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… und jünger

Willkommen in der Wildnis – ein Filmtipp

CAPTAIN FANTASTIC – Einmal Wildnis und zurück

Gleich vorweg gesagt, ich mag Viggo Mortenson, der „Aragorn“ aus den „Herr der Ringe“-Filme. Jetzt ist ein neuer Film Filmplakatmit ihm in den Kinos angelaufen: CAPTAIN FANTASTIC – EINMAL WILDNIS UND ZURÜCK. Nach Lektüre der Filmbeschreibung und Betrachtung eines Trailers  war ich schon auf dem Weg ins Kino.

Der hochgebildete Ben lebt aus Überzeugung mit seinen sechs Kindern in der Einsamkeit der Berge im Nordwesten Amerikas. Er unterrichtet sie selbst und bringt ihnen nicht nur ein überdurchschnittliches Wissen bei, sondern auch wie man jagt und in der Wildnis überlebt. Als seine Frau stirbt, ist er gezwungen, mitsamt den Sprösslinge seine selbst geschaffene Aussteigeridylle zu verlassen und der realen Welt entgegenzutreten. In ihrem alten, klapprigen Bus macht sich die Familie auf den Weg quer durch die USA zur Beerdigung, die bei den captain fantasticGroßeltern stattfinden soll. Ihre Reise ist voller komischer wie dramatischer Momente, die Bens Freiheitsideale und seine Vorstellungen von Erziehung nachhaltig infrage stellen.

Diese Beschreibung  aus dem Pressetext  hat bei mir die Assoziation „Komödie mit Tiefgang“ ausgelöst.  Das ist auch nicht ganz falsch, aber für mich war er mehr:  Es ist ein Plädoyer für ein selbstbestimmtes Leben. Ein Film der ermutigt, seCaptain_Fantastic__Einmal_Wildnis_und_zurueck_Szenenbilder_07.600x600inen eigenen Weg zu finden, auch  – oder gerade dann – wenn er unbequem ist. Die Botschaft mach es Dir nicht zu leicht gibt der Vater auch einem seiner Söhne mit auf den Weg. Seine individuelle Lebensweise zu finden, beinhaltet natürlich auch heftige Auseinandersetzungen, die weh tun und schmerzen, die aber immer wieder an den Wesenskern hCaptain_Fantastic__Einmal_Wildnis_und_zurueck_Szenenbilder_09.600x600eranführen. Diese durchaus ernsthaften Fragen werden mit einem sehr angenehmen Humor erzählt, begleitet von mitreißender Musik – und natürlich einem großartigen Viggo Mortensen. Mich hat der Film tief berührt. Dieser Arthouse-Film, den ich Ihnen nur empfehlen kann,  ist ein besonderes Vergnügen.

Ihre  AvS

 

Fotos (c) universum film

 

 

 

 

Ein Kommentar

  1. C.M.

    Man kann es Komödie mit Tiefgang nennen. Aber ebenso auch eine, die Ecken und Kanten hat und Fragen offen lässt. Z.B.die, ob Ben nicht sehr diktatorisch seinen Kindern seinen Lebensstil aufzwingt – nicht viel anders als die „Gegenwelt“ es tut. Und sind die Kinder wirklich „Kinder“, sondern vielmehr herangezogene kleine Erwachsene?
    Kann man den Film nicht auch kritisch sehen – trotz aller Vergnüglichkeiten und schauspielerischen Leistungen, wie sie „AvS“ beschrieben hat?
    Eine Person des Films scheint mit dem Lebensstil (und zugegeben mit dem Leben überhaupt) nicht zurecht gekommen zu sein. Sie wählt den Tod.
    C.M.

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