Isoldes Kinotipp

Göttliche Lage
Eine Stadt erfindet sich neu

Deutschland 2014. 99 Min., Regie: Ulrike Franke, Michael Loeken

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offizielles Filmplakat

Vor zehn Jahren waren die Dokumentarfilmer Ulrike Franke und Michael Loeken für „Losers and Winners“ dabei, wie eine Dortmunder Kokerei Kaiserstuhl zum Abtransport nach China demontiert wurde. Dann folgte „Arbeit Heimat Opel“ über Jugendliche in Bochum. Jetzt sind sie für den letzten Teil ihrer Ruhr-Trilogie nach Dortmund zurückgekehrt, in den Stadtteil Hürde. Dort wird auf dem einstigen Gelände des Stahlwerks Phoenix-Ost die Villenanlage Phoenix-See gebaut. Fünf Jahre begleiten die beiden Regisseur/innen das gigantische Vorhaben, von den ersten Werbetouren bis zur Eröffnung mit ausgerechnet dem Dallas-Ölbaron-Darsteller Larry Hagman.
Der Phoenixsee mit dem ganzen neuen Drumherum steht für den unbedingten Wunsch der Stadt, sich vom Malocher- und Bergwerkimage zu lösen, und sich als moderner und urbaner Lebens- und Freizeitstandort zu präsentieren. Das Ganze ist aber nicht ohne Widerstände umzusetzen, denn da sind noch die alten Anwohner aus einem sozial-vernachlässigten Stadtteilmilieu.

Mit viel Witz und Charme werden die jeweiligen Protagonisten begleitet und vorgestellt. Aussichten, durch kluges Management und Bürgersinn neue attraktivere Wohn- und Lebenslagen zu schaffen, sind spürbar in dieser bewegenden Dokumentation.

Der Film ist gerade angelaufen und wird in vier Kinos gezeigt. Von den beiden ersten Filmen der Trilogie gibt es DVD’s im Handel.

 

Finding Vivian Maier

USA 2013. 83 Minuten. Regie: John Maloof, Charlie Siskel

offizielles Filmplakat

offizielles Filmplakat

Auf einer Nachlassauktion ersteigert der Sammler und Regisseur John Maloff 2005 eine Kiste mit alten Fotos. Die Bilder zeigen Straßenszenen und sind von einer beeindruckenden Qualität. Die pointierten Szenen und der professionelle Umgang mit Licht erinnern an die Arbeiten von Henri Cartier Bresson, Robert Frank und Diane Arbus. Aber die Fotografin namens Vivian Maier ist in der Kunstwelt gänzlich unbekannt. Maloof lässt nicht locker und beginnt zu recherchieren, bis er die Umrisse eines erstaunlichen Lebens zusammen hat.

Ein faszinierendes Porträt einer mysteriösen Frau und Künstlerin ist entstanden. Versäumen Sie nicht, diesen Film zu sehen. Er wird noch immer in mehreren Kinos gespielt und wird wegen des andauernden Interesses auch weiterhin in Matineevorstellungen gezeigt.

Wenn Sie sich über die Fotografin genauer informieren wollen, schauen Sie mal auf die Homepage http://www.vivianmaier.com/gallery/self-portraits-color/#slide-23

I.A.

 

 

5 Gedanken zu “Isoldes Kinotipp

  1. Es sollte zu dem Filmtipp „Göttliche Lage“ doch angegeben werden, wo Sie ihn sehen können. Denn die Kinos, in denen er gezeigt wird, gehören nicht unbedingt zu den „Mainstream“Kinos: Es sind m.E. auch nur drei: b-ware!-ladenkino (Friedrichshain, Gaernterstr. 9, täglich 15.15); Brotfabrik-Kino (ist bekannter, Prenzlauer Promenade, täglich 18.00, Do= Kinotag) und fsk 2 (Segitzdamm, täglich 18.15, Mo, Di= Kinotag).
    „Finding Vivian Maier gibt’s tatsächlich noch in vielen Kinos, außer im Casablanca laufen sie alle mit Untertitel.
    Und noch eine Anregung: Die Leser und Leserinnen wird es sicherlich freuen, über die Sommerkinos mehr zu erfahren. Solange die Saison noch läuft. Sie gehen immer ein bisschen unter. Z.B. das im Innenhof des Kranzlerecks, das z.B. in den offiziellen Programmen gar nicht auftaucht. Gut für eine spontane Entscheidung, wenn man sowieso „in der Gegend“ ist.

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  2. Danke für die Anregungen, lieber Leser/in(?). Wenn Sie bei Google den jeweiligen Titel des Filmtippfilms eingeben, öffnet sich unter „Hier im Kino“ ein Fenster und man sieht auf einen Blick alle Kinos, die gerade diesen Film zeigen. Da sich jeden Donnerstag das Filmprogramm ändert, ist es besser, sich im Internet oder in einer Berliner Tageszeitung zu informieren.
    Gerne kann ich auch einmal über die Open-Air-Kinos Berlins berichten, aber etwas ältere Menschen gehen nicht gern so spät in diese Kinos unter freiem Himmel, weil dort erst nach Einbruch der Dunkelheit – ca. 22h – Hauptfilmbeginn ist.

    Isolde Arnold

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  3. Liebe Frau Arnold, Ihr Hinweis auf die älteren Leser mag richtig sein. Aber dann ist es sicher auch richtig zu vermuten, dass ältere Leser und Leserinnen nicht gerade Google-Fans sind. Und Tageszeitungen hat man nicht immer bei der Hand. Macht es so viel mehr Mühe, diese Daten mit aufzunehmen? Auch wenn Ihr Halbwertzeit nicht so sehr lang ist? Ich glaube, viele wären für die komplette Information dankbar.
    A.K.

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  4. Dank Berlin ü 50 habe ich einen wunderbaren Dokufilm gesehen: Finding Vivian Maier…. Ich hab meine Nichte mitgenommen und wir hatten einen eindrücklichen Sonntag-Nachmittag, dank diesem Tipp.
    Ich freue mich immer auf die Beiträge –
    Eli aus Basel

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