Berlin ab 50…

… und jünger

KUNST IN HALLE LINX

Gabriele schmelz 2

Gabriele Schmelz (c) J.M.Kleber

Das erste Mal fiel sie mir auf bei einer Begrüßungsrede in den Goerz-Höfen, wohin ein KulturWalk uns im Rahmen der KulTour 2015 der Südwestpassage führte. Wir befanden uns mitten im KunstNachlassBasar in der Halle Linx: Gabriele Schmelz.

Sie erzählte, dass der Basar nun bereits das zweite Mal stattfindet und hier nur sechs Nachlassverwalter von verstorbenen Künstlern ausstellen können – obwohl es in Berlin weit über 1500 Kunstnachlässe in Kellern und Dachböden geben würde. Berlin, die Stadt der Künstler, der bekannten und vielen unbekannten. Gabriele Schmelz, mit einer tiefen, rauchigen Stimme, unterbricht meine Gedanken – dies sage nichts über die Qualität der Künstler aus, sondern mehr über den Mechanismus des Marktes und die Charaktere der Kreativen. Es gibt viele Gründe, warum ein Künstler nicht „in die Umlaufbahn“ gekommen ist, keinen „Marktwert“ besitzt.

Portrait G.Schmelz von J.Kadel

Gabriele Schmelz/Portrait von Janus Kadel (c) go

Nachdem sie sozusagen über Nacht den Nachlass ihres Künstlerfreundes Janus Kadel geerbt hatte, nachdem sie mit viel Energie einige Ausstellungen bestückt und andere organisiert hat und der Keller immer noch voll war mit Objekten , war sie am Ende ihres Lateins. Und eines wusste sie ganz sicher, sie wollte auf keinen Fall die Bilder und Objekte von Janus Kadel, der sich selbst einen „verschlafenen Expressionisten“ nannte, auf dem Trödelmarkt verscherbeln. Dann kam ihr die Idee, sich mit anderen Nachlassverwalter zusammenzutun – und so entstand der KunstNachlassBasars.

Gabriele Schmelz, geboren 1946 in Berlin, studierte an der FU Berlin Germanistik, Romanistik und Philosophie , war viele Jahre Mitherausgeberin der Zeitschrift „Literatur & Erfahrung“, schreibt für den Rundfunk (Rezensionen, Features), für Zeitungen und Zeitschriften, hat Prosa („Der Zollstock“) und Lyrik („Seele auf der Haut“) veröffentlicht und eigene Fotos ( „Wasser-Spiegel“) ausgestellt. Seit 2006 kümmert sie sich um den Nachlass des Künstlers Janus Kadel.
Dank Gabriel Schmelz‘ Initiative können Sie also gute Kunst – Bilder, Zeichnungen, Grafiken – erwerben, ohne Preise von Sotheby’s oder Christie’s zahlen zu müssen. Ich habe – Sie erinnern sich an den Beitrag „Ich habe mich verliebt“ – dort zum Beispiel Johanna Schönfelder ebenso wie Janus Kadel entdeckt, zwei sehr unterschiedliche Künstler, aber genau darin liegt die Spannung dieses Basar.

kleber halle linx

(c) G.Schmelz

Für dieses Jahr ist der Basar bereits vorbei. Er fand am 10. und 11.Oktober während der offenen Ateliers in den Goertz Höfen in Friedenau statt.
Aber nächsten Jahr können Sie wieder anlässlich der KulTour der Südwestpassage 2016 in mehreren Nachlässen stöbern und die versteckte Berliner Kunstwelt kennenlernen. Sie sollten sich den Termin im Kalender vormerken.

Und wenn Sie noch dieses Jahr in die Goerz-Höfe gehen wollen: Bis zum 14.Januar 2016 können Sie dort, in der Halle Linx, Eingang Rheinstrasse 45/46, ganz in der Nähe des Walter- Schreiber- Platzes in Steglitz/Friedenau,  bei freiem Eintritt

(c) G.Schmelz

(c) G.Schmelz

immer von montags bis freitags 11 bis 17 Uhr „MEN SCH RIFT nochmal“ Installationen und Bilder von Johann Manfred Kleber sehen – kein Nachlass, sondern Werke eines interessanten, quicklebendigen Künstlers.

Es lohnt sich, bleiben Sie neugierig und gehen Sie auf Entdeckungsreise in die Halle Linx
go

2 Kommentare

  1. Anna

    Ein hervorragender Beitrag für eine tolle und engagierte Frau, die sich für den Erhalt von Kunstwerken einsetzt und dabei viel Kreativität beweist. Danke und weiterhin viel Freude und Erfolg bei dieser Aufgabe!

  2. M.M.

    Wer sich für Künstlernachlässe interessiert, der sei auf einen Beitrag im Tagesspiegel von heute (5.12.2015) hingewiesen. Darin wird sowohl eine Ausstellung angekündigt als auch ein Symposium mit dem Titel: „Umgang mit Künstlernachlässen“. Es findet am 12.12. in der Akademie der Künste statt. Registrierung ist noch möglich, der Eintritt ist frei.
    Die Ausstellung läuft in der Galerie des Künstlerbunds in der Markgrafenstr. 67. Noch bis zum 19 Februar 2016. Di bis Fr. 14 – 18 Uhr.
    M.M.

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