Berlin ab 50…

… und jünger

MÜLLER KRIEGT BESUCH

Am 25.Juni 2016 startete die 42. Seniorenwoche auf dem Breitscheidtplatz mit einem großen Infomarkt und Bühnenprogramm – vielleicht war ja der eine oder andere von Ihnen vor Ort.

Für dieses Bühnenprogramm entwickelten „meine“ Seniorseniorenwocheen vom Drehbuchkurs  im Seniorenclub Wallotstrasse – auf Anregung der Gruppe „Senioren-aktiv!“  –  ein Theaterstück, das ein Appell werden sollte,  zur Wahl der Seniorenvertretung zu gehen. Ein sehr sperriges Thema. Wie sollten wir daraus einen lustigen Sketch bauen? Unverdrossen kneteten wir unsere Gedanken, wir wollten nicht so schnell aufgeben.

Wir begannen also mit der Theorie, was macht den Unterschied von Theater zum Film aus – ein Filmdrehbuch hatten wir ja schon mal geschrieben – , auf was müssen wir achten, wie schafft man eine witzige Situation, worüber lacht man  und vieles mehr. Langsam entwickelten sich einzelne Szenen, dann ein Buch. Motive waren ein Schwimmbad, eine U-Bahn, eine Museumkasse und das Rote Rathaus. Im Theater sind ja aufwendige Spielorte  gar kein Problem, da stellen wir einfach ein weißes „U“ auf blauen Grund und schon wissen alle Zuschauer, wo wir uns befinden. Er ergänzt sich den Ort in seiner Fantasie. Also erarbeiteten wir soweit unsere Thesen und Themen aus, bis wir irgendwann – aus vielerlei Überlegungen – entschieden: wir machen doch besser einen Film. Davon haben alle länger etwas,  wir können ihn öfter zeigen und vielleicht bei mehreren Gelegenheit (ab)spielen – bis zur Wahl der Seniorenvertretung…

Mit dieser fröhlichen Perspektive warfen wir uns alle nun in das Filmprojekt –  es entwickelt sich ein schönes Drehbuch mit dem treffenden Titel MÜLLER KRIEGT BESUCH. Und dann ging’s ans Umsetzen – und noch hatten wir genügend  Zeit. Für die Besetzung schöpften wir aus unserer Erfahrung mit dem Imagefilm im letzten Jahr – und waren glücklich über die Zusagen der Darsteller.  Die nächste wichtige Aufgabe war die Ausstattung. Nun funktioniert  Theater eben anders als Film. Wir mussten nun entweder die Originalmotive finden oder abgefilmtes Theater machen (wo finden wir eine Bühne?) oder wir arbeiten mit Theatermitteln im Film (wir bauen uns die Motive) als „armes Theater im Film“…viele Fragen stürmten auf uns ein, der Termin der Seniorenwoche kam immer näher und näher.  Natürlich wollten die „Dramatiker“ in den Originalmotiven drehen-  nicht ahnend, was das wirklich bedeutet. Allein Drehgenehmigungen für diese o.g. Motive zu bekommen, davor fürchtet sich jeder Produktionsleiter und wird immer den Autor bitten, doch bitte über ein anders, einfacheres Motiv nachzudenken… wir jedoch gingen einfach mutig drauf los – und haben gewonnen. Dies allerdings unter der Bedingung, es in einer fast undenkbar kurzen Zeit abzudrehen. Insgesamt hatten wir 6,5 Stunden Zeit,  an diesen vier Motiven  sechs Szenen, Vor- und Abspann zu drehen.  Das ist  ein Pensum, das jeden professionellen Schauspieler erschauern lässt.  Aber „meine“  Senioren sind durch kaum etwas zu erschüttern – und es hat sich bewahrheitet: „Nur wer wagt gewinnt! “

Bei dem Dreh im Rathaus Charlottenburg haben wir die Schlußsituation so realistisch hergestellt, dass sogar der Bürgermeister voll schrecklicher Ahnung seinen Stadtrat anrief, er habe gehört, dass sich Senioren im Bademäntel im Rathaus verirrt hätten – ob er da helfen könne. Er konnte – und schaute schmunzelnd unserem Treiben zu.  Die Realität hat unsere Fantasie bestätigt  –

Ob der Regierende den Film schon gesehen hat, weiß ich nicht, aber der oben erwähnte Stadtrat für Soziales hat sich den fertigen Film am Stand von „Senioren-aktiv! auf der Eröffnung der Seniorenwoche angesehen – mit Vergnügen, sagte er.  Und jetzt sind Sie dran  – viel Spaß bei MÜLLER KRIEGT BESUCH.

Und bleiben Sie neugierig!

go

 

3 Kommentare

  1. Brd

    Von wegen: „alt und verstaubt !“ (s. Mai 2015) Das war ja eine richtige Fortsetzung! Prima, Prima, Prima. Jetzt noch einen Film nachlegen, mit Außenaufnahmen in New York, Tokio,, Paris und auf der Queen Mary und dann zur Premiere nach Cannes. Ich behaupte: nichts ist unmöööglich! Also Berlin ab 50: aktiv bleiben und Freude am Leben haben.
    Brd

  2. I.B.F.

    Das ist wirklich ein kleines nettes Filmchen. Das ein großes Publikum finden sollte. Und Resonanzen. Denn was ist für Künstler der wichtigste „Lohn“? Dass sie wahrgenommen werden, dass ihnen applaudiert wird. Darsteller, go und alle, die sonst noch mitgewirkt haben – Bravo! Bravo und alle klatschen.
    I.B.F..

Trackbacks

  1. Wir mischen mit – ohne uns geht nüscht! | Berlin ab 50...

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