Berlin ab 50…

… und jünger

Wir haben ein Problem: Wir haben ein Haus!

einsames haus 2Es klingt merkwürdig, zugegeben. Ein eigenes Haus ist für fast jeden ein „Traum“. Und auch wir (mein Mann und ich) hätten nie gedacht, dass uns das Haus einmal über den Kopf wachsen würde. Dass wir älter werden würden, wussten wir natürlich (auch wenn wir damals an die ewige Jugend glaubten!).

Was wir nicht wussten (oder einfach verdrängt haben?): Älterwerden heißt auch, mit seinen Kräften haushalten zu müssen, Arbeiten in Haus und Garten (der allerdings schon früher geschrumpft wurde) nicht mehr so einfach leisten zu können. Treppen können zu einer Falle werden. Und vor allem: Wir haben bei der Pflege unserer Eltern in ihrer Wohnung gemerkt: Rollator und Rollstuhl brauchen große Räumen bzw. breite Türen. Unser Haus hat ganz normal breite Türen und noch dazu eine Treppe! Unser Bad ist leider auch alles andere als „behindertengerecht“.

Die Lage unseres Hauses: Am Stadtrand von Berlin, also schön und ruhig. Zu ruhig offenbar für eine ausreichende Anbindung an das Verkehrsnetz, über das man eigentlich in Berlin nicht meckern kann. Was im Klartext heißt: Wir sind auf das Auto angewiesen. Was uns bisher nicht sehr störte. Jetzt aber, Garten1jenseits der siebzig: Wissen wir, wie lange wir das Autofahren uns und vor allem den anderen noch zumuten können? Wir stehen also vor der Wahl: Fahren wir einfach weiter, ignorierend, was passieren kann? Oder sind wir verantwortungsvoll? Eigentlich müsste unsere Entscheidung klar sein, aber dann ist es vorbei mit der Unabhängigkeit. Dann bestimmt der Fahrplan über unsere Aktivitäten. Wollen wir dass?

Es kommt aber noch ein anderer Punkt hinzu, über den wir wirklich nachdenken müssen: über die finanziellen Auswirkungen. Sicher, wir wohnen mietfrei. Aber unser Haus kostet Geld. Es will gepflegt werden, Reparaturen sind nicht gerade billig und gar nicht mehr so selten – es ist eben nicht mehr ganz jung (das hat es mit uns gemein) und die Rente bzw. Pension steigen nicht bemerkenswert. Unser Haus ist also unser Vermögen – mehr oder weniger. Sein Wert wird kaum mehr steigen, eher sinken. Wir sind also keineswegs in der Lage, das Haus zu behalten und zugleich eine Pflegekraft zu engagieren (von „finden“ reden wir erst einmal gar nicht!) Diese Tatsache ist inzwischen für uns ein beunruhigender Aspekt.

Denn es kommt noch etwas hinzu, worüber wir bislang auch noch nicht wirklich nachgedacht haben: Ist der Standort überhaupt für andere attraktiv ist. Denn nur dann, wenn unsere Lage geschätzt wird, werden wir, sollten wir uns zum Verkauf entschließen, einen guten Preis bekommen. Häuser steigen eben nicht mehr so einfach im Preis, wie wir uns das vorgestellt haben. Es kann gut sein, dass andere Bezirke interessanter geworden sind und es eben nicht so ist, dass die potenziellen Käufer Schlange stehen. Und da unser Haus nicht gerade nach Standard gebaut wurde, sondern einige Individualitäten aufweist, wird es vermutlich doppelt schwer werden. Was bedeuten würde: Mehr Zeit einzuplanen, um nicht das erst beste Angebot nehmen zu müssen. Oder zu akzeptieren, dass uns der Verkauf weniger bringt als geplant. Beide Möglichkeiten sind kein Grund zur Freude, nicht wahr?

Wir werden also weiter überlegen. Denn wir sagen uns: Noch geht es uns gut. Wir können uns also Zeit nehmen, alle Optionen zu prüfen.
Das zumindest beruhigt uns ein wenig. Dazwischen kommen darf allerdings nichts! Eine Garantie gibt es dafür leider nicht.

Ich werde Ihnen weiter berichten – bleiben Sie mir bis dahin gewogen?

I.B.F.

 

2 Kommentare

  1. Isolde Arnold

    Der Artikel beschreibt genau, wie es vielen so geht … und plötzlich ist alles anders!

  2. gisbertbritz@gmx.de

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