Berlin ab 50…

… und jünger

Ein paradiesischer Ort

Sie erinnern sich sicher, dass der  Botanische Garten in Berlin zu einem meiner Lieblingsorte gehört. Im Frühjahr und Herbst, zum Wein- und  Sommerfest, zum Feuerwerk oder an einem ganz normalen Tarynek-breslaug im Jahr – er ist aus meiner Sicht immer einen Besuch wert.

Aber nun hat dieser Ort große Konkurrenz bekommen: Vor einigen Woche waren wir in Wroslaw/Breslau – neben San Sebastian/Spanien –  die Kulturhauptstadt 2016.

Eine günstige DB-Bus-Verbindung brachte uns in 4 Stunden direkt in die Stadt. Neben vielen interessanten Eindrücken, die wir in der  modernes-breslauwunderschönen Altstadt gesammelt haben, war das „modernen“ Breslau eine Entdeckung – vor gut hundert Jahren das Mekka der architektonischen Avantgarde.  Architekten, deren Bauten auch in Berlin stehen, haben hier gewirkt  –  Hans Scharoun, Erich Mendelsohn, Hans Poelzig und Max Berg, um nur einige zu nennen. Max Berg, Stadtbaurat von 1909 bis 1925, holte seine Kollegen in die damals eine halbe Million zählende Metropole Niederschlesiens.

Aber mein Lieblingsprogramm in diesen Tagen war das „grüne Breslau“. Immer wieder stößt man auf die preußische Vergangenheit –  so  beim von Peter Joseph Lenné angelegten Stadtpark, dem Scheitniger Park , heute Szczytnicke Park, dessen Hauptattraktion der  Japanischen Garten ist. Vjahrhunderthalle-2on Graf Fritz von Hochberg, einem leidenschaftliche Japonisten 1913 angelegt. Oder dem Park mit seinen Wasserspielen vor der Jahrhunderthalle, der nach Poeltzig’s Ausstellungskonzeption in den Lennés Stadtpark hinein komponiert wurde.  1913 weihte Kronprinz Wilhelm die von oben erwähnten Max Berg entworfene Jahrhunderthalle ein, die heute Weltkulturerbe ist. Alles hochinteressant und beeindruckend, aber …

…wirklich atemberaubend war für mich der Besuch des Botbotanischer-gartenanischen Gartens.

Der preußische König Friedrich Wilhelm III schenkte 1811 eine der neu entstandenen Parzellen der ehemaligen Stadtbefestigung der im gleichen Jahr gegründeten Universität –  eine Orangerie wurde gebaut und Bäume, Büsche und Stauden gepflanzt. Der Ursprung der Lehranstalt entstand – im ältesten Teil der Stadt, auf der Dominsel.  Am Fuße der großen gotischen Kathedrale und der Heiligkreuzkirche gelegen. Er ist ein Resultat des eifrigen Sammelns, der Pflanzenforschung und deren Pflege sowie der Arbeit an der Akklimatisierung und damit der Bereicherung der Pflanzensammlungen mit neuen Arten und Sorten.  Die Pflanzen stammen sowohl von Naturstandorten als auch aus anderen botanischen Gärten aus aller Welt.

calla-bg-breslauimg_9685Neben den Sammlungs- und Schaugewächshäusern gibt es eine Arboretum, das in drei geographische Gruppen eingeteilt sind: eine nordamerikanische, eine ostasiatische und eine kaukasische, wo zum Beispiel die kaukasische Flügelnuss mit drei Stämmen wächst.  Besonders macht den Garten ein natürlicher Teich, der von einem Oder-Altwasser gespeist wird. Seine Biegungen, Brücken, Wasserspiele und viele verschiedenen Seerosen gestalten einen höchst romantischen Ort. botanisher-garten2Neben den Gewächshäusern mit tropischen Pflanzen und Kakteen oder auch einer Halle nur mit den verschiedensten Efeu-Arten, gibt’s ein Alpinum und ein grünes Klassenzimmer und den mit großer Liebe angelegten Ziergarten. Noch nie habe ich so viel bunte Callen in rot, orange, gelb, bordeaux gesehen oder eine pinkfarbene Kapuzinerkresse. Leider gab es diese nicht in der angrenzenden Gärtnerei zu kaufen. Wirklich beeindruckt gepflegt wirkt das ganze Gelände und mit viel Liebe angelegt.

Aus dipink-kresseeser Oase der Schönheit und Ruhe musste ich mich mit Gewalt losreißen, weil der Bus Richtung Berlin zurück fuhr. Aber ich komme bestimmt wieder! Wroslaw/Breslau ist eine Reise wert. Auch wenn Sie nicht so ein Fan von Botanischen Gärten sind.

Bleiben Sie neugierig!

go

Fotos (c) go/mw

 

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