Berlin ab 50…

… und jünger

Jackson Pollock visits Berlin – and I have met him

 

Jackson Pollock (1912 – 1957), der große und wohl wichtigste Künstler des Abstrakten Expressionismus ist noch einmal in Berlin – zehn Jahre nach seinem letzten Besuch.

Der Ort: heute wie damals die Kunsthalle der Deutschen Bank.
Damals – das war das Jahr 2005, in dem Pollocks Ausstellung „No Limits, just Edges – Jackson / Paintings on Paper“ lief. Und die Kunsthalle hieß noch „Deutsche Guggenheim“. 2012 wurde die Verbindung zum Guggenheim Museum gelöst, aber die Deutsche Bank blieb ihrem Gedanken treu, der Gegenwartskunst in Berlin ein Forum zu bieten und eröffnete Anpollock Plakat 2005 plakatfang 2013 am selben Ort die „KunstHalle“.

Ich habe Pollock damals 2005 besucht und war begeistert. Dass ich ihm jetzt erneut die Aufwartung machen würde, war eine „abgesprochene“ Sache (nicht mit ihm, sondern mit meinem Mann!).

Die derzeitige Ausstellung ist eigentlich ein Muss für alle, die der Gegenwartskunst und vor allem dem Abstrakten Expressionismus verfallen sind. Denn Pollock ist einer der bedeutendsten Künstler, wenn nicht der Bedeutendste, und er ist großartig.
Aber vor allem: Sie können noch einmal ein Werk sehen, das, so empfinde ich es, wie ein Fanal wirkt für eine neue Art zu malen: action- painting, all-over-painting und später noch drip-painting – diese Begriffe haben die moderne Malerei bestimmt.

pollock plakatPollocks Werk „Mural“ – um genau dieses geht es in dieser neuen Ausstellung im Wesentlichen – hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Einiges davon können Sie in dem kleinen Führer, der Ihnen mit der Eintrittskarte ausgehändigt wird, nachlesen. Es wird allerdings nicht erwähnt, dass das Werk schon einmal im Gropius Bau zu sehen war anlässlich der Ausstellung „Amerikanische Malerei des 20. Jahrhunderts“.

Eines aber finde ich so bemerkenswert, dass ich es doch erzählen möchte: „Mural“ ist eine Auftragsarbeit! Auftraggeberin war Peggy Guggenheim. Wer auch sonst, bin ich geneigt zu sagen. Sie war zu der damaligen Zeit die große Förderin, vor allem für alles Neue und für Experimente. Das war im Jahr 1943. Guggenheim wollte für ihr neues Haus in Manhattan ein Entree mit neuem „Drive“. Und Pollock schien ihr genau der Richtige zu sein. Er schuf ein Gemälde von einer – damals ungeheueren – Größe von 605 x 247 Zentimetern. Und er malte es auf Leinwand, was ein Segen war, denn damit blieb es für die Nachwelt erhalten.

Peggy Guggenheim schenkte es bei ihrer Rückkehr nach Europa 1948 der Universität von Iowa. Dort ist es – bis auf wenige Reisen zu andere Ausstellungsstätten (siehe oben!) – geblieben, bis aufgrund der Hochwasserkatastrophe 2008, die auch die Universität Iowa geschädigt hat, die Sammlung des Museums (und auch „Mural“) auf Reisen geschickt oder zwischengelagert werden musste. Restauriert wurde es dann im Getty Conversation Center in L.A. Jetzt ist es in Berlin gelandet.

Gibt es so etwas heute noch? Dass ein privater Sammler einen noch unbekannten Künstler fördert, indem er bei ihm eine Arbeit für sein ganz privates Leben, sein ganz persönliches Umfeld bestellt? Und ihm damit zum Durchbruch verhilft? Es klingt wie aus einer anderen Welt, nicht wahr? Und ist es wohl auch.

Zurück zur Ausstellung: Das zusätzlich Interessante ist, dass „Mural“ mit pollock kostenlos führanderen Werken zusammen gezeigt wird. Solchen, die Pollock bei seinem Werk und seiner Entwicklung beeinflusst haben. Und solche, die von ihm beeinflusst wurden. Sie werden staunen.
Mich hat vor allem eines ungemein beeindruckt: Es stammt von seiner Frau Lee Krasner und hängt auf der gegenüberliegenden Wand von „Mural“. Schauen Sie es sich an – vielleicht sind Sie genauso beeindruckt.

Ein letztes will ich Ihnen erzählen: Ich kenne die Ausstellungshalle durch eine Reihe von früheren Besuchen. In solchen Fällen habe ich eine Vorstellung im Kopf, wie die Werke gehängt sein sollten. Etwas hypertroph, ich weiß, denn was weiß ich davon, wie man Ausstellung didaktisch aufbaut? Und natürlich: „Mural“ hängt an einer anderen Stelle als ich erwartet habe. Ich war – nun ja – überrascht, enttäuscht vielleicht sogar. Bis ich sah, welches Werk gegenüber hängt: Das von seiner Frau: Lee Krasner! Damit fügte es sich auch für mich.

Ich hoffe, ich habe Sie nicht gelangweilt. Noch die Daten: Deutsche Bank KunstHalle, Unter den Linden 13/15. Bis 10. April 2016, täglich 10 – 20 Uhr. Montags ist der Eintritt frei. Am 31.12.2015 10–16 Uhr. 01.01.2016 14–20 Uhr (wenn Sie also nach dem Neujahrsfeuerwerk auf noch mehr Farbfeuerwerk Lust haben – besuchen Sie Mister Pollock!) . Preise: 4 €, ermäßigt 3 €. www.deutsche-bank-kunsthalle.de

I.B.F.

P.S. Wenn Sie noch Zeit und Lust haben, lesen noch die Information über die neue Internetseite, die ein nächster Beitrag hier auf dem Blog sein wird. Sie kann Ihnen vielleicht helfen.

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