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Krieg ist schrecklich, mein Kind!

Das mahnende Gedenken an den Krieg und seine Opfer wird uns in diesem Jahr weiter begleiten. Erinnerten wir uns 2014 an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren, so ist es nun das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren.

Nie wieder Krieg! Das ist der Aufschrei der Überlebenden des Zweiten Weltkriegs, die ihre Erinnerungen und Eindrücke in dem Buch „Krieg ist schrecklich, mein Kind! – Zehlendorfer erinnern sich an 1945“ aufgeschrieben haben. Dieses sehr persönliche Lesebuch, nunmehr in 3. Auflage erschienen, umfasstbg205 über 30 Zeugnisse der Erinnerung, die ergänzt werden durch zahlreiche Hintergrundinformationen, durch Fotos, Daten und Lagepläne. Es ist im Männertreff der evangelischen Kirchengemeinde Zur Heimat entstanden. Alle Autoren stammen aus der Gemeinde oder ihrem Umfeld.

Leitgedanke des Buches sei der „lokale Blick“, schreibt der Herausgeber Wolf-Dieter Glatzel in seinem Vorwort. Wie haben die Zehlendorfer und die Einwohner von Lichterfelde, Kleinmachnow und Teltow das Kriegsende vor 70 Jahren und die frühe Besatzungszeit erlebt? Manche der Schreiber waren damals als Kinder oder Jugendliche vom Abenteuer Krieg fasziniert. Ihre Erinnerungen lassen nur wenig vom Schrecken des Kriegsendes erahnen. Viele andere aber berichten von Gräueltaten, von Terror und Gewalt, die ihr weiteres Leben für immer prägten und veränderten. Der Kampf ums Überleben – Hungern, Hamstern, Organisieren und Frieren – bestimmte den Alltag, nicht nur im Südwesten Berlins.
Um das Bild vom Ende des Kriegs aus allen Blickwinkeln darzustellen, enthält das Buch auch Aufzeichnungen verstorbener Zehlendorfer, die noch selbst an der Front im Westen Deutschlands, in Schlesien und Ostpreußen kämpften und ihre Eindrücke unmittelbar niederschrieben. Alle Beiträge wurden unzensiert und ohne inhaltliche Bearbeitung in diesen Sammelband aufgenommen.

Zur Heimat

Kirche Zur Heimat

„Wir, als letzte Zeitzeugen der schrecklichen Ereignisse am Kriegsende, erinnern uns deshalb nicht nur mit persönlichem Schaudern an die damalige Zeit, sondern auch in der Absicht, mit dem Festhalten unserer Eindrücke die Jungen von heute und vielleicht kommende Generationen davon zu überzeugen, auf keinen Fall Krieg und Gewalt als Möglichkeit der Lösung von Konflikten ins Auge zu fassen,“ schreibt Wolf-Dieter Glatzel, der Herausgeber.
Das über 300 Seiten starke Buch „Krieg ist schrecklich, mein Kind! – Zehlendorfer erinnern sich an 1945“ (ISBN 978-3-00-044481-4) mit seinen teils nachdenklichen, teils ergreifenden Beiträgen und Bildern ist zum Selbstkostenpreis von 20 Euro zuzüglich Porto zu beziehen über http://www.heimatgemeinde.de/pages/info/aktuelles.php?aktuelles_id=205.

Zehlendorf wurde am 24. April 1945 von sowjetischen Truppen besetzt. Die Rote Armee hatte an diesem Tag den Teltowkanal im Süden überquert und danach Schlachtensee, Nikolassee und Zehlendorf eingenommen, Dahlem am 27. April. Wannsee gab erst am Tag der Kapitulation Berlins, am 2. Mai 1945, auf.

Aus Anlass dieser historischen Zeitenwende, die je nach Sichtweise als Ende des Zweiten Weltkriegs, als Befreiung vom Faschismus oder als bedingungslose Kapitulation bezeichnet wird, lädt der evangelische Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf von März bis Juni zu der Veran-staltungsreihe „1945-2015: 70 Jahre Kriegsende – und heute?“ ein. Sie will die verschiedenen Aspekte und Schicksale wach halten, die mit dem Ende von Krieg und Nazi-Terror in Deutschland verbunden sind. Zugleich stehen aber auch die aktuellen Kriege und Kriegsgefahren im Blickfeld der Gottesdienste und Veranstaltungen. Aktuelle Informationen über die Veranstaltungen bis zum 28. Juni finden Sie unter www.teltow-zehlendorf.de/alias.html?id=1094270.

Zur Heimat innenraum

Kircheninnenraum Zur Heimat

Die Reihe beginnt am Mittwoch, 11. März, um 17 Uhr mit einem Gespräch mit Zeitzeugen in der Kirche Zur Heimat, Heimat 24. Im Rahmen dieses Erzählcafés berichten einige Autoren des Erinnerungsbuches über das Kriegsende 1945 und kommen, an einzelnen Tischen sitzend, mit den Besuchern ins Gespräch.

Am genauen Datum der sowjetischen Besetzung Zehlendorfs, am 24. April, laden die Veranstalter von 18 bis 22 Uhr zu einer „Liturgischen Nacht des Erinnerns“ in die Kirche Zur Heimat ein. Der Abend beginnt mit einem Gottesdienst mit Superintendent Dr. Johannes Krug, dem sich Gespräche miteinander, Lesungen und ein gemeinsames Essen anschließen. Die Besucher versuchen Antworten auf die Frage „70 Jahre Kriegsende – und heute?“ zu finden.

Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildet ein Konzert am Sonntag, 28. Juni, um 19.30 Uhr in der Pauluskirche Zehlendorf, Kirchstraße 6, gleich gegenüber vom Rathaus. Nach der Missa in tempore belli von Joseph Haydn erklingt als Uraufführung ein Auftragswerk der Berliner Bach Gesellschaft: Aus der Schwärze des Schweigens, eine Kantate zum Gedenken an 70 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges von Frank Schwemmer, geboren 1961. Es musiziert und singt das Kammerorchester Berliner Cappella und die Zehlendorfer Pauluskantorei unter der Leitung von Cornelius Häußermann.

Lothar Beckmann

2 Kommentare

  1. U.F.

    „Nie wieder Krieg“. Ein Wunsch, der einerseits so selbstverständlich zu sein scheint und andererseits so weit entfernt von der Realität, dass es einem jede Freude am Erreichten hier in unserem Land ersticken könnte. Aber es ist wohl so: die Hoffnung stirbt zuletzt, auch die Hoffnung an die Einsichtsfähigkeit der Konfliktparteien. Vermutlich könnte man sonst nicht leben.
    U.F.

  2. reiner t.

    so wie es aussieht laufen wir mit gezielter Gewalt in Kürze sogar in den 3. Weltkrieg den der Westen, israel, Nato und die USA schon lange vorbereitet haben. da lenkt man nicht nur von der Finanzkrise ab, man rekrutiert die Arbeitslosen und entledigt sich nebenbei um 5 Mrd menschen, gell?

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