Berlin ab 50…

… und jünger

Alle Jahre wieder ….

… läuft die große Rundum-Geschenkverteilung an. Keiner von uns mag sich offenbar an das jährliche Versprechen halten, dass die Erwachsenen erwachsen und Geschenke doch wirklich nicht notwendig sind.

weihanchtsgeschenkeUnd weil jeder von uns weiß, dass der andere sich doch nicht daran hält, weil der wiederum fürchtet, dass der andere sich nicht daran hält, schenkt jeder jedem etwas. Wie jedes Jahr! Und natürlich auch in diesem Jahr.

Und natürlich freuen wir uns – der Mensch ist halt ein widersprüchlicher. Überraschungen sind das Salz des Lebens, und der Gedanke, dass der Andere sich Gedanken macht, was den zu Beschenkenden freuen, ihn ein bisschen glücklich machen könnte, dann ist schon das das halbe Geschenk

Natürlich geht dabei auch etwas daneben. Das macht aber nichts, so lange das Motiv des Schenkers stimmt.

Manchmal aber geht es gänzlich daneben. Und dann tut es weh – dem Beschenkten! Denn dann hätte er lieber gar kein Geschenk bekommen und sich in der Illusion wiegen können, dass der Schenker sich dieses Mal an die Abmachung hält. Aber ein Geschenk, dass weder zum Schenker noch zum Beschenkten passt und schon gar zu der Beziehung, die die Beiden bislang miteinander haben (oder wohl – aus Sicht des Beschenkten – meinten zu haben), das ist ein großes Problem. Vor allem deshalb, weil es keine Lösung gibt, damit umzugehen. Welchen Weg man wählt: Etwas ist immer verloren. Für immer.

Was meinen Sie? Muss ich es gut finden, muss ich es entschuldigen, übersehen, wenn meine besten Freunde, die mich sehr gut kennen, mir eine aufwändige Torte schenken, obwohl sie wissen, dass ich aus gesundheitlichen Gründen kaum etwas essen darf, das Fett enthält? Wäre sie selbst gefertigt worden, dann hätte ich mich zumindest darüber freuen können. Aber das war sie nicht!

Muss ich mich freuen, wenn ich von einer guten Freundin ein Buch von einem Autor geschenkt bekomme, von dem sie weiß, dass ich ihn nicht mag (wir haben oft über ihn gesprochen)? Lag es vielleicht gerade griffbereit beim Buchhändler in der Reihe der „You must have-Bücher“?

Muss ich mich freuen, wenn wir (mein Mann und ich) von einem befreundeten Ehepaar zu einer Essenseinladung etwas mitgebracht bekommen, dass ganz offensichtlich (Irrtum ausgeschlossen) die Welcome-Gabe eines offiziellen Empfangs war. Essenseinladungen müssen eigentlich sowieso nicht mit einem Geschenk bedacht werden, ein paar Blümchen – das ist mehr als genug. Warum also?

Muss mein Mann sich freuen, wenn er von seinem Sportfreund, der zufällig auch den Preistopf für die Sportgruppe betreut, zum Geburtstag eines der übriggebliebenen Geschenke aus diesem Topf bekommt? Originalverpackt!

Jeder kennt wohl solche Missgriffe und jeder steht dann vor dem Problem: Was mache ich nun? Was bedeutet es für mich, für die Freundschaft, für meine Empathie?

Ich frage Sie: Wie gehen Sie damit um?

Aber erst einmal wünsche ich mir für das neue Jahr, dass all das der Vergangenheit angekört: Dass es jetzt nur noch Geschenke gibt, die klein und fein sind , dafür aber „herzig- herzlich“. Oder dass wir uns endlich alle an das Versprechen halten!
Und ich wünsche mir, dass ich nie selbst den Fehler mache. Vielleicht habe ich ihn ja schon einmal gemacht – das wäre zum „Selbstschämen“.

Bleiben wir uns auch in 2015 gewogen?

I.B.F.

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