Berlin ab 50…

… und jünger

EL SIGLO DE ORO

el-siglo-de-oroVielleicht haben Sie auch das eine oder andere Plakat mit dem gelben Kreis gesehen?

Ich habe ein Weile und mehrere Blicke gebraucht, um zu begreifen, dass es sich um eine umfassende Ausstellung spanischer Kunst des 17.Jahrhunderts handelt.

Noch bis 30.Oktober 2015 läuft die Ausstellung EL SIGLO DE ORO in der Gemäldegalerie im Kulturforum – und es ist eine wirklich gut aufbereitete Ausstellung, die ich Ihnen gerne empfehlen möchte.

El Greco  und Velázquez kannte ich, bei Zurbaran und Bartolomé E. Murrilo war ich schon unsicher, kaum zuordnen konnte ich  José de Ribera, Antonio Pereda oder  Alonso Cano.

„EL SIGLO DE ORO – Die Ära Velázquez“ bietet eine wunderbare Gelegenheit, Skultpuren, Zeichnungen und Gemälde aus dem goldenen Zeitalter der spanischen Kunst zusammen ausgestellt zu sehen.

Die Ausstellung ist in der 1.Sektion nach wichtigsten Kunstzentren aufgebaut – Toledo, Valencia, Sevilla und Madrid – und zeichnet damit auch den historischen Wandeln nach. Geprägt war diese Zeit durch den wachsenden Einfluss des Protestantismus und den damit einhergehenden 30ig-jährigen Krieg, die politische Macht dieses einst mächtigsten Landes schrumpfte immer stärker – und gleichzeitig war es die Blütezeit der spanischen Kunst und die Etablierung des Hofs in Madrid ab der Mitte des 16.Jahrhunderts führte zu einem kräftigen Aufblühen der Künstlerszene.  Die Maler befreiten sich nach und nach von dem zuvor noch dominierenden italienischen Einflüssen. Zwischen 1601 – 1606 wechselte der Hof nach Valladolid und es bildet sich eine eigenständige kastilianische Bilderhauschule  heraus, die fast ausschließlich religiösen Themen verpflichtet ist. Gregorio Fernandez wird der erfolgreichste spanische Bildhauer dieses Jahrhunderts.

In der zweiten Sektion wird die Kunst des Siglo de Oro  im Zusammenhang mit der  politischen und religiösen Machtelite unter Philipp IV (1621-1665) aufgezeigt und die letzte Sektion behandelt die Auswirkung auf die Kunstszene durch die Zentralisierung auf den Madrider Hof.

img_0016So bekommt der Besucher dieser Ausstellung vom innovativen, expressionistischen und hochemotionalen Stil El Grecos (Toledo)  über die ausdrucksstarken Bilder Velázques (Sevilla), die Bilder der gegenreformatorischen Strömung wie die von José de Ribera (Valencia) bis hin zu den Figuren Juan Martinez Montagnes (Sevilla), die tiefgründigen Realismus und Anmutigkeit vereinen, ein beeindruckenden Überblick über die großen spanischen Meister.

Am  Do 27.10.2016 | 18 Uhr gibt es einen Vortrag
“Vision und Malerei im Spanien des Goldenen Zeitalters”

Prof. Dr. Victor Stoichiță, Université de Fribourg, im Vortragssaal am Kulturforum,  der interessant zu sein verspricht.

Kleiner Warnhinweis – Samstag und Sonntag öffnete die Gemäldegalerie übrigens erst ab 11 Uhr!

 Gemäldegalerie, Matthäikirchplatz, 10785 Berlin  –  Montag geschlossen, Dienstag, Mittwoch und  Freitag 10 – 18 Uhr, Donnerstag 10 – 20 Uhr, Samstag und Sonntag 11 – 18 Uhr

Bleiben Sie neugierig

go

Ein Kommentar

  1. M.R.

    Die Ausstellung in der Gemäldegalerie ist ohne Zweifel einen Besuch wert, ebenso wie der Film, der von AvS empfohlen wurde (ich allerdings fand, dass es in erster Linie um Freundschaft ging und nicht um kulturelle Unterschiede). Was ich vermisse, sind die Kleinode, die so manches Mal von Ihrem Blog gefunden und beschrieben wurden. Das, was ich soeben zitiert habe, ist schon oft vorher besprochen worden, also „Mainsteam“ im übertragenen Sinne. Schade!
    M.R.

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