Berlin ab 50…

… und jünger

Späte Liebe

vorgartenAuf dem Weg zu meinem Physiotherapeuten gibt es einen kleinen Vorgarten, der mich immer wieder begeistert, denn irgendetwas blüht immer  –  zuerst die Krokusse, dann die Tulpen, jetzt ist Lavendel und Rosen in üppiger Blüte. Was für eine Pracht!

Aus irgendeinem Grund bewirken diese Eindrücke bei mir immer eine gute Laune – und jedes Mal frage ich mich, warum ich eigentlich nicht Landschaftsgärtnerin geworden bin. Ich hatte  immer einen Garten  – mal größer, mal kleiner – oder zumindest einen Balkon. Und das war mir auch wichtig. Warum beschäftige ich mich jetzt erst mit Peter Joseph Lenné und seiner Gartenkunst? Wenn ich die Erfahrung, die ich mit 60+ habe, bereits mit 20 gehabt hätte, wäre vermutlich meine Berufswahl anders ausgefallen…

Meine Bmein frühjahrsbalkonlumen-, Garten-, Pflanzleidenschaft jedenfalls wird größer je älter ich werde. Vielleicht auch, weil ich mehr Zeit dafür verwende, erkennend, wie wichtig es für meine seelisches Wohlbefinden ist. Einmal, während meiner Studienzeit,  bewohnte ich eine Wohnung ohne Balkon – und noch heute assoziiere ich mit dieser Zeit das Gefühl des Eingesperrtseins.  Mir fehlte damals die Luft und die Möglichkeit, aus dem Zimmer zu treten – und wäre der Balkon noch so klein gewesen, es wäre immer besser als nichts gewesen. Es ist ja nicht nur das Zimmer im Freien, sondern auch die Möglichkeit, die Jahreszeiten auf dem Balkon zu begleiten  – die Tulpen, die Stiefmütterchen, jetzt sind es die Petunien, Klematis und Verbenen und im Winter werden es die Tannenzweige mit Lichterkette sein… es ist das Gefühl, etwas zu „schaffen“, zu sähen und zu ernten, d.h. blühen zu sehen. Mich erfreut dieser Anblick ungemein. Damals, heute und hoffentlich auch in Zukunft.meine klematis 2

Und trotzdem wäre ich in meiner Jugend gar nicht auf den Gedanken gekommen, „irgendetwas mit Garten“ zu studieren. Warum nicht? War die Berufswahl allgemein nicht so gut vorbereitet, so gut begleitet wie heute, war es das berufliche Umfeld der Eltern, das diese schwierige Entscheidung beeinflusst, wurden andere Fähigkeiten für größer, wichtiger, ernsthafter eingeschätzt,  oder entwickelt sich eben manche „Liebe“ erst später? Ich weiß es nicht, da ich aber meinen Beruf gerne und mit Freuden ausgeübt habe, bleibe ich immer wieder an dieser Stelle der Überlegung hängen (und kann meine eigene Frage nicht beantworten)  – und erfreue ich mich an meinen jetzt gegebenen Möglichkeiten.

„Wenn ich mal alt bin, mach ich ….“ sagte meine Mutter immer und da war sie schon weit über 70.  Sie blieb hoch aktiv bis zu ihrem Tod mit fast 79.  Und so sage ich mir heute auch,  „wenn ich mal alt bin, studiere ich Landschaftsarchitektur“ –   und fahre diesen Sommer nach England, in das Land der architektonischen Gartenkunst. Natürlich werde ich Kews Garden in London und Anne Hathaways Cottage (Sie wissen, Shakespeares Frau) in Stratfort upon Avon einen Besuch abstatten und hoffe auf gutes Wetter in Kent und Cornwall, in Devon und Surrey,  um viele der wunderschönen Gärten auf der englischen Insel zu sehen.

Dann ist Erholung und gute Laune vorprogrammiert und ab 20. Juli ist der Blog wieder da.

Wir alle wünschen unsern Lesern einen sonnigen Sommer!

go

 

Ein Kommentar

  1. I.A.

    Danke für die schönen Blumenbilder, sie erfreuen mein Herz! Und gutes Wetter auf der Reise wünsche ich sehr!

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