Berlin ab 50…

… und jünger

Modemuseum Schloss Meyenburg

Sicher erinnert der Eine oder Andere sich noch an die 2012 gezeigte großartige Sonderausstellung „Fashioning fashion– Europäische Moden 1700 – 1915“ im Deutschen Historischen Museum.
Die einzigartige Sammlung historischer Kleider des Los Angeles County Museum of Art präsentierte faszinierende Gewebe, raffinierte Schnitte und kostbare Dekore aus 300 Jahren. Geordnet nach Mode, Textur, Form und Dekoration wurde der Wandel in der Kleidersilhouette bei Frauen und Männern, der Vielfalt der textilen Oberflächen in Web-, Färbe- oder Drucktechniken und der formenden, stützenden oder einengenden Techniken bei der Verarbeitung zu Kleidern sichtbar gemacht.

Sollten Sie jedoch die Ausstellung verpasst haben, müssen sie nicht nach Amerika fahren: Schloss Meyenburg in der Prignitz beherbergt seit Juni 2006 die große Privatsammlung historischer Kleidungsstücke und Accessoires modemuseum schloß meyenburgvon 1890 bis 1980, gesammelt von Josefine Edle von Krepl. Fast 100.000 Besucher kamen seitdem in das Modemuseum und erfreuten sich an den Exponaten aus fast 100 Jahren europäischer Damenmode. Zwei Kleider standen am Beginn der Sammlung der in Fürstenwalde geborenen von Krepl: Das schwarze Satinkleid, das die Großmutter ihr mit 13 Jahren schenkt, und das elegante Brautkleid ihrer Mutter aus Wien. Die Sammlung wuchs in den letzten Jahren beachtlich

Begleitbroschüre

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und die Begleittexte in der Ausstellung verdeutlichen Zusammenspiel und Entwicklung von Material, Form und Dekoration. Die Räume sind den Zeitabschnitten Kaiserreich, Weimarer Republik, Drittes Reich und Nachkriegszeit bis in die siebziger Jahre gegliedert und

Begleitbroschüre

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zeigen neben den Kleidern auch Accessoires wie Hüte und Schmuck, Mobiliar und historische Fotografien. Die eingespielte Musik ergänzt das Zeitgefühl. Besonders interessant und selten gezeigt die Nachkriegsmode. Die Exponate zeigen die Improvisationskunst der Schneiderinnen und den Willen, die uniformierte „völkische“ Periode der Damenmode mit bunten Farben und ausgefallenen Schnitten vergessen zu machen.

Die Stadt Meyenburg hat im Frühjahr einen Teil der Sammlung Josefine von Krepls aufgekauft und damit den Fortbestand des Museums auch nach dem Eintritt in den Ruhestand der Sammlerin im Mai 2015 gesichert. Der neben dem Trägerverein des Museums arbeitende Förderverein will weiterhin für Schloß MeyenburgSonderausstellungen sorgen, immerhin waren es 22 seit Gründung des Museums! Im Jahr 2008 wurde der „Förderverein Modemuseum Schloss Meyenburg e.V.“ als „Ausgewählter Ort“ im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ ausgezeichnet.

Wie kommt man von Berlin nach Meyenburg? Mit dem Auto auIMG_3609f der A 24 (Richtung Hamburg) bis Abfahrt Meyenburg, dann auf der B 103 Richtung Plau 10 km bis Meyenburg. Ein empfehlenswerter Ausflug, der  (nicht nur) Mode-Interessierten ein paar  beglückende Eindrücke verschafft. Geöffnet ist ganzjährig Dienstag bis Sonntag von 11 – 17 Uhr. Weitere detaillierte Infos finden Sie unter www.modemuseum-schloss-meyenburg.de

mw

Fotos (c) mw

5 Kommentare

  1. PB

    Ich kann das bestätigen! Das Modemuseum begeistert sogar Männer, jedenfalls mich. Man(n) bekommt auch Kaffee aus Sammeltassen (!) und selbst gebackenen Kuchen, während die Frauen zwischen den Kleiderstangen nach einem historischen „Fummel“ stöbern…
    Der Ausflug nach Meyenburg lohnt sich!
    PB

    • B.M.

      Womit das Klischee – Mann geht zwar mit, hält sich aber vom Stöbern fern, dafür an der Kaffeetasse fest – wieder Nachschub bekommen hat. Nichts für ungut!
      B.M.

  2. Be

    Dieses Museum beeindruckt wohl jeden. Im Keller die liebevoll präsentierten aufwendigen Roben und im 1. Stock dann Mode, die man selber auch getragen hat. Da kommen viele Erinnerungen hoch. Mich hat vor allem auch die Entwicklung fasziniert. Von den mageren Nachkriegsjahren zu den bunten Mustern der 60 er Also, wer die Gelegenheit hat, sollte hinfahren. Es lohnt sich wirklich.

  3. PB

    Nüscht mit Klischee, liebe Leserin! Ich habe mich sehr wohl für die Ausstellung begeistert und danach, übrigens gemeinsam mit meiner Frau, einen Kaffee getrunken. Doch wozu sollte ein Mann in Damenkleidern stöbern? Ich glaube, der Schwarze Peter in Sachen Vorurteil liegt eher bei Ihnen.
    PB

    • B.M.

      Um seine Frau auf dieses oder jenes aufmerksam zu machen. Zum Beispiel. Aber Sie haben recht, Vorurteile halten sich unangemessen lange. Besonders wohl in meiner Generation.
      B.M.

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