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… und jünger

Familienforschung Teil 2: Wie geht das?

Wenn ich von den Ergebnissen meiner Familienforschung berichte, so kommt meistens die Frage nach der Anzahl der darin erfassten Personen. Diese Zahl nenne ich nur ungern, denn sie sagt nichts aus über die Tiefe der Recherche, doch so viel sei verraten: Es sind Hunderte. Das klingt zunächst erstaunlich, doch wenn man bedenkt, dass jeder Mensch zwei Großeltern-Paare hat und sich die Zahl mit jeder Generation verdoppelt, erklärt sich die hohe Anzahl von Vorfahren sehr schnell. Meistens erforscht man zwei Familien parallel, die eigene und die des Partners, was nochmals zu einer Verdoppelung führt. Auch die Seitenlinien von Onkeln und Tanten und von deren Lebenspartnern sind schließlich interessant und schnell ist die Datenfülle auf ein paar hundert Familienmitglieder angewachsen.
Die zweite Frage ist oft die nach der ältesten nachgewiesenen Person. In meinem Fall ist dies ein Urahne vor fünf Generationen in der mütterlichen Linie,Teil_2 (0) geboren im Jahr 1756 in Schlesien. Noch weiter in die Vergangenheit vorzudringen dürfte mir kaum gelingen, denn dies war gerade die Zeit der Schlesischen Kriege, als das vormals habsburgische Schlesien an Preußen fiel. Preußen, Ordnung und Verwaltung, diesen Dreiklang muss man nicht erklären und so hat dann der preußisch-protestantistische Staat verfügt, dass Kirchenbücher über Geburten, Taufen, Eheschließungen und Sterbefälle zu führen sind. Vorher hatte man es gehalten wie der Pfarrer Bolte und der hielt es ja bekanntermaßen wie er wollte.
Standesämter wurden in Deutschland erst über 100 Jahre später eingeführt, nämlich nach der Reichsgründung 1871, und von dieser Zeit an fällt es leichter, an genealogische Daten heranzukommen. Durch Kriegswirren und Brände wurden jedoch auch deren Bestände dezimiert.
Inzwischen hat das Internet die Welt verändert, und es gibt viele Familienforscher, die ihre Ergebnisse in genealogischen Vereinen online zur Verfügung stellen. Auch finden sich im Netz historische Adress- und Telefonbücher, Verlust- und Suchlisten sowie Daten der Einwohnermeldeämter, letztere gegen eine geringe Gebühr.
So ist es am Ende gar nicht anders denkbar, als der Datenmenge mit dem Computer Herr zu werden. Eine geeignete Software findet sich ebenfalls im Internet, die zudem ein genealogisches Grundkonzept zur Verfügung stellt, so dass man davon entlastet ist, ein solches Konzept selbst aufzubauen mit allen Irrwegen, die dabei möglich sind.
Das Interessante an der Familienforschung sind aber weniger die gesammelten Geburts- und Sterbedaten, sondern die Lebenswege der Vorfahren und die Geschichten, die sich um sie ranken. Falls man nicht das Glück hat, aTeil_2 (1)kuf Tagebücher, Briefe und andere Aufzeichnungen der Vorfahren zu stoßen, so ist man auf mündliche Überlieferungen angewiesen, die einem nur die noch Lebenden berichten können. Manchmal erinnert man sich auch selbst noch an die Geschichten, die uns die Eltern über sich und ihre Eltern und Geschwister erzählt haben. Auch aus geschichtlichen Zusammenhängen lassen sich oft überraschende Details zu den einzelnen Lebensläufen ermitteln und sogar Lücken ausfüllen.

Ferdinand

Einen guten Einstieg in die Familienforschung bietet die Plattform www.ahnenforschung.net.
Die Suche über gleich mehrere Datenbanken geht mit http://meta.genealogy.net.
Das Internet-Lexikon Wikipedia liefert genealogische Informationen unter http://de.wikipedia.org/wiki/GenWiki
Berliner Adressbücher von 1799 bis 1943 bei: digital.zlb.de/

4 Kommentare

  1. Thomas und Thea

    Und wir bekommen zugleich ein wenig Geschichtsunterricht. Wir warten auf die nächste, dritte (?) Folge! Wie viel werden es wohl sein?
    Thomas und Thea

  2. Horst

    Ist der Wunsch, nach den Ahnen zu forschen, durch dein eigenes fortgeschrittenes Lebensalter entstanden?

    • berlinab50

      Wir wissen zufällig, dass Ferdinand im Urlaub ist und erst in der ersten Märzwoche zurückkommt. Also nicht unzufrieden sein, wenn er die Frage nicht sofort beantwortet.
      Berlinab50

  3. Ferdinand

    Herzlichen Dank für die netten Reaktionen auf die Familienforschung. Nach meiner Erfahrung beginnt das Interesse dafür erst in einem Alter, in dem man selbst seine Erfahrungen an die Nachfolgegeneration weitergeben möchte. Unter 60 Jahre ist das selten der Fall, doch es kommt vor. Die (erwachsenen) Kinder und die Enkelkinder werden sich heute noch nicht dafür interessieren, aber der Tag wird kommen, dessen bin ich mir sicher. Doch genau so sicher bin ich mir, dass ich dann nicht mehr am Leben sein werde. Deshalb sind Pappschachteln so wichtig 🙂

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