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… und jünger

Die fast vergessenen SUFFRAGETTEN

208px-Ernst_Deutsch-Dryden_-_Die_SuffragetteSUFFRAGETTEN (aus dem engl. suffrage = Wahlrecht) wurden die englischen Frauenrechtlerinnen Anfang des 20.Jahrhunderts von der Presse abwertend genannt.  Bereits 1913 thematisierte ein  Stummfilm die Bewegung –  „Die Suffragette“ mit Asta Nielsen. Allerdings  allein die Aufführungsgeschichte  spricht Bände: mit Jugendverbot belegt, lief er zwar unzensiert in Berlin, in München dagegen wurde er so stark gekürzt, dass die Handlung arg beschädigt wurde.

DIMG_6704er neue Film SUFFRAGETTE – TATEN STATT WORTE  läuft seit gestern, 4.Februar 2016, ohne Auflagen in unseren Kinos.

Er spielt im Jahr 1912 in London, als die Radikalisierung der Frauenbewegung sich zuspitzte. Mit der fiktiven Figur der Wäscherin Maud, die sich von der naiven Arbeiterin zur Aktivistin entwickelt, werden wir Zuschauer mitten in den Kampf der Frauen für ihre Recht, für ihr Wahlrecht und die Gleichberechtigung hineingezogen. Emmeline Pankhurst (ein real existierendes Vorbild, gespielt von Meryl Streep) gründete 1903 den bürgerlichen Frauenverein „Women’s Social and Political Union“. Die  „Suffragetten“, wie sich die Frauen irgendwann mit allem Stolz selbst nennen,  machen in den folgenden Jahren sowohl durch passiven Widerstand als auch durch öffentliche Proteste bis hin zu Hungerstreiks auf sich aufmerksam machte.

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Carey Mulligan als „Maud“ (c) Pathé

Als sie mit Worten nichts mehr bewegen kann, ruft Mrs. Pankhurst zu Taten auf: Taten statt Worte. Die Frauen radikalisieren sich – und doch wird das Wahlrecht für Frauen in Großbritannien erst 1928 eingeführt.

Dieser Film zeigt – mit einer wunderbaren Carey Mulligan als Maud Watts – wie lange, mit welchen persönlichen Entbehrungen, mit wie viel Energie und Kraft Frauen für Gleichberechtigung und das Wahlrecht gekämpft haben – heute ist uns das so selbstverständlich, dass wir diesen enormen persönlichen Einsatz der „Suffragetten“ (fast) vergessen haben. Wir sollten ihnen wirklich dankbar sein.
Ein sehr berührender, manchmal ein wenig melodramatischer Film, den ich nur empfehlen kann.

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Meryl Streep als „Mrs. Pankhurst“ (c) Pathé

SUFFRAGETTE – Taten statt Worte
GB, 2015, Regie Sarah Gavron
mit Carey Mulligan, Helena Bonham Carter und einem Kurzauftritt von Meryl Streep

Bleiben Sie neugierig

go

Ein Kommentar

  1. ML Zimmermann

    Ein wichtiger Film !
    Was mich störte war, dass er sich zum großen Teil im Halbdunkel abspielte – sehr anstrengend für die Augen. und machte es nicht leicht,, der Handlung zu folgen.
    Hätte nicht sein müssen.

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