Berlin ab 50…

… und jünger

Verrückt nach Keksen

Wir kennen ihn alle, haben ihn meist schon als Kleinkind in die Hand gedrückt bekommen – den (oder doch das?) Butterkeks aus Hannover. Aber wissen Sie woher der Leibniz Keks seinen Namen hat?
IMG_0979Vor 125 Jahren brachte Hermann Bahlsen, ein Unternehmer aus Hannover, den Leibniz Cake auf den Markt und da es Ende des 19.jahrhunders durchaus üblich war, Lebensmittel nach bekannten Persönlichkeiten zu nennen wie z.B. den Bismarckhering oder das Fürst Pückler Eis – wurde Hannovers berühmter Bürger, der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz, der Namensgeber für das Dauergebäck, das sehr bald vom Cake zum Keks wurde.
Allein die Idee, nicht große Cakes zu verkaufen, sondern viel kleine cakes zu

Broschüre Bröhan-Museum

Broschüre Bröhan-Museum

vermarkten, war eine, wie sich noch herausstellen sollte, überaus lukrative. Bald nannte Herr Bahlsen dann seine kleinen cakes KEKS und brachte bereits 1904 die TET Verpackung auf den Markt – Luft-und Staubdicht , die die Kekse lange knusprig und frisch hielt. Das Logo, das typischerweise auf der Schmalseite der Leibnizkekse gedruckt ist, ist eine Hieroglyphe und besagt “ auf immer und ewig“.
Neben den Papierverpackungen waren es Blechdosen, die Hermann Bahlsen IMG_0991von bekannten Künstlers Künstlern wie z.B. kurt Schwitters, Emanuel Josef Margold und Eva Grossberg gestalten ließ – und die damit einen enormen Wiedererkennungs-Effekt erhielten, so dass der Namenszug Bahlsen bald überflüssig wurde. Diese Dosen und Blechschachteln, teilweise beeindruckende Meisterwerke, spiegeln die Kunstströmungen des 20.Jahrhunderts wider – Vom Historismus über den Jugendstil, von Art Deco zur Pop Art, vom Konstruktivismus zum Informellen. –
Die Rede ist von der kleinen, sehr feinen Ausstellung „Kunst und Keksdose – 125 Jahre Bahlsen“. Sie ist noch bis 9.November im obersten Stockwerk des Bröhan-Museum zu sehen. Eine Ausstellung, die Lust auf Kekse und das Sammeln von bunten IMG_0987Dosen macht. Die aber auch deshalb verblüffend ist, weil für mich die Fokussierung auf die Verpackung ein Element der Werbeindustrie seit den 80 Jahre ist. Also alles schon mal dagewesen!
Es gibt kostenlose öffentliche Führungen an jedem 3.Sonntag im Monat (nur den Museumseintritt muss man zahlen) , also noch am 21.9. und 19.10.2014, jeweils 16 Uhr . Angeboten werden auch
Kostenlose öffentliche Kurzführungen an jedem 1. Mittwoch im Monat, am 1.10. und 5.11.2014, jeweils 17 Uhr.

Wenn Sie nach den vielen herrlichen bunten Dosen und Schachteln zurück in den ersten und zweiten Stock des Museums gehen, finden sie die Bestände dieses feinen Landesmuseum für für Jugendstil, Art Deco und IMG_1000Funktionalismus (1990-1939).
Es gibt wunderschöne Exponate aus Glas, Keramik, Porzellan, Silber und Metall, es sind Möbel, Teppiche und Lampen, aber auch Gemälde und Graphiken, die vor allem die Berliner Secessions-Maler wie Hans Baluschek, Karl Hagemeister, Willy Jaeckel und Walter Leistikow umfasst.

Ab sofort zeigt dieses Epochenuseum eine neue Dauerausstellung zum Thema „Jugendstil“ – mit Werken von Künstlern wie Guimard, Mucha, van de Velde und Grenander.
Ab dem 17. Oktober wird es dann „Schrill Bizarr Brachial“ – die gleichnamige große Sonderausstellung zeigt das Neue Deutsche Design der 80er Jahre.

Bröhan-Museum, Schloßstr. 1a, 14059 Berlin (gegenüber vom Schloss Charlottenburg) , Tel. 030/32690600, www.broehan-museum.de.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr.

Bleiben Sie neugierig, es lohnt sich!

go

Fotos (c) mw

2 Kommentare

  1. AM

    Auf, auf, liebe Großeltern und Eltern – das ist doch ein idealer Tipp für die ganze Familie – und noch dazu mit kulturbildendem Charakter.

  2. Dita

    Ja, die Keks-Dosen-Performance finde ich auch äußerst verlockend! Kann man allen Kunsterziehern, Keksdosen-Fabrikanten und Keks-Verzehrern bestens empfehlen.
    Apropos Verzehr: Kennt jemand eine Rauchverzehrer-Ausstellung?
    Dita

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