Abschied von Dahlem

Museen DahlemAm 1.Dezember stand es in der Zeitung: die Museen Dahlem beginnen mit den Umzugsvorbereitungen in das Humboldt-Forum im Schlossneubau in Mitte.

Ab 11. Januar 2016 schließen Teile des Museums für Asiatische Kunst und des Ethnologischen Museums- darunter auch die beliebte Südsee-Abteilung, die durch die großen Objekte (Boote, Häuser) und die fantastischen Masken und Kultgegenstände zu jeder Zeit für kleine und große Berliner eine magische Anziehungskraft hatte.Mit dem Umzug 2019 endet eine über hundertjährige Epoche musealen Betriebs in Dahlem.

Begonnen hat sie 1906, als auf dem Gelände der Domäne Dahlem –damals in preußischem Staatsbesitz- ein Schuppen errichtet wurde, der einen Teil der Sammlung des Völkerkundemuseums aufnahm. Aufgrund Platzmangels und überfüllter Räume und Vitrinen im erst 1886 eröffneten Völkerkundemuseum (in der heutigen Stresemann-Strasse in Mitte) wurde begonnen, die Sammlung in eine Schausammlung und adresseArbeitssammlung zu trennen. Für die endgültige Lösung des Raumproblems war zu Beginn des 20.Jhdts in Dahlem ein großer Museumskomplex geplant, der aus vier Neubauten für die vier Erdteile Asien, Afrika, Ozeanien und Amerika bestehen sollte.

Der Architekt Bruno Paul begann 1914 mit dem Bau des Gebäudes für die asiatische Sammlung, die Arbeiten wurden jedoch aufgrund des Ersten Weltkriegs eingestellt. 1921 wurde der Bau dann endlich fertiggestellt, für die weiteren Gebäude fehlten -auch bedingt durch die Inflation -die finanziellen Mittel. Der Bruno-Paul-Bau wurde in der Folge als Magazin der Sammlung genutzt. Das alte Völkerkunde-Museum wurde im Krieg zerstört, die ausgelagerten Bestände zum größten Teil gerettet. Die in West-Berlin verbliebSüdseeenen Sammlungsbestände europäischer Gemälde und Skulpturen wurden nach dem Krieg im Bruno-Paul-Bau in Dahlem gezeigt (ab 1998 dann in der neuen Gemäldegalerie im Kulturforum, die Skulpturen im Bode-Museum). Ab 1964 plante die 1957 gegründete Stiftung Preußischer Kulturbesitz auf dem Gelände in Dahlem einen großen Museumskomplex, in dem die ethnologische Sammlung gezeigt werden sollte. Die bauliche Umsetzung zwischen 1969 und 1973 erfolgte durch Fritz Bornemann (Deutsche Oper, Amerika indonesien2Gedenkbibliothek) und den Scharoun-Schüler Wils Ebert (Wohnbauten, Stadion Wilmersdorf) im Stil der Neuen Sachlichkeit. Die ausschließlich mit Kunstlicht arbeitenden Inszenierungen der Museen für Indische und Islamische Kunst und der Südsee-Abteilung des Ethnologischen Museums und die verwinkelten, auf mehrere Ebenen verteilten Ausstellungsräume wirken aus Sicht des heutigen Betrachters eher spröde und uninspiriert.

Nach der Vereinigung der Berliner Staatlichen Museen 1990 wurde Dahlem Standort für die außereuropäischen Kulturen. Nun werden mit Fertigstellung des Humboldt Forums im Schlossneubau 2019 die Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst dorthin umziehen. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz will langfristig den Standort Dahlem – auch als Magazinstandort – endgültig aufgeben. Das Indonesienheißt, die Berliner müssen nun Abschied von Dahlem nehmen: Ab 11.Januar 2016 wird mit dem Ausbau und der Restaurierung von Objekten begonnen. 17.500 Objekte müssen gesichtet, gereinigt, ggf. restauriert und transportsicher verpackt werden. Großobjekte, z.B. die Höhlen der Seidenstraße und die Südsee-Boote (eine der Haupt-attraktionen der Südsee-Ausstellung seit 1970), werden wegen ihrer Objektgrößen bereits im Jahr 2018 in den Rohbau des Humboldt Forums umziehen, da sie sonst nicht durch die Tür Dahlem Museumpassen.

 

Also, unbedingt noch einmal hingehen und die wunderbaren Objekte anschauen! Informationen zu Öffnungszeiten und Anfahrt finden Sie unter http://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/museen-dahlem/home.html

Ihr mw

Fotos (c) mw

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