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… und jünger

Neu gelesen (1): MONPTI von Gabor von Vaszary

Ferdinand „stolpert“ manchmal über alte Bücher von Schriftstellern, deren Namen heute fast schon vergessen sind. Er entdeckt sie in antiquarischen Buchhandlungen und manchmal sogar im eigenen Bücherregal. Oft waren es einmal Bestseller, die er schon vor Jahrzehnten gelesen hat, aber an deren Inhalt er sich kaum noch erinnert. So liest er sie heute noch einmal mit anderen Augen, macht sich seine Gedanken darüber und beurteilt sie aus seiner heutigen Sicht.

Lesen Sie, was er zu berichten hat. Der Blog bietet die Möglichkeit zu widersprechen, eigene Eindrücke zu ergänzen und Beurteilungen zu relativieren. Wir wünschen viel Spaß dabei.

Gábor von Vaszary, wer kennt diesen Namen heute noch? Irgendwann tauchte er in meinem Gedächtnis wieder auf, ich suchte nach ihm in meinem Bücherregal, fand ihn nicht, erinnerte mich an den Film Monpti mit Romy Schneider und Horst Buchholz aus dem Jahr 1957 (Helmut Käutner), bestellte das gleichnamige Buch antiquarisch bei Ebay und erhielt einige Tage später per Post ein gut erhaltenes Exemplar aus einem Lesering. Leseringe waren einst sehr populär, sie versprachen gute Literatur zum kleinen Preis, doch irgendwann einmal konnten sie im Angebot der Buchhändler nicht mehr mithalten und verloren an Bedeutung.

Zurück zu Monpti von Gábor von Vaszary. Im Buch wie im Film: Ein verliebtes junges Paar in der großen Stadt Paris und sein Maskottchen, das Entenküken Napoleon. Ein ungarischer Kunststudent trifft auf die charmant-raffinierte Pariserin Anne-Claire. Natürlich im Jardin du Luxembourg – wo sonst? Es entwickelt sich ein Spiel aus Verliebtheit, kleinen Lügen, tatsächlichen und unsinnigen Problemen, Eifersucht und Versöhnung.

In einer herzzerreißenden Szene wird Napoleon vom Regen in einen Kanalisationsschacht gespült als Metapher dafür, dass die Liebe der Beiden ein tragisches Ende finden wird. Und so kommt es.

Monpti ist ein Kosename für Mon petit, mein Kleiner. Titel und Sujet des Buches lassen deDia-00481n Verdacht aufkommen, es handele sich um eine Schmonzette und das mag durchaus der Fall sein. Dennoch: Vaszary gelang es, eine zauberhafte Liebesgeschichte zu entwickeln, die ganz nebenbei viel über die Pariser Bohème der späten 1920-er Jahre vermittelt, auf deren Suche wir noch heute sind, wenn wir die Stadt bereisen. Noch immer lesenswert.

Gábor von Vaszary war, wie sein Romanheld, selbst ein Immigrant aus Ungarn, der in der Stadt sein Glück suchte und (als Bestsellerautor) fand.

Ich habe das Buch, nachdem ich es erneut gelesen hatte, einer Freundin geschenkt, die gerne nach Paris reist. Sie habe den Zauber von Paris, den sie so liebt, in dem Buch gefunden. Na bitte.

Ferdinand

Fotos (c) Ferdinand

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