Berlin ab 50…

… und jünger

Nur ein bisschen arbeitsmüde?

BfA 2

Dann ist das Folgende für Sie eine gute Nachricht! Die Flexi-Rente nimmt Gestalt an. Was beweist: Unser Gesetzgeber reagiert – entgegen manch anderer Eindrücke – durchaus konstruktiv auf gesellschaftliche Veränderungen, wenn auch mit sehr langer Anlaufzeit und einigen Abstrichen an dem, was von vielen gewünscht wird. Siehe weiter unten.

Bei der Flexi-Rente geht es um diejenigen Arbeitnehmer und Rentner, die sich so gar nicht mit dem Ruhestand anfreunden können und am liebsten beides hätten: Rente beziehen und noch ein bisschen arbeiten. Also um die „Teilrentner“. (Es wird es auch diejenigen freuen, denen es schwer fallen würde, mit der zu erwartenden Rentenhöhe ihren Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Dass es diese Gruppen – vermehrt – gibt, ist nun wiederum kein Ruhmesblatt für unseren Sozialstaat). Merkwürdigerweise kennt nur jeder Dritte dieses Vorhaben, obwohl es arbeits- und sozialrechtlich für fast alle von uns von Bedeutung sein kann.

Um was geht es? Um die Höhe des Hinzuverdienstes neben der staatlichen (Teil-)Rente.
Korrekt heißt dieses neue Gesetzesvorhaben: „Flexible Gestaltung der Übergänge vom Erwerbsleben in den Ruhestand“.
Allerdings: Flexibel heißt nicht, dass an den festgelegten starren Altersgrenzen gerüttelt wird – die bleiben, wie sie sind. So flexibel soll es nun auch wieder nicht sein.
Konkret: Sie können sich für eine „Teilrente“ entscheiden wie bisher und es gibt nach wie vor auch eine Anrechnung beim Hinzuverdienst. Aber: Die Berechnung, wie viel angerechnet wird, ist großzügiger und flexibler geworden.

In Zahlen: Bisher durften Sie monatlich nur 450,00 Euro brutto hinzu verdienen. Alles, was Sie darüber bekommen haben, hat zu einem Rentenabzug geführt.

Nach dem Gesetzentwurf steigt die Grenze des Hinzuverdienstes auf 6 300 Euro im Jahr. Diese Umlegung auf ein Jahr ist ein großer Vorteil, denn damit ist ein Puffer entstanden für die Monate, in denen Sie mehr arbeiten müssen oder wollen – sei es aufgrund von Engpässen oder von Urlaubszeiten oder was auch immer.

Wird auch die Jahresgrenze von 6 300 Euro überschritten, wird die Rente gekürzt. Aber – und das ist das zweite Bonbons: Es werden nur noch 40 Cent von jedem Euro angerechnet. Konkret: Verdienen Sie z.B. jährlich 7000 Euro hinzu, werden nur noch 40 Prozent von 700Euro von Ihrer Rente abgezogen. Also 280 Euro.
Allerdings: Sie müssen aufpassen: Wenn Ihre Rente und Ihr Hinzuverdienst höher sind als Ihr Einkommen vor der Rente, dann trifft diese Regelung nicht mehr zu.

Eine weitere positive Veränderung: Sie können Ihre Rente mit diesem Hinzuverdienst erhöhen, indem auch Sie Ihren Anteil in die Rentenkasse einzahlen. Der Arbeitgeber muss das sowieso tun, aber bislang hatten Sie als Rentner davon keinen Vorteil. Durch Ihre eigene Beitragsleistung „aktiviert“ sich der Anteil des Arbeitgebers und Sie erhalten eine höhere Rente.
Beispiel:* Sie beziehen eine Rente in Höhe von 1.900 Euro. Ihr Hinzuverdienst beläuft sich zwei Jahre lang auf brutto 2 000 Euro pro Monat.
Ihre Rente erhöht sich dadurch auf 40 Euro pro Monat. Würden Sie z.B. 3 000 Euro pro Monat dazuverdienen, hätten Sie ein Plus von 60 Euro pro Monat.

Der Gesetzentwurf hat noch einige andere vorteilhafte Punkte. Sie zu erläutern, würde meine Fähigkeiten überfordern – ich bin ja keine Rentenfachfrau. Mir ging und geht es nur darum, Sie auf diesen Entwurf, der vermutlich im Sommer 2016 in Kraft tritt, aufmerksam zu machen.

I.B.F.

* Quelle insg. FAS 15.11.2015, auch für das Beispiel
Diverse Beiträge aus Wikipedia

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