Berlin ab 50…

… und jünger

Zwei Tipps, die eines gemeinsam haben

Sie stimulieren unsere Sinne und lassen uns ein wenig in eine andere – vergangene –Welt eintauchen. Sie machen Spaß!

Tipp Nummer 1

Dieser Tipp allerdings ist nur möglich, weil wir in einer ganz modernen Welt leben: in einer Welt des world wide web bzw. des Internets.

Vor allem die Kunstsinnigen unter den Blogleserinnen und –lesern werden interessiert, vielleicht sogar begeistert sein. Und wenn sie sich noch dazu für die Kunst des Bauhauses begeistern können und speziell für Paul Klee, dürfte die Freude perfekt sein.

Das Zentrum Paul Klee hat es geschafft, die Notizbücher von Klee, die er in den Jahren 1921 und 1931 geschrieben hat, online verfügbar zu machen. Und das sind immerhin rund 3900 Seiten!

Die Notizbücher sind von einigem Gewicht: Sie sind als Grundlage der Lehre Klees am Bauhaus zu verstehen. Alle Prinzipien, die für das Design von Bedeutung sind, sind hier versammelt und auf sehr haptische Weise nachlesbar. Haptisch deshalb, weil die Texte nicht nur als Faksimile gescannt, sondern auch transkribiert wurden.

Die Texte haben mich intellektuell sehr gefordert und ich habe – zugegeben – keineswegs alles verstanden. Was mich umso mehr zu der Erkenntnis gebracht hat, dass sich komplizierte Zusammenhänge durch die Kunst der Umsetzung in schlichte und überzeugende, zeitlose Formen auflösen können. Das hat mich beeindruckt!

Nun die „Fund“stelle im doppelten Sinn des Wortes: www.kleegestaltunglehre.zpk.org

Tipp Nummer 2 oder: Die Entdeckung geheimer Orte

Eigentlich ist der Tipp in erster Linie für Hobbyfotografen gedacht. Aber als ich gelesen habe, was dahinter steckt, war ich keineswegs mehr überzeugt, dass sich nur sie dafür interessieren. Jede und jeder, der ein Faible hat, vergangenen Welten nachzuspüren und Geschichte auferstehen zu lassen, wird an dem Tipp seine Freude haben.

Es geht, wie gesagt, um geheime Orte, lost places. Sie sind normalerweise nicht mehr zugänglich und schon beinahe vergessen, aber durch eine Initiative eines Berliner Veranstalters der Gegenwart wieder öffentlich gemacht worden.

Go2know, so heißt der Veranstalter, und er hat deutschlandweit diese „lost places“ aufgespürt und macht sie zu bestimmten Terminen zugänglich. Es sind kleine überschaubare Gruppen, die von den Veranstaltern zusammengestellt werden, und nach einer Einführung sich selbst, ihrer Kamera und ihrem Auge überlassen sind. Geführt und doch individuell – ein schönes Konzept.

In der Quelle, aus der ich diesen Tipp habe, wird die Neue Hakeburg in Kleinmachnow erkundet. Sie hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich, nach der Wende allerdings fand man keine funktionierende Aufgabe mehr für das Schloss. Bis eben go2know sie entdeckte und als einen ihrer lost places in das Programm aufnahm.

Was der Veranstalter noch bietet: Schauen Sie selbst: www.go2know.de

Das waren meine „aufgelesenen“ Tipps. Und wenn Sie Ihnen nicht gefallen: Schade, aber bitte, bleiben Sie mir gewogen?

I.B.F.

Tipp 2 aufgelesen in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 2. 10.2016

Fotos (c) I.B.F., PB

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