Berlin ab 50…

… und jünger

Isoldes Kinotipp

Filme des Monats Juni

 

Boyhood
Erwachsenwerden in Echtzeit
Regie: Richard Linklater. USA 2002-2014. 165 Min., Kinostart war der 5. Juni 2014

Langzeitdokus gibt es immer mal wieder, gerade läuft beispielsweise „Still“ an.
Doch Richard Linklaters ist ein Spielfilm, der es – schon einfach wegen des Muts der Produzenten oder der Überzeugungskraft des Regisseurs – verdient hat, auf der diesjährigen Berlinale mit dem Regiepreis ausgezeichnet zu werden.
Es wird die Geschichte des kleinen Masons (Ellar Coltrane) erzählt.
Für jeweils einige Tage, über 12 Jahre, hinweg drehte Linklater jedes Jahr ein paar Szenen, auch mit Masons älterer Schwester und seinen Eltern, Ethan Hawke („Before Sunrise“) und Patricia Arquette.
Von einer Szene zur anderen wird Mason älter und erwachsener. Von dem kleinen Jungen von sechs , verschüchtert und pubertär, mit eigenen Gedanken und Fähigkeiten, hin zu einem selbstbewussten jungen Mann von 18 Jahren. Und das ist so faszinierend anzusehen und mitzuerleben, dass man die überdurchschnittliche Länge des Films kaum beachtet.

Der Film läuft derzeit noch in 14 Berliner Kinos.

 
Still
Ich bin eine Bäuerin
Ein Film von Matti Bauer. Deutschland 2013. 80 Min., Kinostart 19.6. 2014

In „Still“ verteilen sich die Dreharbeiten über fast ein Jahrzehnt, bei dem man anhand des von der Bäuerin geborenen Kindes Jacob ansatzweise das Aufwachsen eines Jungen im „Zeitraffer“ miterleben kann.

„Die Alm ist wie eine Sucht. Wenn man das einmal gemacht hat, zieht’s einen immer wieder hin“, so die junge Uschi – im Film nennt sie sich so – eine Bauerntochter aus Oberbayern und macht sich vom elterlichen Hof auf in Richtung Alm. Beim nächsten Besuch des Dokumentarfilmers ist Uschi schwanger, der Vater des Kindes wird nicht weiter benannt, die Frage der Hofübernahme wird nicht zuletzt von den alternden Eltern immer wieder gestellt.

In schwarz-weißen Bildern wird das Porträt einer modernen Frau gezeichnet und versucht, eine Lebenswelt zu skizzieren, die zwischen Traditionen und ökonomischen Realitäten, in Selbstentwürfen für ein gelungenes Leben, einen Ort sucht und findet.

Der Film ist in 3 Kinos angelaufen.

 

I.A.

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