Berlin ab 50…

… und jünger

Aufgeschnappt: Wir können uns nicht mehr langweilen!

Können Sie sich noch an Ihre Kinderzeit erinnern? Meistens war es ja hoch spannend, aber das Wort „Langeweile“ kannten wir durchaus. Wenn wir alle Erwachsenen ausreichend mit der Frage „was soll ich bloß machen, mir ist so langweilig!“ genervt hatten und immer noch keine Freundin in Sicht war, blieb nur noch die Möglichkeit, – natürlich mit beleidigter Mine – mit uns selbst zu spielen. Und siehe da; Fast immer haben wir uns auch allein vergnügt. Die Langweile hat uns kreativ gemacht. Einfach so, nur durch die schlichte Tatsache, dass uns nichts abgelenkt hat und wir mit uns und unseren Gedanken allein waren.

So war das damals. Und es war gut so.

Jetzt ist es ganz anders: Wir haben den “Langeweile-Vertreiber“ fest in der Hand. Unser Handy mit seinen unzähligen Apps. Für jede Situation des Lebens gibt es gleich mehrere – Auswahlmöglichkeiten en gros. Haben wir nichts anderes zu tun, greifen wir zum Handy. Nicht weil wir eine Information brauchen, eine SMS oder Mail eingeht – nichts davon Wir langweilen uns einfach. Ob beim Warten auf Bus oder Bahn, beim Friseur, beim Arzt (auch das inzwischen), auf der Straße, wenn wir allein sind: unser Handy steht immer zur Verfügung. Das Handy als „Handschmeichler!“

Leider! Weil wir uns die Chance aus der Hand nehmen lassen, kreativ zu sein. Geistesblitze zu haben, durch das „Einfach-so dahin-Denken“ Lösungen zu finden. Denn wir können nicht zwei Formen der Aufmerksamkeit gleichzeitig aktivieren. Die Aufmerksamkeit nach außen (Handy) kappt die nach innen gerichtete. Entweder – oder. Wir wählen ganz offensichtlich die falsche Variante. Immerhin geben nach Umfrage eines Meinungsinstituts 44 Prozent von uns zu, automatisch zum Handy zu greifen, wenn zu tun nichts ansteht. Bei den Jüngeren (18- bis 24-Jährigen) sind es etliche Prozente mehr. Wir gönnen unserem Gehirn keine Ruhepause. Es kann nicht mehr „ungerichtet“ vor sich hindenken. Und das heißt auch: Es kann nicht mehr „blitzen“. Traurig, aber wir sind selbst schuld.

Es gibt natürlich Abhilfe – ein Sechs-Stufen-Plan. Ich will jetzt nicht näher darauf eingehen – mein Gehirn braucht Pause!

Wollen Sie mehr wissen? Dann komme ich darauf zurück – bei einem der nächsten Beiträge.

I.B.F.

Quelle: Die Zeit, Nr. 13 (26.03.2015)

 

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