Berlin ab 50…

… und jünger

Als das Wünschen noch geholfen hat …

Vielleicht gab es wirklich einmal Zeiten, in denen Wünsche in Erfüllung gingen. Zumindest in der Welt der Gebrüder Grimm, denn zwei ihrer Märchen beginnen mit diesen Worten. Und auch Peter Handke gab einem seiner Erzählbände diesen Titel. Sich etwas wünschen zu können, das dann auch in Erfüllung geht, hat seinen besonderen Zauber.

Wenn es diese Zeiten wirklich einmal gab – jetzt sind sie ganz offensichtlich vorbei, sonst sähe die Welt anders aus.

Aber ich wünsche mir trotzdem etwas und zwar, Sie werden es nicht glauben, von unserem Berliner Senat.

Es sind zwei Projekte, deren Verwirklichung ich mir erhoffe. Die Beiden haben im Grunde nicht viel miteinander zu tun. Außer dass sie Berlin sehr gut zu Gesicht stünden.

Das eine ist der Plan, ein „House of Jazz“ in Berlin, gerade in Berlin zu gründen. Till Brönner, einer der Großen des Jazz, hat sich dieser Idee verschworen, und seine Mitstreiter und Unterstützer sind weltweit bekannt. Chick Corea, Aretha Franklin, Hancock diese Namen dürften ziemlich bekannt sein. Dass sie sich dafür engagieren, bedeutet vor allem, dass Berlin der richtige Ort ist für eine solche Begegnungsstätte. Denn genau das soll das Haus sein – auch nach den Vorstellungen von z.B. Tim Renner (der dem Senat inzwischen verloren gegangen ist, aber seine Stimme bleibt), Monika Grütters und dem Bundestagsabgeordneten und Haushaltsexperten Rüdiger Krause.

Die Pläne sind schon sehr weit gediehen, im Bundesetat sind bereits vor einiger Zeit Gelder vorläufig eingestellt worden. Und vor allem: E gibt auch schon einen Wunschort: die frühere Prägeanstalt „Alte Münze“ nahe dem Roten Rathaus. Zentraler geht es kaum, nicht wahr?

Und was soll das „House of Jazz“ sein, das 2019/2020 starten soll (wie gut, dass nicht neu gebaut werden muss): ein Kreativcenter mit Bühne, Forum, Studio und Akademie. Bespielt mit Konzerten, Workshops, Lesungen und Spitzenbands. Es soll dort gefördert, geforscht und Traditionen bewahrt werden.

Das alles klingt, so finde ich, ziemlich gut und wird Berlin zu einem weiteren internationalen Highlight verhelfen. Wünschen wir uns also, dass das Jahr 2017 weitere Konkretisierungen bringt. Auch mit dem neuen Kultursenator Klaus Lederer!

Das zweite Projekt auf meinem Wunschzettel ist die Gründung eines Exilmuseums. Initiatorin ist Herta Müller.

Welcher Geist dahinter steckt und wie es zu der Initiative gekommen ist, möchte ich Ihnen in Kürze in einem weiteren Beitrag erzählen. Der Text würde sonst zu lang. Wie heißt es? In der Kürze liegt die Würze – manchmal.

Bleiben Sie mir dahin gewogen?

I.B.F.

Quelle: SZ 21.11.2016

Fotos(c) I.B.F.

2 Kommentare

  1. Werner

    Wie schnelllebig Pläne sich heute wandeln: Es gibt noch andere Interessenten an der Immobilie „Alte Münze“: Die „Riverside-Studios, die sich der elektronischen Musik verschrieben haben, wollen aus Kreuzberg in die Münze ziehen und schon ab diesem Jahr mit dem Renovieren beginnen und auch die riesigen Untergeschosse stückweise beziehen. Mit Filmemachern, Fotografen, Radiostation, Hotel und Bühnen. Ein „House of Berlin“ soll entstehen, und die Kreativen aus aller Welt anlocken (http://www.hausof.berlin/). Angeblich unterstützen Wirtschaftsverwaltung und Immobilien Management das Vorhaben. Die in Aussicht gestellte Bundesförderung galt allerdings dem „House of Jazz“. Ob dieses von Tim Renner geförderte Projekt den Zuschlag erhält? Wollen wir es wünschen.

  2. I.B.F.

    Es ist wahr. Die beiden Pläne konkurrieren miteinander. Und wer den Zuschlag tatsächlich erhält, ist offenbar völlig offen. Mit einer Verständigung der beiden Seiten ist wohl nach dem Stand der Dinge nicht zu rechnen, Schade um die beiden Ideen,
    I.B.F.

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