Berlin ab 50…

… und jünger

Ja, ich gucke Fußball!

Und nein, ich erkenne eine Abseitsfalle nicht.
(Womit ein Klischee schon einmal bedient ist: Frauen können kein Abseits!)

Und ja, ich gucke nicht nur die Spiele, in denen „unsere Jungs“ um Aufstieg oder Niedergang kämpfen. Denn was wäre es für eine fade Meisterschaft, gäbe es nicht die „Exoten“ unter den Mannschaften, die plötzlich zu Stars werden. Auch wenn sie vermutlich leider wieder verlöschen. Mein Herz schlägt für sie!fussball deko

Costa Rica und Uruguay – wie standen wohl die Wetten für Costa Rica? Und siehe da: Flink, frech und bunt – und Uruguay schaute ein bisschen irritiert.
Belgien und Algerien: Die Geheimfavoriten mussten erst einmal ein 1: 0 wegräumen, bevor sie Richtung Sieg laufen konnten. Das war gewiss erst einmal eine kleine Abkühlung.
Elfenbeinküste und Japan: Da hätte ich wohl eher auf ein umgekehrtes Ergebnis getippt.

Und natürlich: Das „gefühlte“ 7 : 1 der Niederlande gegen Spanien (nicht aufregen, ich weiß, dass es „nur“ zum 5 : 1 reichte; es hätten aber 7 sein können) –es wäre schade, hätte ich das nicht geguckt.
Die „ersten gefallenen Engel“ – die haben wir jetzt auch. Spanien! Zu all den Übeln, mit denen das Land zur Zeit konfrontiert ist, nun auch noch dieses: Aus nach der ersten Runde!

„Unsere Jungs“ – darüber ist schon die die gesamte Medienwelt in Verzückung geraten, meinen Kommentar braucht’s also nicht. Aber ein netter Auftakt war es wirklich.

Und überhaupt: die „Deutschen“: In fast jeder Mannschaft taucht ein Gesicht auf, das mir bekannt vorkommt: ob als Spieler oder Trainer – egal. Auch wenn es oftmals nur „Leih-Deutsche“ sind bzw. waren. Man nehme Robben: In der Bundesliga ständig präsent; und jetzt für eine Weltmeisterschaft-Weile wieder Niederländer mit Beinen und Kopf.

Fußball live – im Stadion: Das geht für mich gar nicht. Ich würde es

(c) Süddeutsche Zeitung 18.06.2014

(c) Süddeutsche Zeitung 18.06.2014

vermissen, die Theatralik von Mimik, Gestik und die Tricks bei Fouls zu sehen. In Großaufnahme! Ronaldo als personifiziertes „ich will meinen Ball zurück, ich will auch mitspielen“. Oder „Nah“-Szenen aus den Zuschauerrängen. Oder so mancher Trainer, der zum kleinen Springteufel wird, ob aus Lust oder Frust.
90 Minuten Komödie, Tragödie und manchmal auch ein bisschen, nun ja, wie soll ich’s sagen: „Hinterfotzigkeit“? – darf man das sagen? Das alles sehe ich auf Rang XYZ bestimmt nicht. Und wie Frau Merkel – „in der ersten Reihe sieht man besser“ – 20 Stunden Flug auf mich zu nehmen, ich glaube, so weit reicht meine Begeisterung nun doch nicht. Schon gar nicht um das erste (!) Spiel der Deutschen zu sehen. Hatte Frau Merkel etwa die Sorge, mehr als eine erste Runde gäbe es nicht? Das darf ja nicht einmal unsere Kanzlerin denken!

Meine Lieblingsmannschaften? Ja, die habe ich auch. Zuerst einmal Freiburg, dann die Bayern (aus alter Anhänglichkeit zu München). Und fussballdann, aber auf ganz andere Art und Weise: Braunschweig!
Vermutlich stehe ich damit – sieht man einmal von allen Braunschweigern ab – ziemlich allein weit und breit.
Warum Braunschweig? Die Geschichte geht so:

Unser Opa spielte Toto! Toto in der Oberliga (die Bundesliga war damals noch gar nicht geboren) Mit Leidenschaft und Kennerschaft. Er war ganz gewiss kein Sportlertyp, aber Fußball – der kam gleich hinter seiner Musikleidenschaft und an den Wochenende noch davor.
Opa und Oma lebten in Braunschweig und wir haben sie zu Kindheitszeiten in jeden Sommerferien besucht, es war eine himmlische Zeit. Wir waren natürlich die „kleinen Helden“, die Hauptpersonen, ganze fünf Wochen lang (gefühlte waren es natürlich allenfalls zwei).fussball
Nur zweimal in der Woche: Da waren wir für eine kurze Weile „abgemeldet“: Der Totoschein hatte Vorrang und ebenso die sonntäglichen Übertragungen im Radio. Denn wer wettet, noch dazu im Toto, der will natürlich auch gewinnen. Gar nicht einmal so sehr wegen des Geldes, sondern um der Bestätigung willen, dass Opas Vorhersagungen eingetroffen sind. Dass er „seine Mannschaften“ kannte.

Natürlich haben wir Opa in der Zeit in Ruhe gelassen, was uns auch leicht fiel. Denn erstens war Oma da und zweitens: Um uns zu trösten, gab Opa uns Geld, mit dem wir uns in einer Kneipe, die unten im Haus war, ein Eis kaufen durften. Eis am Stil!

Seit der Zeit ist Braunschweig für mich eine Mannschaft, die ich nicht vergessen werde.
Opa ist schon lange tot. Das Bild, das ich von ihm habe, ist immer auch verbunden mit Toto, Fußball und eben Braunschweig.

Nun schauen wir weiter und am Samstag schlägt dann wieder die Stunde der Patrioten.

I.B.F.

2 Kommentare

  1. Renate H.

    Zum Artikel: „…..ja, ich gucke Fußball“ kann ich nur sagen: ist mir so richtig aus der Seele gesprochen, hätte ich nicht besser formulieren können!
    Überhaupt bin ich froh, diese Seite entdeckt und mich gleich für den Newsletter eingeschrieben zu haben! Also weiter so mit den interessanten Beiträgen. Habe auch schon fleißig Reklame gemacht und den Newsletter weiter empfohlen.

    Liebe Grüße Renate

    • berlinab50

      Danke, liebe Renate, für das Kompliment. Solcherart Zuspruch tut gut.
      berlinab50

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