Berlin ab 50…

… und jünger

Eine Einladung zur Langsamkeit

“Flanieren in Berlin”

HesselFlanieren ist eine Art der Lektüre der Straße, schrieb Franz Hessel, der bekannteste Flaneur der Zwanziger Jahre. Zu lesen in „Spazieren in Berlin“, seinen Beobachtunge aus dem Jahr 1929: „Lies sie (die Straße). Urteile nicht. Finde nicht zu schnell schön und hässlich. Lasse Dich täuschen und Verführen von Beleuchtung, Stunde und Rhythmus deiner Schritte“.

Der 73jährige Klaus Gaffron wandert seit 2006 mit seinem Begleiter Peter Neuhold getreu dem Hesselschen Motto durch Berlin und beschreibt ihre Entdeckungen in Texten und Bildern.
Unter  http://www.flanieren-in-berlin.de/index.html ist eine sehr empfehlenswerte Webseite für Berlin-Wanderer zu entdecken. Nach Bezirken geordnet, kann man sich seine Wunsch-Tour ausdrucken (zumindest ist dies bei den neueren möglich) und erkunden. Dazu gehört auch ein exakter Wege-Plan, was sehr nutzerfreundlich ist. Es gibt inzwischen auch eine mobile Version für Smartphones, über die die Homepage direkt genutzt werden kann.

Erschien 2011 der 300. Bericht auf der Homepage, waren es im März 2015 schon 500 Spaziergänge. Seit zehn Jahren gibt es diese Internetseite und sie hat seitdem viele Nutzer und Bewunderer gefunden. Nicht nur die Fakten werden berichtet, sondern auch Geschichten erzählt und es finden sich – wie bei Hessel – zahlreiche historische Bezüge. FlanierenPersönlichen Bewertungen und Assoziationen der Autoren geben Raum für eigene Gedanken, machen neugierig und  die Texte gut lesbar. So findet der Flaneur auch  im eigenen Wohnumfeld Neues, was bisher ihm Verborgenen lag, oder sieht Bekanntes aus einer anderen Perspektive.

Machen Sie doch auch einmal „Ferien im Alltag“ und entdecken Sie so Ihren Kiez, Ihre Stadt, Ihre Mitmenschen und das Alltägliche aufs Neue. Schwimmen sie quasi durch die Zeit und ihre Hinterlassenschaften, ohne Hast und vielleicht auch mit einem ungeplanten, der Neugier geschuldeten Abstecher in einen Hausaufgang oder Park. Hessel nennt solches Unterfangen eine „Schule des Genusses“ und eine „Einladung zur Langsamkeit“.

Kommen sie mit!

Ihr mw

Ein Kommentar

  1. Ingolf

    Mensch mw, alias Schmargenpeter, det is ja een Supa-Tipp mitte Intanetseite! Vasteh nich, det ick nich früha druff jestoßen bin! Die schrei´m ja nich nur spitze, sondan servier´n ooch tolle Bilda!! Hab natürlich jleich meenen ehem. Schulwech (Lichterfelde) „abjeloofen“ :-).

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: