Berlin ab 50…

… und jünger

Ehrenamt – die Kunst, aufeinander zuzugehen

Wenn man „Pro Sen“, das monatliche gelbe Programmheft der Abteilung für Gesundheit und Soziales in unserem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, aufschlägt, liest es sich wie ein Vorlesungsverzeichnis. Hier liegt ein beachtliches vielfältiges interkulturelles Angebot an Kreativ-Gruppen und Kursen für Senioren vor, das sich sehen lassen kann. Seit 20 Jahren wird das Programm in den drei Senioren-Freizeitstätten immer umfangreicher, es gibt Bedarf und immer mehr aktive ehrenamtliche Bürger beteiligen sich, halten sich so fit, helfen sich untereinander weiter, statt Wartezimmer der Ärzte und anderer Beratungsstellen zu bevölkern.

Als junge Frau habe ich Linguistik studiert und danach im Ausland gearbeitet. Als Seniorin habe ich seit 20 Jahren die Möglichkeit hier Fremdsprachengruppen zu aktivieren. Das mache ich ehrenamtlich und mit sehr viel Spaß. Oft genug wird die Frage gestellt, wozu Senioren noch Fremdsprachen lernen sollen, wo sie doch sowieso alles gleich wieder vergessen. Und was für einen Nutzen soll das denn haben?
Mit meinen Gruppen habe ich selbstorganisierte Reisen ins Ausland gemacht und viele Kontakte geknüpft. Mit der Zeit sind wir aber körperlich wie auch finanziell etwas unbeweglicher geworden. Und jetzt pflegen wir Kontakte zu Muttersprachlern aller Provenienzen in unserer multikulturellen Stadt.

Mein Anliegen ist, kleine soziale Einheiten aufzubauen, in denen sich die Mitglieder wohlfühlen. Wenn wir zusammen kommen, wollen viele zunächst erst einmal kleinere Sorgen und auch Freuden im vertrauten Kreis loswerden, und erst danach dann ganz entspannt Neues aufnehmen oder Verschüttetes wieder auffrischen.

Sie erfahren durch dieses Aufeinander-Zugehen bewusste Entwöhnung von der Ellbogen-Gesellschaft. Sie spüren: Geben gibt! und beginnen ganz nebenbei auch noch den tieferen Sinn des Ehrenamtes zu entdecken. Das geht nicht immer wie früher das Einmaleins. Aber in diesen Gruppen kann Freude und Vertrauen in die neue Lebensphase erworben werden. Man tauscht soziale Erfahrungen aus, wie man es möglicherweise in der eigenen Familie nicht tun könnte. Deshalb freut man sich auf diesen besonderen strukturierten Wochentag. Entspannen, Lachen, Spaß und Freude ersetzen oft den Arzt. Und durch diesen Erfahrungsaustausch findet man oft den „passenden“ Doktor des Vertrauens.

Ari Boldt-Hatai

Wenn Sie sich über das Kursangebot informieren wollen, finden Sie das monatliche gelbe Programmheft unter http://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/org/senioren/programm.html

4 Kommentare

  1. AM

    Der Beitrag kann sicher für viele eine Anregung sein, Sollte man, um all denen, die es selbst einmal versuchen wollen, nicht Hinweise geben, wo sie sich weiter informieren können? An wen sie sich wenden können? Das „gelbe“ Heft ist den meisten wohl nicht bekannt und auch nicht, wo man es bekommen kann. Diese Informationen wären hilfreich.
    AM

    • Vielen Dank für den Tipp –
      wir haben es nachgeholt!

  2. Renate H

    Liebe Frau Ari Boldt-Hatai,

    ich habe mir gerade einen Minijob gesucht und auch bekommen, in dem ich demnächst sehr viel Englisch sprechen muss. Seit dem ersten Gespräch „sauge“ ich alles an Information auf, was ich in Englisch bekommen kann. Obwohl ich Rentnerin bin kann es von Vorteil sein, immer die einmal gelernte Fremdsprache weiter zu pflegen und vielleicht sogar eine neue zu lernen. Es hält den Geist jung und verhilft sogar in hohem Alter noch zu einem Minijob! Bitte teilen Sie mir doch gern an meine bekannte Mailadresse mit, wann und wo sich Ihre Gruppe zum Fremdsprachen-Austausch in Charlottenburg zusammen findet.

    Auch ich habe die Bitte an die Verfasserin hier mitzuteilen, wo man diese sog. gelben Hefte im Bezirk Charlottenburg erhalten kann oder ob man sie inzwischen auch im Internet lesen kann.

    Renate H.

  3. Ari Boldt-Hatai

    Liebe Renate,
    für schnell Entschlossene besteht die Möglichkeit, am Samstag, den 30. August, unseren Stand 117 (Internationale Begegnungen) am Breitscheidtplatz zur Eröffnung der Seniorenwoche Berlin zwischen 10 und 16 Uhr aufzusuchen. Dort gibt es jede Menge Informationsmaterial und Leute, die bei uns aktiv mitmachen. Das gelbe Heft „Pro Sen“ liegt aber auch im Rathaus, in Bezirksbüchereien und in Seniorentreffs aus.
    Einfach kommen. Wir freuen uns!
    Gruß, Ari

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