Berlin ab 50…

… und jünger

M e i n e Buchmeile

Mit Freuden habe ich „Wiederentdeckt – mein neuer alter Lieblingsort“ gelesen: Über kleine feine Buchhandlungen zu schreiben – eine wunderbare Idee von „go“. Und dazu der Aufruf, eigene Erfahrungen mitzuteilen – da kann ich nicht widerstehen und „traue“ mich.

Ich liebe die „Buchmeile“Knesebeckstraße. Wenn ich vom Ernst-Reuter-Platz Richtung Savignyplatz wandere, dauert das immer länger als gedacht. Weil es auf dem Weg so viele kleine individuelle Buchhandlungen gibt. Meine frühere erste Station, die Lehmann’sche Buchhandlung ist leider Vergangenheit. Zugegeben, es war keine echte Kiezbuchhandlung, aber trotzdem ein bemerkenswerter Ort. Vor allem durch seine Vielfalt an Vorträgen, Lesungen und kleinen Seminaren, Schreibseminare. Es war eine richtig gute Anlaufstelle. Zumal durch die Kombination Literatur und Fachbuch. Ich vermisse sie. Aber es gibt viele Trostpflaster im besten Sinne. Das schönste ist die „Knesebeck elf“. Zuerst nur Antiquariat wurde sie Mitte der 70-er Jahre um Literatur erweitert. Schwerpunkte sind unter anderem deutsche Klassiker, Vorzugs- und Lederbandausgaben. Und die Gebiete Geschichte und Philosophie. Was allerdings noch mehr überrascht, ist die Auswahl der Texte aus dem Mittelalter Europas. Faksimile, Buchmalerei – auch das gibt es. Hier passt das Wort „Fundgrube“ – ich kann es nicht anders sagen. Und so geht es weiter: Buchhandlung an Buchhandlung (na ja, nicht ganz, es gibt auch andere kleine Geschäfte). Bis hin zum Savignyplatz mit seinem „Bücherbogen“. Der schon architektonisch einen Besuch lohnt. Und wenn ich müde sind vom Blättern, Anlesen, Suchen und Sich-freuen, dann gehe ich zum Schluss in die „Autorenbuchhandlung“, Nach dem Umzug von der Carmerstraße in den Else-Ury-Bogen gibt es auch noch ein kleines Cafe. Mein Rastplatz! Eine weiteres kleines Wunder: dass die Buchandlung „Marga Schoeller“ wie eh und je existiert.Ein Muss für Liebhaber der englischen Literatur. Und aus meiner Zeit, als ich noch in der Nähe vom Steubenplatz wohnte: Der „Divan“ in der Reichsstraße. Zwar eng, aber wohnlich. Und kompetent! Wie alle Kiezbuchhandlungen, die überlebt haben. Deshalb haben sie nämlich überlebt. Danke für den Anstoß, sich wieder einmal bewusst zu machen, was „Amazon“ alles nicht bietet.

Michael Peters

Ein Kommentar

  1. Wir freuen uns, dass Sie sich „getraut“ haben!

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