Berlin ab 50…

… und jünger

Fröhliche Weihnachten!

Wir wünschen allen Blog-Lesern

friedvolle und fröhliche WEIHNACHTEN

Weihnachtsberg

und lassen Sie gerne teilhaben an den

Gedanken eines Weihnachtsmannes

Jedes Jahr am 11.11. beginnt für viele die sogenannte Fünfte Jahreszeit. weihnachtsmannFür mich leider nicht. Für mich nähert sich die Zeit der vielen Arbeit, Vorbereitungen, Telefonate, Pakete packen und noch viele andere schöne Dinge mehr. Vor allem aber die vielen Überstunden, die ich brauche, um alles zur vollsten Zufriedenheit zu erledigen.

Zuerst jedoch geht’s an meinen Kleiderschrank. Der rote Mantel muss tiptop sein, der Gürtel sollte auch in diesem Jahr passen, die Stärke der Lesebrille sollte noch ausreichend sein, die Stümpfe gewaschen und die schwarzen Stiefeln sollten keine Löcher in den Sohlen haben.

Danach gilt meine Aufmerksamkeit natürlich dem Schlitten. Der muss ganz besonders gepflegt werden. An meinem Hauptarbeitstag, dem 24. Dezember, muss er nämlich durch Wind und Wetter, durch evtl. Schnee und Eis, über Stock und Stein pünktlich zu jedem Termin ankommen. Deshalb lasse ich ihn jetzt winterfest machen.

So, und nun muss ich mich über meine Kinder informieren. Wie heißen sie, wie alt sind sie , wie heißt der Lehrer; die Freunde; welche Hobbys haben sie, mit wem spielen sie am liebsten. Viele Fragen gibt es noch. Das gehört zur Aufgabe eines Weihnachtsmannes, der ja schließlich die ganze Familie genau kennen muss. Dafür hat er sein großes goldenes Buch. Da schreibe ich mir die ganzen Informationen hinein.

Rechtzeitige Terminabsprachen für den Heiligabend sind wichtig, sonst wird es ganz schwierig, denn jede Familie möchte selbstverständlich um 15 Uhr in die Kirche zum Gottesdienst, dann Kaffee trinken und dann den Weihnachtmann um 17 Uhr empfangen. Wenn ich dann eine halbe Stunde bleibe und die nächste Familie um 18 Uhr besuche (Fahrzeit, Abstellmöglichkeit für meinen Schlitten muss ich ja berücksichtigen, gegebenenfalls sogar das Treppensteigen in den 3ten Stock) ja dann kann ich nur noch um 19 Uhr eine Familie mit vielleicht schon großen Kindern besuchen. Oftmals sollen aber um diese Zeit schon Kartoffelsalat und Würstchen auf dem Tisch stehen. Wie ich das nun alles genau mache, alle Termine einhalten, und pünktlich jede Familie besuche, das verrate ich hier nicht. Der Weihnachtsmann muss ja schließlich auch noch ein paar Geheimnisse haben.

Vorher wurde ich zu Bürogemeinschaften, Rechtsanwälten, kleine Handwerksbetweihnachtsmann unterwegsriebe oder auch zu Hobbyvereinen gerufen, um dort Geschenke zu verteilen und lobende Worte über die Mitarbeiter zu erwähnen. In Kaufhäusern oder auf Weihnachtsmärkten muss ich mich blicken lassen, ich werde fotografiert und die Weihnachtszeit dokumentiert. Nicht nur Kinder freuen sich dann, wenn von uns Beiden ein Foto gemacht werden darf.

Und bald ist er da, mein Hauptarbeitsabend, der 24. Dezember. Der Tag davor war ganz ruhig und entspannt, das goldene Buch habe ich nochmal studiert. Die Adressen sortiert und mich auf meine Begegnungen gefreut. Nun beginnt der Abend. Eine seltsame Stimmung liegt über der Stadt. Das Treiben langsam weniger, hier und da läuten Kirchenglocken, hinter den Fensterscheiben kann man beleuchtete Tannenbäume sehen. Wenn ich mit meinem Schlitten mal an einer Ampel halte und vom Nachbarauto entdeckt werde, winkt man mir freundlich zu. Jetzt aber einen Parkplatz suchen – nicht so einfach – sind ja alle zu Hause. Für den Notfall habe ich immer ein Schild mit – Dies ist der Schlitten vom Weihnachtsmann lässt jeden Ordnungshüter mal wegsehen. So, nun den Eingang suchen, die Treppen steigen, weihnachtsmann2verpusten (das sollten alle alten Männer machen) und dann, nach einem letzten Blick ins goldene Buch ( ganz wichtig!, den Namen der Kinder merken) laut und vernehmlich an die Wohnungstür klopfen. Der Weihnachtsmann klingelt nicht!

Meist werde ich in das Wohnzimmer gebeten, wo schon leise Musik erklingt und ein schön erleuchteter Weihnachtsbaum erstrahlt.
Jetzt folgt natürlich das Gespräch mit den Hauptpersonen des Abends: den Kindern. Die Eltern haben mir verraten, was Ihre Kleinen so alles angestellt haben. Trotzdem werde ich nicht schimpfen. Nein, das sollen ruhig die Erwachsenen in den restlichen 364 Tagen des Jahres machen. Ein Lob fällt mir immer leicht – und wenn dann die Augen der Kinder leuchten, weiß ich, dass das richtig und wichtig war. Dann ein Gedicht und ein Lied. Der Höhepunkt ist aber das Verteilen der Geschenke.Jetzt wird der Sack noch ausgeschüttelt, es darf doch nichts drin bleiben, ein frohes Weihnachtsfest gewünscht und ab zur nächsten Familie, die bestimmt schon wartet. Beim Verabschieden drücken mir die Kleinen oftmals noch ein selbst gemaltes Bild von mir und meinen Schlitten, oder ein paar selbstgebackene Kekse in die Hand.

Ich lasse eine gut gelaunte Familie zurück und Kinder, deren Augen hell geleuchtet haben. Alle Jahre wieder!!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen fröhliche Weihnachten und ein gutes, gesundes Neues Jahr 2016
Ihr Weihnachtsmann brd.

Fotos (c) brd

 

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