Berlin ab 50…

… und jünger

Verwandlungsfähiges Chamäleon

 

IMG_2004Vor vielen Jahren besuchte ich mit einigen Kölner Freunden auf deren Wunsch hin das Kabarett Chamäleon, in den bereits damals legendären, bezaubernden Hackeschen Höfen. Die Erwartungs-haltung war hoch –  und die Enttäuschung groß.
Es herrschte im ungepflegten, unaufgeräumten Saal eine schummrige,schunkelige Bierzeltatmosphäre, generiert vom vermutlich von weit her angereisten Publikum. Bühnenprogramm und Protagonisten konnten professionell nicht überzeugen, alberten mit roten Pappnasen durchs Programm ich schämte mich leicht fremd.

Da auch ich nicht gefeit bin gegen prägende Negativ-Erfahrungen, vermied ich einen weiteren Besuch im Chamäleon  – bis vor einigen Tagen, da hatte ich Gelegenheit, die Show „Cross Roads“ anzusehen.

Überrascht bestaunte ich den eleganten wohlproportioniertenIMG_1999
Jugendstilsaal mit der historisch korrekten, sehr bequemen Bestuhlung,bewunderte die Bühnenbeleuchtung, brauchte ein bisschen Zeit, um die Getränkekarte zu studieren und fand den Service zuvorkommend und schnell  – da war eine wundersame Wandlung vollzogen worden!

Und dann ging´s los:
45 Minuten lang bis zur kurzen Pause und danach weitere 45 Minuten bis zum furiosen Finale beeindruckten zwei Akrobatinnen und drei Akrobaten – Peter Aberg, Saara Ahla, Freyja Edney, Luca Forte und Scott Grove – durch ihre witzige, rasante Performance. Sie wurden unterstützt von Iza Mortag Freund, Sängerin, Musikerin, Performerin, die mit den üblichen Nummerngirls gar nichts gemein hat.
Sie alle leisteten artistische Schwerstarbeit, die man immer schon mal
IMG_2008irgendwo gesehen hat, aber durch die Nähe zur Bühne, die Präsenz auch mitten im Saal, konnte ich intensiv mitfühlen und fiebern. Passende, nie gehörte Musikkompositionen von Maurice Mersinger steigerten Spannung und Stimmung!
Apropos Musik: alle Darsteller beherrschen diverse Instrumente und ihre Stimme – es sind Profis auf hohem Niveau.

Chapeau! Es waren erstaunlich schnell vorübergehende zwei Stunden voller Abwechslung: Tanz, Akrobatik, Musik, Kostüme, Hula Hoop, Muskeln und lange Beine. „Cross Roads“:  alles trifft und kreuzt sich.

Ich komme bestimmt wieder und schäme mich ein bisschen wegen meiner jahrelangen Ignoranz. Denn die neue Leitung des Chamäleon feiert bereits ihr 10jähriges Jubliläum – und ich habe es gar nicht mitbekommen.

Weietere Infos unter www.chamaeleonberlin.com

Dita

Fotos (c) go

2 Kommentare

  1. A.L.

    Offenbar passt der Begriff „Chamäleon“ ganz wunderbar, im doppelten Sinne. Wenn es jetzt noch ein bisschen „technische“ Informationen gäbe, wär’s wunderbar. Wann laufen die Vorstellungen z.B., was kosten die Tickets und eine Kontaktadresse. Dann wird es sicher viele „Followers“ geben.

  2. Genau so ist es mir dort vor Jahren ergangen: Flache Unterhaltung und ein anmaßender Conférencier, der die Gäste bloßstellte. Mein Gast aus Wuppertal und ich sind gegangen, haben den Abend woanders fortgesetzt. Schämte mich für die „Weltstadt“ Berlin. Seitdem habe ich einen großen Bogen um das Chamäleon gemacht. Deshalb danke für den Tipp!
    Peter B.

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