Wir Nachbarn und die Zukunftstadt – Teil 2

Ein paar Tage nach dem Vortrag in der Humboldt-Uni zur Stadt der Zukunft (vgl. Wir Nachbarn und die Zukunftstadt) wurde ich vor einigen Tagen auf eine weitere Nachbarschafts-Initiative aufmerksam gemacht : www.wirnachbarn.com . Auch hier soll die Nachbarschaft gefördert werden und das per PC. Die Initiatoren wollen mit ihrer Plattform ein Instrument anbieten, um sich in seiner näheren Umgebung auszutauschen und zu unterstützen. Ein Video dazu gibt’s gleich auf der Startseite.

Nachbarschaftshilfe ist ein generationsübergreifendes Thema, das gerade für Ältere immer wichtig werden wird. Also keine dumme Idee. Ob die mein Starter SetUnterstützung vom Nachbarn per mouseclick sich durchsetzen wird, kann nur die Zukunft weisen. WirNachbar.com sind seit Oktober 2014 online und haben bereits 13 aktive Nachbarschaften, d.h. 20 bis 60 Mitglieder mit beständiger Aktivität, und es werden kontinuierlich mehr. Seite Mitte Januar 2015 gibt auch eine App.

Um das Projekt weiter zu verfolgen, habe mich eingetragen. Man meldet sich an, mit Klarnamen und Adresse – alles ein wenig kompliziert, aber Sicherheit wird versichert und großgeschrieben. „Wir setzen auf echte Namen, echte Nachbarn (keine Fake-Accounts). Nachbarschaften sind klar definiert. Nur wer um die Ecke wohnt, kann sich gut unterstützen. Und: Wir nehmen Privatsphäre ernst: Nachbarschafts-Aktivitäten sind nicht google-bar, Deutscher Datenschutz und Server in Deutschland sind unsere Standards“ sagen die Initiatoren. Aber irgendwann hatte ich es geschafft und kann jetzt, wann immer ich etwas tauschen will, verschenken kann (Bücher), suche (die Adresse eines guten Uhrmachers) oder für eine kurze Zeit etwas leihen möchte (eine Bohrmaschine), Hinweis (Schlüssel gefunden, Katze entlaufen) an das Schwarze Brett meines virtuellen Kiez’es, der ja mein realer ist, posten. Die Nutzung ist kostenlos.

Die betrauerte „gute alte Nachbarschaft“, wo man sich noch kannte und grüßte, soll nun wieder aktiviert werden – in einer Form unserer Zeit: mit PC oder Smartphone. Es klingt auf Anhieb eher nach jungen Nutzern, aber nachdem inzwischen auch die Senioren immer mehr online gehen, bin ich optimistisch, dass sich dieser Service etabliert und in Anspruch genommen wird.

Ich habe das Glück, in einem Haus mit einer intakter Hausgemeinschaft zu wohnen. Wir kennen uns, wir grüßen uns, sind aufmerksam und wachsam (also auch für Diebe keine gute Location) und helfen uns, wenn notwendig. Aber die Nachbarn in der näheren Umgebung kenne ich auch kaum. Auch wenn’s mir ein wenig absurd erscheint, dass die Anwohner nun per Internet um persönlichen Gespräche, soziale Wärme und Nähe buhlen, aber vielleicht klappt’s ja auf diese Weise mit dem Nachbarn.

Bleiben Sie neugierig!

go

Foto (c) go

2 Gedanken zu “Wir Nachbarn und die Zukunftstadt – Teil 2

    • Es sind, so wurde mir gesagt, „13 aktive Nachbarschaften (d.h. 20 bis 60 Mitglieder mit beständiger Aktivität und wachsend) sowie über 70 Nachbarschaften im Aufbau, d.h. noch wenige Mitglieder, aber auch hier werden es beständig mehr“ – wie schön, dass es bei Ihnen funktioniert. Das freut mich sehr!

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