Berlin ab 50…

… und jünger

Ei, wie schmeckt der Coffee süße..

Neues  zum Missbrauchspotential  koffeinhaltiger Energy-Getränke

Laut einem Gutachten der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit  erfolgt die Koffeinzufuhr bei Erwachsenen in Deutschland vor allem über Kaffee und bei Kindern hauptsächlich über (zumeist bittere) Schokolade.  Jugendliche nehmen dagegen Koffein vor allem über Energy- Drinks auf. Und die Werbung „verleiht Flügel..“ befeuert das natürlich. In  baltischen Staaten z.B. führte dies zu einem Verbot des Verkaufs von koffeinhaltigen Energydrinks an Minderjährige.  Seit kurzem setzt auch die Süßwarenindustrie Gummibärchen Koffein zu (der Gehalt muss deklariert werden – also Ingredienzien genau lesen!). In sogenannten „Energy Sweets“ sind 30 Milligramm Koffein pro 100 Gramm Fruchtgummi enthalten. Das ist so viel Aufputschmittel wie  in einem  100-Milliliter-Energydrink! Ohne Frage ist also auch hier ein Missbrauchs-Potential. Unerwünschte Wirkungen von Koffein bei Überdosierungen sind eine erhöhte Nervosität und Erregbarkeit, Schlaflosigkeit, Schweißausbrüche und Herzrasen. Über einen längeren Zeitraum kann ein übermäßiger Koffeinkonsum zu Herzkreislaufproblemen, wie z. B. erhöhtem Blutdruck, aber auch Herzrhythmusstörungen  führen. Deshalb hat das Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft  zur Stärkung des Verbraucherschutzes eine Webseite  geschaltet http://www.check-deine-dosis.de. Dort kann man sich über die Risiken informieren – so man denn interessiert ist und als Jugendlicher da surft. Einen größere Verbreitung  dürfte der Film-Beitrag des Bundesinstituts  für Risikobewertung  haben http://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2016/30/energy_drinks_und_co__bfr_film_informiert_ueber_gesundheitliche_risiken_durch_koffeinhaltige_getraenke-198193.html .  

Und wie so oft in unserer Zeit werden die Rufe nach schärferen Maßnahmen, sogar Verboten, laut.

Zum Abschluss noch ein Tipp: Als  Johan Sebastian Bach 1734 mit seiner „Kleipzig-110affee-Kantate“/ „Schweigt stille, plaudert nicht“ (BWV 211), dem Kaffee seine musikalische Huldigung darbrachte, ahnte er nicht, welche Risiken er da verherrlichte. Es ist schon vorstellbar, dass in unseren politisch korrekten Zeiten demnächst das Hören dieser reizenden  musikalischen  Äußerung  zum heutigen Alltagsgetränk nur noch Erwachsenen vorbehalten bleibt. Dennoch soll hier der – heute schon fast fragwürdige – Inhalt dieser amüsanten Kantate kurz skizziert werden: Vater Schlendrian (Baß), Tochter Luise, genannt Liesgen (Sopran), ein Erzähler (Tenor). Schlendrian,  um die Haushaltskasse besorgt, will der  Tochter das Kaffeetrinken abgewöhnen. Doch die weigert sich und lamentiert: „Wenn ich des Tages nicht dreimal mein Schälchen Coffee trinken darf, so werd ich ja, zu meiner Qual, wie ein verdorrtes Ziegenbrätchen.“ Alle Drohungen fruchten nichts, die leipzig-204Kaffeesüchtige will auf ihrer Leidenschaft nicht verzichten. Denn „Ei, wie schmeckt der Coffee süße!“ Erst, als der Papa Lieschen einen feschen Bräutigam verspricht, lenkt sie ein und will zukünftig  gehorchen.  Sagt sie, aber  in Wirklichkeit will sie ihrer Kaffee-Sucht auch im Ehestand weiter frönen. Mit dem versöhnlichen Terzett „Die Katze lässt das Mausen nicht. Die Jungfern bleiben Coffeeschwestern. Die Mutter liebt den Coffeebrauch. Die Großmama trank solchen auch. Wer will nun auf die Töchter lästern!“ klingt das musikalische Kleinod aus.

Noch steht die Kantate nicht auf dem Index, verraten Sie  mich nicht und  hören Sie doch mal rein,

meint mw

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