Wie nah sind uns manche Tote, doch
Wie tot sind manche, die leben …“ (Wolf Biermann)
Dorotheenstädtischer und Friedrichswerderscher
Kirchhof I in Mitte
Der 1762 angelegte Begräbnisplatz zählt bis in die heutige
Zeit zu den „Prominentenfriedhöfen“ der Stadt. Viele Gräber
von Künstlern, Politikern, Industriellen und bedeutenden
Gelehrten aus der Zeit Schinkels sind zu besichtigen. Zu den
vielen berühmten Namen der an der Chausseestraße
Beigesetzten gehören Hegel, Fichte, Brecht, Mann, Borsig,
Dessau, Herzfelde, Hitzig, Schadow, Schinkel, Stüler und
viele andere.
Treffpunkt: Chausseestraße 126, in Mitte
Verkehrsverb.: U-Bhf. Oranienburger Tor,
Tram M1, M6, M8

Am 19. Juli 2014, 14 Uhr, geht es zum Künstlerfriedhof Friedenau:
Wo Marlene ihre letzte Ruhe fand
Der Friedenauer Künstlerfriedhof
Der 1881 angelegte Begräbnisplatz spiegelt die
Geschichte der von J. A. Wilhelm Carstenn begründeten
Vorortsiedlung Friedenau und seiner Bewohner bis in die
heutige Zeit. Durch die Nähe zur Künstlerkolonie am
Laubenheimer Platz fanden zahlreiche Maler, Bildhauer,
Schriftsteller und Musiker hier ihr Grab. Unter ihnen die
Malerin Jeanne Mammen, die Schriftstellerin
Dinah Nelken, der Opernkomponist Ferrucio Busoni, die
Filmdiva Marlene Dietrich und der Fotograf Helmut
Newton.
Treffpunkt: Stubenrauchstraße 43-45, in Friedenau
Verkehrsverb.: S- und U-Bhf. Bundesplatz

Am 16. August 2014,14 Uhr, nimmt uns Hellmuth Pohren-Hartmann mit zum St. Annen Kirchhof in Dahlem:
Auf der Bühne des Lebens
Friedhof Dahlem und Kirchhof St. Annen
Dicht an der Dorfkirche gelegen, die Nachrichtentechnikgeschichte schrieb, finden wir hier einen Chemiker, der als Opernsänger sein Publikum fand und den „Funzjonär“ der Insulaner, aber auch eine Filmdiva, die ihren Kritiker ohrfeigte, und einen Tierbildhauer, dessen Hauptthema der Mensch ist.
Lassen Sie sich von den Widersprüchen des Lebens inspirieren.
Treffpunk: Haupteingang, Königin-Luise-Str. 55
Verkehrsverbindung: U-Bhf. Dahlem-Dorf, Bus 110, X11 u. X83

Die Führungen dauern jeweils 1 1/2 bis 2 Stunden. Interessierte können sich bei Herrn Pohren-Hartmann anmelden – per eMail pohren-hartmann@t-online.de oder telefonisch unter Tel. 852 69 67 – und unter http://www.pohren-hartmann.de können Sie sich weiter informieren.

 

Auch der Seniorenclub Herthastraße lädt zu einer Friedhofsführung ein – über den jüdische Friedhof Weißensee ein:

2013-11-24 10.43.30

Jüdischer Friedhof Weissensee

Dienstag, 08.Juli 2014, 10.00 bis 12.00 Uhr
Der jüdische Friedhof in Weißensee
Es ist einer der größten und schönsten jüdischen Friedhöfe in ganz Europa. Ein Besuch lohnt sich für historisch Interessierte ebenso wie für Fotografen und zwar zu jeder Jahreszeit.
Während des zweistündigen Spaziergangs werden wir etwas über die Geschichte des Friedhofs, die Gräber von berühmten Persönlichkeiten und
über Begräbnisrituale im Judentum erfahren.
Voranmeldung erforderlich unter Tel: 891 72 95

Und falls Sie sich vorher oder nachher weiter informieren wollen oder keine Zeit haben, diese Führung mitzumachen, schauen Sie sich den Dokumentarfilm „Im Himmel, unter der Erde“ auf DVD an.

Und wenn wir Sie neugierig gemacht haben, können sich auch unter www.historischefriedhoefeberlin.eu/grab  über die historischen Friedhöfe unserer Stadt informieren. Denn Berlin hat auch in dieser Hinsicht viel zu bieten.

Bleiben Sie neugierig!

go/i.a.

 

Ein Gedanke zu “Wissen Sie, wo Marlene Dietrich oder Bert Brecht begraben sind?

  1. Ja, die Berliner Friedhöfe sind ein Abbild der der Kunst- und Kulturgeschichte und man kann gespannt sein auf die Führungen. Auf dem Dahlemer St. Annen Friedhof befinden sich übrigens die Gräber von mindestens drei Bildhauern: Bernhard Heiliger, dessen Werke überall in der City West zu sehen sind, von Waldemar Grzimek und August Gaul, u.a. dem Schöpfer des Entenbrunnens vor dem Renaissance Theater. Und natürlich auch das von Rudi Dutschke, dem Studentenführer der 68-er. Aber wer war das Veilchen vom Potsdamer Platz? Das wird Herr Pohren-Hartmann bestimmt erklären. Wie gesagt: spannend.
    Peter Birkholz

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