Berlin ab 50…

… und jünger

Eine Oboe für Afghanistan

Wenn ich Afghanistan höre, denke ich daran, dass „unsere Freiheit am Hindukusch“ verteidigt wird und wurde. Ich denke an die Terroranschläge vom 11.September 2001 in New York und den Kampf gegen Al Quaida und die Taliban, an die junge afghanische Frauenrechtlerin Wazhma Frogh und die Afghanistan-Konferenz, die gerade in London stattgefunden hat.

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(c) go

Seit gestern verbinde ich nun mit Kabul und Afghanistan noch etwas anderes: Das National Institute of Music, kurz ANIM.
Der erfolgreiche  griechisch-amerikanische Oboist Demetrios Karamintzas erzählte mir von einer mutigen, talentierten jungen Pianistin, Allegra Boggess, die sich dort sehr engagiert, Klavier, Oboe und Fagott unterrichtet und zusätzlich in der Verwaltung arbeitet (www.afghanistannationalinstituteofmusic.org). Aber ihr Engagement wird ausgebremst, weil es zu wenig Instrumente im ANIM gibt – für all die vielen interessierten jungen Menschen, die Musik machen wollen.

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(c) Demetrios Karamintzas

Aus diesem Grund fährt im Januar 2015 Demetrios Karamintzas, der seit 2011 in Berlin lebt ( www.dkoboe.com), für zwei Wochen nach Kabul, um im Rahmen der Winter Music Academy dort zu unterrichten, eine neue Oboe und weiteres wichtiges Werkzeug mitzubringen.

Demetrios hat zehn Jahre lang Musikunterricht in der Westbank und im Gazastreifen gegeben und zusammen mit der Barenboim-Said-Stiftung und der Edward Said National Conservatory of Palestine geholfen, das erste palästinensische Jugendorchester aufzubauen.
Nachdem er im Sommer 2014 nicht mehr in den Gazastreifen einreisen und Unterricht geben konnte, suchte er sich ein neues Feld: Seine Wahl fiel auf das ANIM.

Eine Oboe von Frank& Meyer wird er in Berlin kaufen. Die Oboen-Rohre baut er selbst, dafür benötigt er Holz und Hülsen. Diese Mundstücke müssen handgefertigt werden, sie sind sehr schwer herzustellen, sehr zerbrechlich und sie haben nur eine kurze Lebensdauer. Um den Wunsch eines 18jährigen jungen Mannes zu erfüllen, im ANIM Oboen-Rohrbau zu lernen, wird Demetrios Karamintzas auch ein spezielles Tool-kit mit nach Kabul nehmen.

Sein Anliegen ist es, Musik zu fördern, jungen Menschen ein wenig Normalität und vielleicht sogar eine Perspektive fürs Leben zu schaffen. Deshalb wird er das Musikinstitut ANIM regelmäßig besuchen und so oft er kann nach Kabul reisen.

In dieser Jahreszeit bekomme ich viele Briefe mit der Bitte um eine Spende, denn die Advent- und Weihnachtszeit stimmt uns offenherzig, milde und öffnet das Portemonnaie. Ich werde dieses Jahr ganz sicher das soziale Engagement von Demetrios unterstützen. Nicht nur weil ich den persönlichen Einsatz des Musikers bewundere (und von ihm hören werde, wie das Geld wirkich verwendet worden ist), sondern weil ich an die Kraft der Musik glaube. Sie überwindet Grenzen, stärkt die soziale Kompetenz und das Gemeinschaftsgefühl, sie lehrt zuzuhören und sie schafft Persönlichkeiten. Und davon kann kein Land genug haben.
Mehr Info zu diesem Projekt unter unter www.betterplace.org/de/projects/23148-an-oboe-to-afghanistan.

Ich werde Ihnen weiter über das Oboen-Projekt berichten, wenn Demetrios zurück aus Kabul ist – bleiben Sie neugierg!

go


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