Berlin ab 50…

… und jünger

Aufgeschnappt: Neues von der alten Panke

Ich lese regelmäßig die „Süddeutsche“ – natürlich neben (!) einer Berliner Zeitung, nicht statt ihrer! Aus alter Anhänglichkeit und eine Reminiszenz an meine Zeit in München.
Und was ich besonders gern lese, ist eine wöchentliche Rubrik „Schauplatz Berlin“. Darin geht es um kleine Geschichten aus der großen Stadt. Das finde ich spannend: Was entdeckt eine überregionale Zeitung an kleinen berichtenswerten Geschichten? Geschichten, die uns vermutlich gar nicht mehr auf- und einfallen. Das ist doch interessant, nicht war?

Dieses Mal ging es um die „ alte Panke“. Und es war für mich als „Zugezogene“ alles ziemlich neu.
Dass Berlin auch an der Panke liegt, wusste ich, aber viel mehr war es nicht.
Jetzt weiß ich ein bisschen mehr. Zum Beispiel, dass sie aus Bernau kommt und Namensgeberin ist für das Panketal und den Bezirk Pankow (das habe mir allerdings denken können).

Und ich habe auch erfahren, dass sie im 19. Jahrhundert im Rahmen der Industrialisierung „untergegangen“ ist: eingemauert, überbaut, missbraucht. 20140918_120911Bis sie am Ende nur noch durch einen Kanalisationsschacht in die Spree mündete. Über sich „Das Theater des Schiffbauerdamms“, das später zum „Berliner Ensemble“ wurde. Aus der Panke war da schon längst die „Stinkepanke“ geworden, und es wurde nicht mehr gereimt auf „Banke“, sondern auf „Jestanke“. (Alfred Döblin lässt grüßen).

Aber damit war der Leidensweg der Panke noch nicht zu Ende: Der Bau der Mauer war der nächste Nagel zu ihrem Wassergrab: Im Rahmen der Grenzsicherungsmaßnahmen wurde ihr weiteres Wasser abgegraben und übrig blieb kaum mehr als Schmutzwasser.

Aber nun – dank meiner beliebten Rubrik „Schauplatz Berlin – weiß ich“, dass die Panke wieder eine Zukunft hat. Und die heißt „Panke 2015“. Dieses Projekt ist Folge einer im Jahre 2000 in Kraft getretenen „Europäischen Wasserrahmenrichtlinie“ (kennen Sie noch das Spiel: „Wem fällt das längste Wort ein?“. Wasserrahmenrichtlinie hätte gute Chancen).

Und es ist schon viel geschehen: Teilweise wurden ihre Nebengerinne wieder angeschlossen, das Wasserbett verbreitert, Uferränder neu gestaltet. Der Panke-Wanderweg lebt wieder auf, weitere Planungen werden angeschoben. Und dies alles unter kräftigem Zutun der Panke-Anwohner und Liebhaber.

Das Ziel, das alles im Jahre 2015 erreicht zu haben, ist ein bisschen utopisch. Dazu ist die Bürokratie mit all ihren Planfeststellungsverfahren zu langatmig

Aber eines sollte sehr bald gelingen – so das Fazit meiner Quelle: das Mündungsloch der alten Panke, respektive „Südpanke“ (so die neue Bezeichnung) am Schiffbauerdamm wieder offenzulegen. Zurzeit kann man allenfalls ahnen, dass hier eine Einmündung ist, denn erst einmal ist sie verdeckt durch eine Spundwand. Das ist doch schade. Es wäre doch viel schöner zu sehen, wie die Panke sich mit der Spree wieder vereint und ihr Wasser durch ein großes schwarzes, geheimnisvolles Loch ausspuckt?

Kämpfen wir also für die „neue Panke“

I.B.F.

Foto (c) I.B.F.

 

Dieses Foto von der alten Panke hat uns auf Facebook Peter Hannemann gesendet- vielen Dank.

 

(c) Peter Hannemann

 

26. September 08:31
Hier ist ein anderes Foto von der schönen, romantischen Panke. Gesehen von der Badstraße am Gesundbrunnen.

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