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SUPRA – Feiern auf Georgisch

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(c)Dimitri Ermakov – Tiflis Ende des 19.Jhd.

Unter dem Motto „Supra- Feiern auf Georgisch“ finden im Museum Europäische Kulturen während der georgischen Kulturtage vom 1.bis 30.8.2014 zahlreiche Veranstaltungen statt. Sie informieren über die Kaukasusregion – und hier besonders über Georgien -, und wollen uns Festkultur, Musik- und Tanztradition und zeitgenössische Literatur näher bringen .

Im Museum selbst ist die Ausstellung „Wein-Kultur„ zum Weinanbau zu sehen. In Georgien hat der Weinbau eine achttausendjährige Geschichte. Bereits im 6.Jahrtausend v. Chr. sind nach archäologischen Funden Weinreben gezüchtet worden. In der georgischen Sprache sind Begriffe aus dem Weinbau (es gibt etwa 1300 Wörter, die mit Wein zu tun haben) häufig , wie z.B. das Wort Gwino, das vermutlich verwandt mit unserem vinum/vino/wine/Wein ist. Wein gehört zur Kultur und so ist es auch nicht verwunderlich,  dass sich bis heute ca. 500 wilde, halbwilde und kultivierte Rebsorten erhalten haben. Die kleine Ausstellung zeigt die einzelnen Schritte der überlieferten und bis heute genutzten Weinerzeugung von der Lese, über die Gärung in Amphoren (die sogen. Kwewri) bis hin zu Lagerung in der Erde und dem Transport in Schläuchen aus Tierhaut. Ergänzt werden die gezeigten Gegenstände durch Fotografien von Dimitri Ermakov (1846-1916), die in wunderschönen Bildern den traditionellen georgischen Weinanbau Ende des 19. Jahrhunderts dokumentieren.

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Rote Beete-Salat, Aubergine mit Walnußcreme, Kräutercreme

Zur georgischen Weinkultur gehört auch eine festliche Tafel, die „Supra“, der der „Herr“ der Tafel, genannt „Tamada“, vorsteht. Zur Eröffnung der Kulturtage gab es im Museumsgarten zwar keine „Supra“, jedoch verschiedene georgische Köstlichkeiten und georgischen Wein, wobei der

Chatschapura

Chatschapura

Veranstalter den Hunger und Durst der zahlreich erschienenen Berliner gewaltig unterschätzt hatte. Bei georgischer Musik („The Shin“, auch traditionell polyphone Stücke) war es dennoch ein gelungener Sommerabend mit einer sehr informativen Rede des Botschafters über Georgien und die deutsch-georgischen Zusammenarbeit.

Was uns neu war:  Deutschland erkannte als erster Staat 1918 den am 26.5.2018 neu gegründeten Staat Georgien an. 1991 wurde Georgien erneut unabhängig und 1992 erfolgte die Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Am 2.Juni 2014 übergab der Premierminister Georgiens im Bode-Museum an Außenminister Steinmeier exemplarisch zwei Bücher aus dem 18.Jahrhundert. Sie gehören zu den 70.000 kriegsbedingt nach Georgien verbrachten Büchern gehörten, die in der Universitätsbibliothek Tiflis aufbewahrt werden und die nun Deutschland zurückgegeben werden.

Die Ausstellung geht noch den ganzen August, ein Ausflug in das schöne Dahlem lohnt sich auf jeden Fall. Weitere Information finden Sie hier auf Website des Museums http://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/museum-europaeischer-kulturen/ausstellungen/ausstellung-detail/wein-kultur-georgische-kulturtage.html und wenn sie auf  „Angebot für Erwachsene“ klicken, finden Sie weitere Veranstaltungen der Kulturtage.

Viel Spaß und bleiben Sie neugierig!

mw/go

Ein Kommentar

  1. Inge

    was für ein wirklich interessanter Bericht. Super!!!

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