Berlin ab 50…

… und jünger

Die Nester füllen sich…

Rühstädt, das idyllisch am rechten Elbufer gelegene kleine Dorf, beherbergt jedes Jahr bis zu 40 brütende Storchenpaare. 1996 bekamRühstädt der Ort deshalb von der Stiftung „Europäisches Naturerbe“ den Titel „Europäisches Storchendorf“ verliehen. Dort wo die Havel in die Elbe mündet ist die Flusslandschaft mit seinen Auen und Überschwemmungsgebieten ein Paradies für Störche, hier finden sie Kleinsäuger, Froschlurche, Fische und große Insekten im Übermaß.

Im letzten Jahr wurden in Rühstädt von 38 Storchen-Eltern insgesamt 53 Junge großzogen. Daher wundert es auch nicht, dass die im nordwestlichen Brandenburg gelegene Gemeinde vom „Storchentourismus“ lebt – selten sieht man so viele Storchennester auf einmal. Eine „Live-Übertragung“ direkt aus dem Storchennest auf dem Gebäude des NABU-Besucherzentrum des Biosphärenreservats Rühstädt gibt es ebenso wie eine informative Ausstellung „Weltenbummler Adebar“ in den Räumen des Besucherzentrum selbst. Dort erfahren Sie mehr über den imposanten Storch, über seinen Lebensrhythmus und auch über die mit dem Vogeltourismus verbundenen Probleme.

In gut 100 rühstätTagen zwischen Ankunft (März/April) und Abflug im August müssen sich die Vögel finden, paaren und die Jungen großziehen. Es gibt zwei Zugrouten der Störche nach Europa: die „Ostzieher“ und die „Westzieher“. Die Rühstädter Störche bevorzugen die östliche Zugroute. Sie kommen aus Ägypten vom Niltal und aus dem Sudan, ja sogar aus Ost- und Südafrika. Sie ziehen über Hurghada am Golf von Suez zum Sinai, dann nach Israel, über den Libanon, Syrien und Anatolien (Kleinasien) zum Bosporus und schließlich über Bulgarien, Ungarn, Österreich nach Deutschland und – die Rühstädter Störche bis in die Prignitz. Damit liegen die Brutgebiete bis zu 10. 000 km entfernt von den Winterquartieren.

Zu Ostern, am 5.April 2015, waren 4 oder 5 einzelne StöRühstädt april 2015rche angekommen, am 13.April betrug der aktuelle Stand an Brutpaaren in Rühstädt bereits 18 Paare. Über die Webseite des Storchenclub Rühstädt e.V. können Sie sich über den aktuellen Stand des Besatzes der Nester informieren http://www.storchenclub.de. Storchenführungen in Rühstädt können bei der Naturwacht, beim NABU-Zentrum sowie beim Storchenclub gebucht werden.

Und was sagt Johann Wolfgang Goethe dazu ?

Beruf des Storches
Der Storch, der sich von Frosch und Wurm
An unserm Teiche nähret,
Was nistet er auf dem Kirchenturm,
Wo er nicht hingehöret?

Dort klappt und klappert er genug,
Verdrießlich anzuhören;
Doch wagt es weder alt noch jung
Ihm in das Nest zu stören.

Wodurch – gesagt mit Reverenz –
Kann er sein Recht beweisen,
Als durch die löbliche Tendenz
Aufs Kirchendach zu . . .

 IMG_5620

 

Bleiben Sie neugierig und gönnen Sie sich einen Storchen-Tag –  am besten mit Kind und Kegel –   in Rühstädt.

mw/go
PS. Drühstädt wasserturmer Tierfilmer Herbert Ostwald hat das Storchenleben auf Dächern und Feldern rund um Rühstädt während einer Saison beobachtet, das Ergebnis „Unter Störchen – Ein Dorf im Storchenfieber“ war am 1.April auf ARTE zu sehen. Wir hoffen auf baldige Wiederholung.

 

Fotos (c) mw

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