Berlin ab 50…

… und jünger

Eine tänzerische „Hommage an das Wasser“

Berlin ist eine Stadt mit so vielen Ereignissen, dass wir mit den Tipps kaum mehr nachkommen. Es sind ja nicht nur die großen Veranstaltungen – professionell aufgezogen und mit öffentlichen Zuschüssen bedacht- , über die es zu berichten gilt. Es sind vielmehr die kleineren Initiativen, die eher Stadtteilbezogen sind und auf private Initiative und die Begeisterung für eine Idee bauen, denen wir uns annehmen wollen. Und dabei kommt Erstaunliches zusammen.

Diese Veranstaltung, von der jetzt die Rede ist, ist allerdings kein Stadtteil-„Event“, sondern eine weltweite Initiative. Und sie lebt ausschließlich von Spenden, vom Crowdfunding und vor allem von dem Engagement der Teams, die daran beteiligt sind.

water dances 2

(c) P.M.B.

Global Water Dances Berlin 2015 (www.globalwaterdances.de) – das ist unser Tipp!

Initiatorin ist ein internationales Netzwerk von Choreografinnen und Choreografen, von Musikern, Tänzerinnen und Tänzern, die zeitgleich an 78 (!) Orten der Welt auf das lebensnotwendige Thema „Wasser“ aufmerksam machen wollen. Das Netzwerk arbeitet mit Gruppen vor Ort zusammen, die ihrerseits die künstlerische Umsetzung des Themas in tänzerische Bewegung, in Tanzbilder, in Performances verantworten.
In Berlin sind rund 60 Tänzerinnen und Tänzer, Musiker und Musikerinnen beteiligt. Es geht ihnen um all die Probleme rund um das Wasser, die in ihrer Dramatik in vielen Teilen der Welt kaum zu überbieten sind. Verschmutzung, Knappheit, Zerstörung des Lebens im Wasser, Versiegelung, Fischerei-Raubbau – Sie kennen die fast täglichen Hiobsbotschaften. Aber es geht auch um die Schönheit des Wassers.

Global Water Dances finden jetzt schon zum dritten Mal statt und wie schon 2013 ist Schauplatz oder besser Schaubühne das Spreeufer/Rahel-Hirsch-Str. Am 20. Juni ab 17 Uhr.

GWDBerlin2015

(c) René Ritschel

Es wird ein großartiges Schauspiel werden – da bin ich mir sicher. Aber nicht nur deswegen gibt es diesen Tipp. Sondern auch, um, wie schon oben angedeutet, aufmerksam zu machen auf Initiativen, die nicht subventioniert werden, sondern allein dem Engagement der freien Szene zu verdanken sind. Die Beteiligten, die alle frei arbeiten und oftmals um ihr finanzielles Überleben kämpfen, sind dennoch so von der Idee überzeugt, dass sie diese Veranstaltung aufrecht erhalten. Was bedeutet, dass sie sich selbst ausbeuten, finanzielle Einbußen in Kauf nehmen, um der Idee treu zu bleiben. Das ist bewundernswert und wert, honoriert zu werden. Wenn schon nicht durch Subventionen, so doch zumindest durch Aufmerksamkeit und Hochachtung der Öffentlichkeit. In diesem Fall durch uns, die wir in Berlin leben. Und gerade unsere Generation sollte bereit sein, Engagements dieser Art zu unterstützen. Weil sie die Welt ein bisschen freundlicher machen.
Eine der Berliner Initiatorinnen, die 2013 dabei war und ihre eigenen Kurse in der Zeit der Vorbereitung eingeschränkt hat, musste in diesem Jahr einsehen, dass sie es sich nicht „mehr leisten“ kann, wenn sie überleben will. Schweren Herzens, denn es war einmal ihre Herzensangelegenheit.

Nur ein kleines Beispiel, aber es sagt viel oder alles aus über die freie Szene in Berlin. Berlin aber lebt von dieser freien Szene. Das einmal auch in diesem Blog zu sagen, liegt mir am Herzen.

Lassen Sie sich verführen und kommen Sie am 20. Juni zum Spreeufer.

I.B.F.

 

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